Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Umkehren üben

Zwei Wege führen auf den Gipfel: ein kurzer an der Felskante – technisch anspruchsvoll; ein längerer quer durch ein großes Geröllfeld. Ich entscheide mich, den längeren zu erkunden, denn wir haben unseren Hund dabei. Es ist wie vermutet: Das Geröll rutscht unter den Bergschuhen weg. Zu gefährlich – erst recht für Hundepfoten. Wir treffen die einzig sichere Entscheidung: Umkehren. „Kehrt um!“, appellierte Papst Leo XIV. „voller christlicher Zuneigung“ letzte Woche an die Piusbruderschaft, bevor...

  • 08.07.26

Offen gesagt - Johanna Wäger
Erlebnisse, die bleiben

Was steckt hinter dem „Kaleidio“? Seit 2012 veranstaltet die Katholische Jungschar das österreichweite Jungschar- und MinistrantInnenlager „Kaleidio“. Der Name leitet sich vom Kaleidoskop ab – einem Instrument, das aus vielen bunten Teilen immer wieder neue, einzigartige Bilder entstehen lässt. Genau das spiegelt die Großveranstaltung auch wider: Kinder und GruppenleiterInnen bringen ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten, Erfahrungen, Talente und Sichtweisen mit und kommen in spannenden...

  • 08.07.26

Positionen - Karl Veitschegger
Echt katholisch

„Alles ist möglich, aber nix is fix“ — dieses Lebensgefühl prägt heute viele. Alles wird hinterfragt: Geschlechter, Menschenrechte, religiöse Normen. Das verunsichert. Und unglücklich Unsichere suchen Halt in Bewegungen, Parteien oder religiösen Gruppen, die geschlossene Weltbilder, fixe „Wahrheiten“ und emotionale Heimat anbieten. „Rückwärtsgewandtheit ist in Mode“, warnte Papst Franziskus. So halten etwa die „Piusbrüder“ ein Stück kirchlicher Vergangenheit für den „Katholizismus“ schlechthin....

  • 08.07.26

Mutworte - Josef Promitzer
Mut zum Hören

Aktuell grassiert, so scheint es, eine besondere (Un-)Art der Kommunikation: Die Lust am Missverständnis. Ob in den Nachrichten oder beim Gespräch zwischen Tür und Angel – der Eifer, an einzelnen Worten und Begriffen hängen zu bleiben, statt sich auf den eigentlichen Inhalt des Gesagten zu konzentrieren, kann Beobachtende oftmals verblüffen. Woran liegt das? Möchte man vielleicht, indem man vorschnell urteilt, verhindern, dass die eigene Weltsicht ins Wanken gerät? Im Alltag hat sich vielfach...

  • 08.07.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Wahrhaftig leben

Ingeborg Bachmann, die in Kärnten und in Rom lebte, die in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden wäre und an deren gestundetes Leben der Literaturpreis erinnert, hat in ihrem Werk „Kriegstagebuch“ als junges Mädchen protokolliert: „Mit den Erwachsenen kann man nicht mehr reden.“ Ob das nur damals so war in den Zeiten des Verschweigens, des Verdrängens, der Kriegswunden? Auch wir könnten das Reden wieder lernen: Die Erwachsenen, die Kinder, die Alten, die Jungen, miteinander, nicht gegeneinander,...

  • 02.07.26

DENK_MAL
Das Leben räumen

Mein Lebensalter bringt es mit sich, dass ich mich beim Ausräumen von Kellern und Abstellräumen verstorbener Eltern und Schwiegereltern nützlich mache. Das Räumen in der Wohnung meiner Eltern ist schon 18 Jahre her. Ich sehe mich heute noch mit meinen Schwestern in einem Berg von Ordnern sitzend. Mit jedem Stück Papier in der Hand haben wir das Leben unserer Eltern Revue passieren lassen. Wir hatten Glück, weil wir vorwiegend positive Erfahrungen im Rucksack unserer Eltern-Kind-Beziehungen...

  • 02.07.26

FEDER_SPIEL
Predigt fasten

Die Deutsche Bischofskonferenz hat angefragt, der Vatikan hat geantwortet. Die Antwort ist „nein“. Nein, Menschen ohne Priesterweihe dürfen nicht in einer Messe predigen, auch wenn sie die fachliche Kompetenz hätten. Das klingt eng, hat aber einen sinnvollen Kern: Der Wortgottesdienst innerhalb der Messe soll genauso „Chefsache“ sein wie die Eucharistiefeier. Es soll keine Hierarchie geben, im Sinne von: „Das ist nur der Wortgottesdienst, den können andere vorbereiten.“ Der Priester wird in die...

  • 02.07.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Mehr als nur Management

Bei einer Veranstaltung für Führungskräfte unserer Diözese hielt Pater Christian Marte SJ den Hauptvortrag. Eingeladen waren Verantwortliche aus Ordinariat, Caritas und den Seelsorgeräumen – Menschen, die täglich zwischen geistlichem Auftrag und organisatorischer Realität stehen. Sie erleben viele Herausforderungen des klassischen Managements: Zeitdruck, knappe Ressourcen, komplexe Entscheidungen. Und doch bewegen sie sich in einem Feld, in dem Sinnfragen und Glaubenszeugnis untrennbar...

  • 01.07.26

Offen gesagt - Marko Lantos
Kraft und Orientierung

Warum gehen Lehrlinge auf Wallfahrt? Um Gemeinschaft zu erleben, den Glauben zu stärken und über Zukunft nachzudenken. Das gemeinsame Unterwegssein fördert Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung; abseits des Alltags findet man Zeit für Gespräche und für Reflexion. Ins Leben gerufen hat die Lehrlingswallfahrt Religionsfachinspektor Andreas Gieferl († 2025). Angeregt durch die „Wallfahrt der Völker“ beim Mitteleuropäischen Katholikentag 2004, hatte er die Vision, dass auch wir...

  • 01.07.26

Positionen - Theresia Heimerl
Vorgeschmack auf das Höllenfeuer?

Ein älterer Kollege und ich pflegten einander in der heißen Jahreszeit oft angesichts der überhitzten Büroräume wie folgt zu begrüßen: „Es ist so heiß!“ – „Besser in dieser Welt schwitzen als in der nächsten ...“ (gemeint ist das Höllenfeuer). Mittlerweile ist es noch heißer geworden, Klimaanlage gibt es noch immer keine, der Kollege ist in Pension und ich, wenn möglich, im Homeoffice. Es sieht so aus, als bräuchten wir sehr bald das Höllenfeuer nicht mehr zu fürchten. Schließlich sind wir...

  • 01.07.26

Mutworte - Christa Carina Kokol
Notfall egal

Diese Mutworte schreibe ich heute als Fortsetzungsgeschichte: Vielleicht erinnern Sie sich noch an meinen schmerzhaften Insektenstich. Tags darauf musste ich deswegen einen Termin im Wirbelsäule-Fitnesscenter absagen. Dort meldete sich „Assistent Andy“. Bald wusste ich, dass ich es mit KI zu tun hatte. Das Gespräch konnte beginnen. Er: „Was ist dein Anliegen? Ich: Terminabsage“. Er: „Wann?“ Da diese zu kurzfristig war, wollte er sie nicht akzeptieren. Ich: „Kann ich den Chef sprechen?“ Er: „Ich...

  • 01.07.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Fürs Stammbuch

Zu den großen Schätzen aus meiner Kindheit zählt ein Stammbuch. Den grünen Ledereinband ziert eine Goldprägung, und im Laufe meiner Schulzeit füllten sich die blütenweißen Seiten mit Zeichnungen und Sprüchen. Einer davon begleitet mich bis heute: „Man sieht nur mit dem Herzen gut – das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.“ Im Lauf der Zeit lerne ich die Worte besser kennen. Erfahre, von wem sie stammen – dem französischen Piloten und Autor Antoine de Saint-Exupéry. Bekomme eine Idee davon,...

  • 24.06.26

Offen gesagt - Gerlinde Paar
Miteinander statt allein

Der Diözesanrat schrieb einen offenen Brief an die Landesregierung – warum? Als Diözesanrat muss man manchmal auch laut sein. Als Vertretung von rund 700.000 steirischen KatholikInnen gibt es kaum ein wichtigeres Thema für uns als ein gelingendes, friedliches Zusammenleben. Seit 2011 bildet die „Charta des Zusammenlebens in Vielfalt“ die Basis für eine einzigartige Integrationspartnerschaft. Über Parteigrenzen und Konfessionen hinweg haben 43 Organisationen dieses Fundament mitgetragen. Es hat...

  • 24.06.26

Positionen - Christian Teissl
Von Abschied zu Abschied

Du bist zum ersten Mal in einem fremden Haus zu Gast; ein lange geplantes Gespräch kommt endlich zustande; die Stunden vergehen wie im Flug. Als du aufbrichst, begleiten deine Gastgeber dich zur Tür. Du verreist für ein paar Wochen; deine Liebsten begleiten dich zum Zug. Ihr winkt einander zu, bis ihr den Blickkontakt verliert, dann schreibt ihr euch noch ein paar Zeilen: „Alles Gute unterwegs!“ – „Auf Wiedersehen im Herbst!“. Du verlässt bei Dienstschluss das Büro. Dein Gegenüber unterbricht...

  • 24.06.26

Mutworte - Ruth Zenkert
Wer Glut haben will

Eines Tages erhielten wir eine unverhoffte Einladung: Zwei Mädchen überbrachten sie von ihrem Chef. Wir würden staunen, wer es sei! Neugierig gingen wir mit. Vor einem Abbruchhaus erschien Mihai, unser gefürchteter „Rocker“. Er beherbergte hier neun Jugendliche, mit denen wir nicht fertiggeworden waren. Er berichtete, dass er morgens alle wecke und jeder eine Aufgabe habe. Sogar ein Abendgebet hatte er eingeführt. Als wir aufbrechen wollten, verriet er sein Anliegen. Jetzt kommt der Preis für...

  • 24.06.26

DENK_MAL
Lebens-Erfahrungen

„Der Weg ist das Ziel“, so lautet ein bekannter Sinnspruch. Für den chinesischen Philosophen Konfuzius waren der Prozess, das Lernen und die Erfahrungen im Leben ebenso bedeutsam wie letztendlich das Ergebnis. Für mich gehört das Unterwegs-Sein mit einem Verkehrsmittel dazu. Wenn ich etwa mit meinem Wagen länger in einem Stau stehe oder der Zug mitten auf der Strecke auf einmal anhält, versuche ich mich darüber nicht zu ärgern. Stattdessen rufe ich mir diesen Satz wieder in Erinnerung. Ich...

  • 22.06.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Wie das Leben läuft

Es wird Sommer, Zeit der Sehnsucht, der Vorfreude, des Reisens, der Kreativität, des Gestaltens, der Seele und der Ferien. Auch des miteinander Redens, der Esskultur, des Hörens und Staunens, der Begegnung mit Gott, Mensch und Natur. Der eigene Garten, Wald, Wiesen, Almen, Berge und Seen, Wanderschuhe, Rucksack und Badezeug können genügen. Auch die Erkenntnis: Ohne Musik und Literatur, ohne Begegnung mit dem Schönen, ohne Kultur und Ziele kann der Mensch taub, blind und sprachlos werden. Das...

  • 22.06.26

FEDER_SPIEL
Nur ein Name?

13.000 Menschen versammelten sich letzte Woche in Brünn (Brno). Anlass war die erste Seligsprechung von Priestern, die in der kommunistischen Tschechoslowakei der 1950er-Jahre aufgrund nie erwiesener Vorwürfe als eine Art Warnsignal hingerichtet wurden. Es dauert nach dem Ende einer Diktatur (hier 1989) wohl 30, 40 Jahre, bis die Aufarbeitung in Schwung kommt. Noch viele Lebensgeschichten werden wir hören, in denen Menschen unter der Gewalt des sozialistischen Staatsapparats gelitten haben. Wie...

  • 22.06.26

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Fußball ist synodal

„Wer den Ball nicht passen kann, hat das Spiel noch nicht verstanden, auch wenn er Talent hat.“ So ist in einem Post von Papst Leo XIV. zur Fußball-Weltmeisterschaft zu lesen. Der Fußball zeige uns: „Das Leben ist kein Wettlauf, um sich allein zu profilieren, sondern ein Weg, den wir gemeinsam gehen lernen.“ Wer nicht mit anderen und für andere leben könne, habe auch das Wesen des Lebens nicht verstanden. Oft ärgere ich mich – als Zuschauer ebenso wie als Spieler –, wenn einer zu „ballverliebt“...

  • 17.06.26

Offen gesagt - Mag. Erich Hohl
Wachsam sein

Was macht die Kirche für Geflüchtete? „Ein entscheidender Prüfstein für soziale Gerechtigkeit ist heute die Situation der Migranten, der Flüchtlinge und all jener, die aufgrund von Armut, Gewalt, Klimawandel und Umweltkatastrophen zur Flucht gezwungen sind.“ Dieser Gedanke aus der Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XIV. ist auch eine Herausforderung für die Steiermark. Bei allem politischen und gesellschaftlichen Gegenwind gibt es Gott sei Dank Einrichtungen, Initiativen und...

  • 17.06.26

Positionen - Elisabeth Wimmer
So alt, so jung – Lebenszeiten

Ich bin unterwegs auf dem altehrwürdigen „Frankenweg“: Er führt von Canterbury (England) in west- und südeuropäische Regionen. Vor gut 1000 Jahren wurde seine Route erstmals beschrieben, doch ging man wohl schon früher hier auf Handelsreise oder Pilgerschaft oder suchte bessere Lebensbedingungen. Der Weg und ich – für zwei Wochen gesellen wir uns zueinander, ein winziges Streifen meiner Lebenszeit an sein altes Erbe. Vielleicht freut ihn das. Jedenfalls lässt er mich – wie Wege das oft tun –...

  • 17.06.26

Mutworte - Christa Carina Kokol
Liebe ist Sieger

„Sonne, Eis und Badespaß, ab geht es ins kühle Nass ... Wäre es nur immer Sommer, träume ich ganz ungestresst – doch es gibt auch ‚kalte‘ Tage – Leben ist nicht nur ein Fest.“ Ja, wir kennen diese Tage nur zu gut, ausgelöst durch schwere Ereignisse im Großen wie im Kleinen; aber auch die alltäglichen Plagegeister, wie jenes Insekt, das meinen Fuß richtiggehend „zernagelt“ hat. Humpelnd machte ich mich auf den Heimweg. Schmerz lass nach! Und doch wurde mir dieser Gang erträglich gemacht: Fremde...

  • 17.06.26

Kommentar von Lydia Kaltenhauser
Lobgesang des Gehirns

„Frag’sch einfach ChatGPT“, gibt ein Volksschüler dem anderen als Tipp, als diesem nichts für den Aufsatz einfällt. Jetzt nimmt sich der Papst der Sache an. Fällt es Ihnen auch auf? (Scheinbar) elaboriert klingende Texte schießen wie Schwammerln aus dem Boden. (Scheinbar) aufwändig gestaltete Plakate für jedes noch so kleine Event ebenso. Künstliche Intelligenz (KI) ist allgegenwärtig. Einfach einen „Prompt“ (Aufforderung) eingeben und zack, fertig. Hinterfragt wird wenig, solange es „schön“...

  • 15.06.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Angst beim Elfmeter

Die Fußballweltmeisterschaft stellt die Welt auf den Kopf, mehr, als zugegeben: Glanzbroschüren, Stickers, Fußballer als Playmobil. Überbuchte Flüge, sündteure Tickets und Hotels, pralle Geschäfte, Großbildschirme zu Sonderpreisen. Supermärkte bieten Snacks, Brot und anderes im Fußballformat. Zu den alten Accessoires kommen neue hinzu, denn Kappen, Schals, Fähnchen und T-Shirts waren schon gestern. Auf Wetten wird gesetzt, die Fernsehanstalten pokern und über den Preis der Fußballstars wird...

  • 11.06.26

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