Zeitdiagnose

Beiträge zum Thema Zeitdiagnose

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Klassische und soziale Medien machen täglich sichtbar, dass eine strikte Grenzziehung zwischen „privater“ und „öffentlicher“ Meinung unmöglich ist. | Foto: Berghofer

Zeitdiagnose | Teil 11
Privat und ganz privat

Vorweg: Diese „Zeitdiagnose“ wurde durch den Redaktionsschluss bedingt geschrieben, als das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl noch nicht festgestanden ist. Und wenn Sie dies lesen, sind schon längst alle Analysen zum Ausgang der Wahl Vergangenheit. Nun ja, alle vielleicht, doch noch nicht alle! Wahlempfehlungen? Im Abstand einer Woche gilt es doch noch einmal genauer hinzuschauen, wie dieser Wahlkampf, aber auch der Kanzlerwechsel eine Woche zuvor innerhalb der Kirche kommentiert oder auch...

  • 29.05.16
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Im Glauben ist der Mensch geborgen in der Liebe und gehalten im Sein. – Die Gestaltung der farbenfrohen Kirche „Sagrada Família“ von Antonio Gaudi in Barcelona begleitet Menschen nun seit mehr als hundert Jahren.  | Foto: iStock

Zeitdiagnose | Teil 10
Dienen oder sich bedienen

Sigmund Freud war noch fest davon überzeugt, dass Religiosität eine psychische Krankheit sei. Vor dem Hintergrund eines materialistischen Wissenschaftsdogmas, das einerseits von Technik- und Machbarkeitsglauben geprägt war, und einer Psychologie, die in ihren Analysen stets von Defizit-erfahrungen – vorzugsweise Eltern, Lehrer, Kirche – ausgegangen ist, überrascht das nur wenig. Religion tut der Psyche gut Für Raphael Bonelli, den international renommierten Wiener Psychiater, der vor kurzem...

  • 17.04.16
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Die „Grabeskirche“ in Jerusalem befindet sich an der überlieferten Stelle der Kreuzigung und des Grabes Jesu. Sie wird von orthodoxen Christen als „Auferstehungskirche“ (Anastasis) bezeichnet. | Foto: Finster

Zeitdiagnose | Teil 09
Das Grab ist leer!

Wer am Ostersonntagnachmittag im ORF-Teletext auf Seite 133 gelandet ist, dürfte nicht wenig erstaunt gewesen sein. Dort stand doch klar und unmissverständlich: „Christen aus aller Welt haben im Heiligen Land Ostern gefeiert. Zum Gedenken an die Auferstehung von Jesus Christus wurde in der Grabeskirche in Jerusalem eine Messe zelebriert. Nach christlicher Überlieferung liegt der Heiland in dieser Kirche begraben.“ Kein Grund zur Aufregung? Nun sind wir Medienkonsumenten schon einiges gewohnt....

  • 03.04.16
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Massenevangelisationsveranstaltungen in den Vereinigten Staaten lösen oft tiefe Emotionen aus. | Foto: wmc

Zeitdiagnose | Teil 08
Die USA sind anders, die Europäer auch

Traditionell beginnen die Vorwahlen für den vielleicht mächtigsten Politiker auf Erden, der 2017 auch eine Politikerin sein könnte, in Iowa, einem agrarisch geprägten Bundesstaat im „mittleren Westen“ der USA. Und während sich bei den Demokraten das erwartete Duell zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders schon von Beginn an zuspitzt, scheint das Rennen um den Kandidaten der Republikaner noch weitaus offener zu sein. Durchgesetzt hat sich in Iowa letztlich Ted Cruz, Senator des Bundesstaates...

  • 07.02.16
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Entscheidungsträger, etwa Politiker, stehen oft im „Kreuzfeuer“ von berechtigter Kritik, sind aber immer häufiger auch ungerechtfertigten und persönlichen Angriffen ausgesetzt. | Foto: Corbis

Zeitdiagnose | Teil 07
Von Augen, Splittern und Balken

Erst vor wenigen Tagen hat der Ökumenische Rat der Kirchen im Zusammenhang mit dem beginnenden Wahlkampf zur Bundespräsidentschaft und der aktuellen Flüchtlingsdebatte für eine „Abrüstung der Sprache“ plädiert. Der „Aufbau untergriffiger Feindbilder“ sei einer Demokratie ebenso unwürdig wie die „Instrumentalisierung“ religiös konnotierter Begriffe für Wahlkampfzwecke. Man wird wohl nicht ganz falsch liegen, letzteres als Anspielung auf die „Reichweitendimension“ der von Andreas Khol ins...

  • 31.01.16
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In unserer Gesellschaft gibt es vielfältiges Engagement für Menschenrechte & Zivilcourage – gegen Diskriminierung & Extremismus. | Foto: www.das-buendnis.at

Zeitdiagnose | Teil 06
Nun sag, wie hast du’s mit dem Islam?

In Goethes Faust stellt das Gretchen dem Titelhelden wohl eine der berühmtesten Fragen der deutschsprachigen Literatur: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub’, du hältst nicht viel davon.“ Eine Frage, die wohl auch schon vor über 200 Jahren von vielen, so sichtlich auch von Faust, als unangenehm empfunden wurde. Nach dessen längerem Ausweichen kommt, wir erinnern uns noch gut an unseren Deutschunterricht, Gretchens resignative Feststellung:...

  • 24.01.16
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Die auf dem Palatin in Rom gefundene Ritz-Zeichnung (um 230 n. Chr.) dokumentiert eine frühe Herabwürdigung des christlichen Glaubens. Die Zeichnung zeigt ein Mischwesen zwischen Esel und Mensch am Kreuz und davor einen Mann, von dem die griechische Umsch | Foto: Archiv

Zeitdiagnose | Teil 05
Die Würde der Gläubigen ist unantastbar

Der Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 lässt kaum Fragen offen: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren, sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit – heute würden wir wohl eher von Geschwisterlichkeit sprechen – begegnen. Und es besteht zumindest in den so genannten westlichen Demokratien auch ein breiter Konsens darüber, dass die Menschenwürde und die daraus abgeleiteten Menschenrechte unteilbar...

  • 17.01.16
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Foto: Fotolia

Zeitdiagnose | Teil 04
Islamdebatte stellt Religionen unter Generalverdacht

Irgendwie ist es schon eine Binsenweisheit geworden: So viel – öffentliche – Religion wie heute war schon lange nicht mehr! Kaum eine Nachrichtensendung, in der nicht eine Headline einen unmittelbaren religiösen Hintergrund hätte. Der IS-Terror lähmt zumindest vorübergehend Paris und Brüssel, selbst München hat den Jahreswechsel schon entspannter gefeiert. Pegida beruft sich auf das „christliche Abendland“, der Vatikan anerkennt Palästina, jede Äußerung von Papst Franziskus wird weltweit...

  • 10.01.16
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Zeitdiagnose | Teil 03
Natürlich geht es auch um das christliche Abendland

Die Terrornacht von Paris stellt auch Europa einmal mehr die Frage nach seiner Identität. Schon bemerkenswert, zu welchen Schlüssen die schrecklichen Ereignisse vom 13. November führen: So meint ein als „Terrorismusexperte“ ausgewiesener österreichischer Politikwissenschaftler in einem Interview in der „Kleinen Zeitung“ am Tag nach den Anschlägen: „Ich hoffe, dass gefestigte, demokratische Gesellschaften, wie wir sie in Europa vorfinden, anders reagieren können und wir nicht das christliche...

  • 15.11.15
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Foto: Jonathan Stutz - Fotolia

Zeitdiagnose | Teil 02
Es geht um ein Aussprechen der Rechte und Pflichten

Wenn wir uns als Christinnen und Christen nach dem richtigen Umgang mit dem und den Fremden bemühen, ist ein Blick in die Bibel wohl unumgänglich. Die Flüchtlingsströme, wie wir sie täglich vermittelt bekommen, ihr Unterwegssein und vor allem ihr Fremdsein, erinnern uns an zentrale Erfahrungen und Gedanken aus der Heiligen Schrift. Schon Abraham wird von Gott in das ihm fremde Kanaan geführt: „Ich bin Jahwe, der dich aus Ur in Chaldäa herausgeführt hat“ (Gen 15,7). Fast mit denselben Worten...

  • 15.11.15
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Foto: Maksim Shmeljov, Maksim meljov - Fotolia

Zeitdiagnose | Teil 01
Fremd bin ich eingezogen – fremd zieh ich wieder aus!

Was am Beginn des 19. Jahrhunderts noch als die individuelle Tragik eines heimatlos gewordenen Wanderers gelesen wurde, scheint in diesen Wochen zur gesamteuropäischen Zerreißprobe zu werden. Nicht, dass der Flüchtlingsstrom in die Europäische Union unerwartet gekommen wäre. Die italienische Insel Lampedusa oder auch die spanischen Enklaven Ceuta und Mellila an der marokkanischen Mittelmeerküste sind schon seit Jahren Brennpunkte einer Migrationsbewegung, die von Hunger, Terror, Krieg und nicht...

  • 08.11.15
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