Steiermark | SONNTAGSBLATT - Serien

Beiträge zur Rubrik Serien

Es ist nicht selbstverständlich, dass das Verhältnis von Kirche und Politik auch heute noch fruchtbar ist. Für wen ist Kirche Anwältin, für wen übernimmt sie, wo der Kitt der Gesellschaft nicht mehr sicher ist, in Zukunft die Verantwortung?
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 8
Wie viel Macht hat eine schwache Kirche?

Von wegen "schwach" ...Kennen Sie den alten jüdischen Witz, wo der eine zum anderen, der ständig mit seiner mangelnden Bedeutung kokettiert, eines Tages sagt: „Mach dich nicht so klein, so groß bist du auch wieder nicht.“ Angesichts der letzten der acht Fragen zum Diözesanjubiläum 2018, „Wie viel Macht hat eine schwache Kirche?“, kann einem schon auch dieser Witz einfallen. Wie bei vielen solcher Fragen gilt es als erstes aufzupassen, nicht der Fragestellung selbst in die Falle zu gehen,...

  • 18.09.20
Angst ernstnehmen und genau hinschauen. Das versucht Daniela Bauer in der Telefonseelsorge. In der Begleitung geht es auch darum, noch vorhandene Ressourcen zu entdecken und die Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 7 | Interview
Muss ich heute Angst haben?

Aus der Enge befreien Flüchtlingskrise, Klimawandel, Corona-Pandemie – unsere Zivilisation scheint von einer Krise in die nächste zu stolpern. Der Begriff „Krise“ löst immer auch Ängste aus. Wo sehen Sie im Moment die größten Angstfaktoren in unserer Gesellschaft? Daniela Bauer: Wir sollten Angst als Grundgefühl besonders ernstnehmen und genau hinschauen. Wenn wir die Frage jedoch anders stellen, könnten wir diesem Gefühl der Enge – „Angst“ kommt ja von „Enge“ – etwas von der Bedrohung...

  • 18.09.20
In der Stille den Heiligen nachspüren, von denen sich viele auf den Weg gemacht haben, um den Menschen Gutes zu tun
5 Bilder

Mein Kraftort_10: Südtirol
Nachdenken über das Miteinander

Auf einem Waldhügel bei Tils oberhalb von Brixen liegt etwas versteckt das Kirchlein St. Cyrill. MARTINA RAINER Der Ort strahlt wohltuende Ruhe aus. Doch schon allein der rund einstündige Weg bis zu diesem besonderen Ort ist das Ziel: Er führt über den Europa-Besinnungsweg. Dieser ist dem christlichen Europa und auch 24 Heiligen gewidmet, die sich für ein geeintes und friedliches Europa eingesetzt haben. Uns umfängt die Ruhe des Waldes. Das hektische Treiben der Brixner Innenstadt und...

  • 03.09.20
„Wir alle, denen der Glaube ein so wichtiger fester Boden im Meer der unübersichtlichen Beliebigkeiten unserer Tage ist, müssen vor allem eine Botschaft an unsere spätmoderne Gesellschaft vermitteln: Christsein ist ein sinnvolles und ehrlich vermittelbares Konzept für mehr Resilienz in schwierigen Zeiten!“
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 7
Muss ich heute Angst haben?

Wir fürchten uns nicht!No na, ist man versucht, spontan die Frage, ob man (heute) Angst haben müsse, zu beantworten. Und das „heute“ ist nicht zufällig in Klammer gestellt, denn Angst haben zu können ist auch nach Millionen von Jahren Menschheitsgeschichte unverändert eine der besten Lebensversicherungen. Außerdem, um es mit Borwin Bandelow, Deutschlands renommiertestem Angstforscher, kurz und bündig zu formulieren: „Angst ist überall“ und „Angst ist das Superbenzin für den Erfolg“ (zwei...

  • 02.09.20
Eine Quelle speist mehrere Wasserläufe, die sich in ein gemeinsames Wasserbecken ergießen. Nach diesem Bild können die verschiedenen Religionen auf je ihre Weise die eine Welt mit dem einen Gott in Beziehung bringen.
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 6 | Interview
Wer hat die richtige Religion?

Wer Gott schaut, ist wach Gibt es eine „richtige“ Religion? Barbara Krenn: Für mich als Religionsjournalistin ist „Vielfalt“ zentral. Die grundsätzliche Gleichwertigkeit aller Religionen, so wie sie Lessing in seiner Ringparabel formuliert, ist eine wichtige Richtschnur für unsere Arbeit. Der ORF will und soll religiös und weltanschaulich neutral sein, besagt das ORF-Gesetz. Welche Aufgaben haben Religionen im Leben der Menschen und im Zusammenleben der Menschheitsfamilie zu...

  • 26.08.20
56 Bilder

Mein Kraftort_9: Vorarlberg
Vom Gehen zum Loslassen

Maria Bildstein ist einer der beliebtesten Wallfahrtsorte im ganzen Bodenseeraum. Seit knapp 400 Jahren pilgern jedes Jahr viele Menschen in den kleinen Ort oberhalb des Rheintals. Mehrere Wege führen den Berg hinauf. Ein besonders eindrucksvoller Weg dorthin ist der „Ich-bin-Weg“ von Wolfurt aus. Text: Petra Baur      Bilder: Dietmar Steinmair Seit mehreren Jahrzehnten ist das kleine Bergdorf mit seinen gut 800 Einwohnern mein Lieblingskraftort. Etliche hundert Male bin ich den Weg...

  • 26.08.20
Der menschliche Geist wird in dieser Welt das Göttliche nie ganz verstehen. Die Religionen halten, mit den Worten von Karl Rahner, diesen Horizont offen:  „Glauben heißt, die Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang aushalten.“
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 6
Wer hat die richtige Religion?

Schlag nach bei ...Also ganz ehrlich: Was soll im 21. Jahrhundert noch die Frage: „Wer hat die richtige Religion?“ Genau genommen hat uns schon Gotthold Ephraim Lessing in seinem „Nathan der Weise“ (1779) die Antwort darauf gegeben: Die wahre Religion sei nicht zu erkennen, jeder solle an die seine glauben und durch sein Handeln „vor Gott und den Menschen angenehm“ seinen Glauben zur Wirkung bringen. „Es eifre jeder seiner unbestochnen, von Vorurteilen freien Liebe nach.“ Erst am Ende der Zeit...

  • 19.08.20
Auf Fels gebaut ist das Kloster St. Georgenberg hoch über dem Inntal.
3 Bilder

Mein Kraftort_8: Stift Georgenberg, Tirol
Bodenständig über den Dingen

Auf Fels gebaut, könnte das altehrwürdige Kloster Sankt Georgenberg Jahrhunderte Tiroler Geschichte erzählen. Der bedeutende Wallfahrtsort ist ein Sehnsuchtsort für viele – nur zu Fuß erreichbar, vom Inntal aus nicht zu sehen, lädt er ein, den Alltag hinter sich zu lassen und den Blick nach oben zu richten ... Ob man mit dem Auto zu einem geistlichen Gespräch fährt oder – wie bei der Wanderung auf den Georgenberg – erst eine gute Dreiviertelstunde zu Fuß den Berg hinauf geht, macht einen...

  • 19.08.20
Auf rund 1.460 Metern befindet sich das Jakobskreuz auf der Buchensteinwand.
4 Bilder

Mein Kraftort_7: Salzburg & Tiroler Teil
Das Filetstück des Jakobswegs

Wilde Natur sowie viel Zeit und Ruhe zum Nachdenken können all jene genießen, die sich auf den Pilgerpfad von Salzburg nach Tirol machen. Die Strecke verbindet die beiden Teile der Erzdiözese Salzburg auf eine besonders charmante Weise. Unterwegs erklärt ein passionierter Geher, wie er Gott mit auf den Weg nimmt – und die Grenze zwischen Wandern und Pilgern zieht. Michaela Hessenberger Mit einer flotten Handbewegung lupft Hermann Signitzer seinen grauen Filzhut auf den Kopf. Ein prüfender...

  • 14.08.20
Offene Grenzen machen das Reisen einfacher und angenehmer – im Bild der (wieder) offene Grenzübergang nach Slowenien in St. Anna am Aigen. – Harald Winkler, Kriminalbeamter und ehemaliger Spitzensportler, erzählt von beruflichen, sportlichen und privaten Grenzerfahrungen.
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 5 | Interview
Wo brauchen wir Grenzen?

Zweckdienliche Grenzen Harald Winkler, Kriminalbeamter und ehemaliger Spitzensportler, erzählt von beruflichen, sportlichen und privaten Grenzerfahrungen. Wie steht es in Zeiten eines Virus, das keine Grenzen kennt, um Grenzen? In Zeiten von Corona ist es sicherlich unverzichtbar, Grenzen einzuführen, um die Ausbreitung des Virus einigermaßen einzudämmen. Damit meine ich nicht nur Staatsgrenzen, sondern auch „Abgrenzungen“ vor einzelnen Gemeinden, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Supermärkten...

  • 12.08.20
Johannes Paul II. betet vor dem Grab der hl. Hemma. Er war der erste Papst, der Gurk (1988) besuchte.
3 Bilder

Mein Kraftort_6: Kärnten
Auf dem Weg zur hl. Hemma

Papst Johannes Paul II. betete an ihrem Grab. Die heilige Hemma von Gurk, Landespatronin von Kärnten, zieht Menschen aus ganz Europa an, die auf ihre Fürsprache vertrauen. Ingeborg Jakl Der Blick hinaus aus den Fenstern führt den Besucher über satte grüne Berghänge zu beiden Seiten hinauf. Im Vordergrund öffnet sich der Innenhof mit der mächtigen Linde, die einige hundert Jahre alt und stumme Zeugin einer bewegten Geschichte ist. Kelten, Römer und Bajuwaren versammelten sich im Laufe der...

  • 09.08.20
Grenzerfahrungen sind im kollektiven Gedächtnis unserer Steiermark tief verwurzelt. Wie kann Kirche Heimat für möglichst viele geben? Und wie gelingt es ihr, Grenzen weniger zu ziehen als vielmehr auch zu öffnen? – Im Bild: Wegen des Corona-Virus zeitweilig geschlossene Grenze zu Slowenien in St. Anna am Aigen.
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 5
Wo brauchen wir Grenzen?

Grenzen, unser Los! Von allen acht Fragen, die dieser Serie zugrunde liegen, scheint mir auf den ersten Blick keine einfacher zu beantworten als diese: „Wo brauchen wir Grenzen?“ Überall dort, wo wir Gefahr laufen, Gleichheit mit Gerechtigkeit zu verwechseln, so mein erster Gedanke. Selbst unsere sehr auf Egalität ausgerichtete Verfassung hält unmissverständlich fest, dass „Gleiches gleich und Ungleiches ungleich“ zu behandeln ist. Rechtsphilosophisch ist dieser Unterschied überhaupt erst die...

  • 05.08.20
Schöne Orte suchen viele Menschen im Urlaub auf. Warum aber ist uns Schönheit dort, wo wir die meiste Zeit unseres Lebens verbringen, viel weniger wichtig? ZiB-Moderator Tarek Leitner plädiert in seinem Buch „Wo leben wir denn?“ dafür, glückliche Orte zu erschaffen.
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 4 | Interview
Rettet Schönheit die Welt?

Schönheit ist nicht nützlich Fjodor M. Dostojewski verdanken wir die Behauptung „Schönheit wird die Welt retten“. Würden Sie ihm zustimmen? Tarek Leitner: Nein, das kann ich nicht. Es stimmt zwar, dass Dostojewski als Experte auf dem Gebiet der Schönheit gilt – andererseits, dieses Zitat stammt doch aus seinem Roman „Der Idiot“. Ich habe mich in meinem neuen Buch „Berlin – Linz“ (Anmerkung: 2020 im Brandstätter Verlag erschienen, siehe Seite 20) unter anderem Fragen der Schönheit in dunklen...

  • 29.07.20
4 Bilder

Mein Kraftort_5: Steiermark
Unterwegs im steirischen Betlehem

In der Steiermark angelangt führen wir Sie weit in den Südosten, an die slowenische Grenze, zu einem persönlichen Wohn- und Kraftort mit überregionalem Ruf. Katharina Grager Als ich vor fast schon zehn Jahren das erste Mal von der Marktgemeinde St. Anna am Aigen in der Südoststeiermark hörte, dachte ich als in Stadtnähe aufgewachsene junge Studentin: „Oh mein Gott …, keine Autobahn weit und breit und auch kein Bahnhof, den man schnell zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen könnte? Das...

  • 29.07.20
Bevor die Wirklichkeit ausschließlich als Idylle erlebt wird, ermuntert Hans Putzer in seinem Plädoyer: „Wagen wir als Kirche wieder mehr herausfordernde Schönheit, und verzichten wir dafür auf hübsche Behaglichkeit!“
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 4
Rettet Schönheit die Welt?

Warum denn gleich die ganze Welt allein retten? Hand aufs Herz, liebe Leserinnen und Leser: Die Frage dieser Woche „Rettet Schönheit die Welt?“ lässt wohl die meisten von uns zuerst über „Schönheit“ nachdenken. Stünde stattdessen „Achtsamkeit“, „Empathie“, „Verantwortung“, „Glaube“ oder gar „Liebe“ in der Frage – gekauft. Aber ausgerechnet Schönheit? Beginnen wir vielleicht doch besser mit der „Rettung der Welt.“ Dieses Thema hat Konjunktur. Da waren wir in meiner Jugendzeit doch noch...

  • 22.07.20

Mein Kraftort_4: Oberösterreich
In Granit und Gneis gezeichnet

Schlögen ist ein kleiner Ort im Oberen Donautal. Er wäre nicht so bekannt, hätte sich die Donau nicht just hier die Zähne an Granit und Gneis ausgebissen und es nur nach zwei 180-Grad-Verrenkungen geschafft, ihren Lauf ins Schwarze Meer fortzusetzen. Die Schlögener Schlinge macht den Ort einzigartig. Als Kind war die Ankündigung meiner Eltern, dass wir zur Schlögener Schlinge fahren, noch nicht so reizvoll für mich wie heute: Mein Vater hatte zwar eine Zille auf der Donau, aber bei den...

  • 22.07.20
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 3 | Interview
Was würdest du morgen zurücklassen?

Prägnanz statt BeliebigkeitDurch das Corona-Virus machen wir gerade eine kollektive Krisenerfahrung durch. Krisen sind immer Signale, dass Veränderungen nötig sind. Was müssen wir mit dieser Krise hinter uns lassen? Ich nehme sogar mehr mit als ich zurücklasse. Zurück lasse ich die persönliche Unendlichkeit des Daseins, also die Haltung, dass ich die Endlichkeit nicht an mich heranlasse und um sie einen großen Bogen mache mit der Gefahr, dass in diesem großen Bogen viele Dinge auf die lange...

  • 15.07.20
Pfarrkirche in Stiefern am Kamp
6 Bilder

Mein Kraftort_3: Niederösterreich
Durch das Kamptal zum Stift Altenburg

Die Wachau, das üppige Mostviertel mit dem Sonntagberg und Maria Taferl im Zentrum, das Pielach- oder Traisental – in der Diözese St. Pölten gibt es viele Orte, die für das Leben und den Glauben Kraft geben können. In dieser Folge fahren wir durch das romantische Kamptal – bis zum „Barockstift des Waldviertels“, Stift Altenburg. Nach rund vier Stunden Radfahrt haben wir unser Ziel erreicht: Stift Altenburg. Prächtig liegt es vor uns, eingebettet in eine vielfältige Gartenanlage und umrahmt...

  • 15.07.20
Was muss schwinden, um Neuem Platz zu geben? Eine 2000-jährige Institution bringt viel althergebrachtes, tiefes Wissen mit, das auch vieles überdauert hat. Wie auf diesem Wissen aufbauen und dabei dennoch Neues zulassen?
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 3
Was würdest du morgen zurücklassen?

Bitte mehr FrohbotschaftVor 14 Tagen habe ich an dieser Stelle meinen Einspruch gegen die Frage „Ist Armut unfair?“ formuliert. Also ist es nur recht und billig, das heute zur Überlegung stehende Thema „Was würdest du morgen zurücklassen?“ als mich sehr ansprechende Frage zu loben. Mein Interesse daran ist auch nicht weniger geworden, als ich in den Unterlagen zum Diözesanjubiläum 2018 nachgelesen habe, dass es hier nicht so sehr um persönliche Befindlichkeiten, sondern um die Kirche von morgen...

  • 08.07.20
Das große Mosaikbild der heiligen Elisabeth von Thüringen erinnert an die 1898 in Genf ermordete erste Patronin des Hilfs- und Rettungsdienstes "Rotes Kreuz", Kaiserin Sisi.
Video 23 Bilder

Mein Kraftort_2: Erzdiözese Wien
Die Rotkreuz-Kapelle der Kaiserin

Diese Woche führen wir Sie zu eher unbekannten „Kraftorten“ des kirchlichen Jugendstils in Wien und Niederösterreich: Nicht die berühmte „Kirche am Steinhof“ oder die dem heiligen Karl Borromäus geweihte „Lueger-Kirche“ am Zentralfriedhof sind unser Ziel, sondern drei echte „Geheimtipps“. Wer vom Wiener Naherholungsgebiet Donauinsel mit seinen Restaurants und Bars über die Reichsbrücke fährt, sieht links die dem heiligen Franziskus geweihte Kirche am Mexiko­platz. Mich beeindruckt jedesmal...

  • 07.07.20
Kein Dach über dem Kopf. Jesus sagt: „Die Armen habt ihr immer bei euch“ (Joh 12,8). Aber müssen wir die Realität von Armut einfach hinnehmen, oder bleibt der Kampf gegen die Armut ein Dauerauftrag für die christliche Nächstenliebe?
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 2 | Interview
Ist Armut unfair?

Niemand will arm sein! Über die Armut in der Steiermark fragten wir Soziallandesrätin Doris Kampus. Gibt es eine Armut, die fair oder gerechtfertigt ist? Doris Kampus: Nein, Armut kann niemals fair sein oder gar gerechtfertigt. Sie ist das Ergebnis von realen Umständen und sozialen sowie ökonomischen Bedingungen. Armut ist das Werk von Menschen, sie kann daher auch verringert werden. Ziel meiner Sozialpolitik ist es, Armut zu bekämpfen und nicht Arme. Wer Menschen befähigt, selbst ihr...

  • 01.07.20
Weitblick: Das Ruster Hügelland bietet Gelegenheit zum Kraft tanken.
4 Bilder

Mein Kraftort_1: Burgenland
Meine Kraftquelle vor der Haustür

Das Ruster Hügelland fasziniert Tamara Strommer seit ihrer Kindheit. Nach einer Krebsdiagnose erlebt sie den traumhaften Landstrich noch bewusster. Aufgezeichnet von Gerald Gossmann Das Ruster Hügelland ist meine Kraftquelle – diese Weite, dieser Blick über Wiesen, Äcker, Dörfer, den Neusiedler See. Ich bin hier aufgewachsen. In Oslip, einem kleinen Dorf (1.260 Einwohner), in dem sich vor 500 Jahren die heutigen Burgenlandkroaten ansiedelten. Die Dorfgemeinschaft trägt mich bis heute....

  • 30.06.20
Caritas – sie ist das soziale Antlitz der Kirche. Eigentlich ist sie noch ziemlich jung. Historisch hat Kirche immer zu wenig und doch auch viel für „die Armen“ getan. Wie? Und wie tut sie es heute? Wie reich muss Kirche dabei sein, senn sie Armen helfen will?

Plädoyer für die Zukunft | Frage 2
Ist Armut unfair?

Machiavelli andersrumVielleicht kennen Sie diesen – zugegeben halblustigen – Witz: Ein Österreicher überquert mit seinem bei solchen Anlässen sichtlich unvermeidlich schwarzen Koffer die Grenze in die Schweiz und sucht eine Bank in St. Gallen auf. Unsicher nach links und rechts blickend, flüstert er dem Bankangestellten entgegen: „Ich möchte eine Million Euro veranlagen.“ Darauf der Mann hinterm Schalter mit lauter Stimme: „Sie müssen nicht flüstern, Armut ist in der Schweiz keine...

  • 24.06.20
  • 3
Denkanstöße gibt die Grazer Andrä-Kirche durch ihre Fassade. Sie wird für Barbara Reiter zu einer Projektionsfläche für das Denken im öffentlichen Raum.
2 Bilder

Plädoyer für die Zukunft | Frage 1 | Interview
Wollen wir noch selber denken?

Selber denken, auch wenn es unbequem ist Wollen wir noch selber denken? Ganz eindeutig: Ja. Und wir wollen auch dann noch selber denken, wenn es vielleicht unangenehm und anstrengend ist. Sie haben am Institut für Philosophie das Projekt „Denkzeitraum“ mit initiiert: Worum geht es dabei? Genau darum, dass wir gemeinsam denken. Das Projekt hat vor zehn Jahren innerhalb einer Ausstellung am Schlossberg begonnen und ist danach weitergeführt worden. Der Grazer Uhrturm ist ja ein sehr schönes...

  • 17.06.20

Beiträge zu Serien aus

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.