Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Von Senioren für Senioren: Eva Lasslesberger
Gottes Bodenpersonal

„Ich gehöre zu Gottes Bodenpersonal“ steht auf meinem Kaffeehäferl, das ich vor langer Zeit einmal geschenkt bekommen habe. Meistens muss ich schmunzeln, wenn ich das lese, immer wieder aber stimmt mich dieser „Hinweis“ auch nachdenklich. Ist er nicht, wenn auch vielleicht etwas salopp formuliert, ein Aufruf, im Sinne Jesu zu handeln? Jesus war ein Mann des Friedens. Im Gottesdienst ist oft vom Frieden die Rede: der Friede sei mit euch, heißt es, gebt einander ein Zeichen des Friedens, geht...

  • 12.02.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt
Konfetti & Klarheit

Einmal im Jahr spielt uns der Kalender eine kleine Pointe zu. In dieser Ausgabe des SONNTAGSBLATT treffen der Höhepunkt des Faschings und der Beginn der Fastenzeit aufeinander. Der christliche Glaube erwartet nicht, das Leben auf eine einzige Farbe zu reduzieren. Er kennt das Bunte und das Ernste, das Leichte und das Schwere. Fasching schenkt uns einen Blick auf die heitere Seite – was viele lustige pfarrliche Veranstaltungen auf unseren Hinweisseiten verdeutlichen. Und dann beginnt die...

  • 11.02.26

Positionen - Elisabeth Wimmer
„Veronika“

Jö, eine g’scheite Kuh! Tierbilder sind beliebt: wie jüngst das Foto von der Kuh Veronika aus dem Gailtal, die sich mit einem Lang-stiel-Besen das Fell kratzt. Berühmt wurde das Tier nicht, weil es uns unterhält, sondern weil es so klug ist. Forscher der Wiener Veterinärmedizinischen Universität haben von ihren Studienergebnissen berichtet: Veronika kann einen Besen gezielt als „Mehr-zweck-Werkzeug“ benutzen. Sie dreht den Besen um, je nachdem, wo es juckt. Das hat man bei Rindern bisher noch...

  • 11.02.26

Mutworte - Josef Promitzer
Über Mut

Was ist Übermut? Schnell denke ich an Situationen, die mit Unvernunft und Übertreibung einhergehen. Andererseits fällt mir auch eine heiter-ernstgemeinte Bemerkung der Theologin und Kirchen-Clownin Gisela Matthiae ein: Übermut bedeutet für sie, dass viel Mut übrig ist. Ein schöner Gedanke: Ich habe noch mehr als genug Mut vorrätig, um auch spontan in herausfordernden Momenten über meinen Schatten springen zu können. Vielleicht kann man auch Jesus als übermütig bezeichnen, weil er offenbar die...

  • 11.02.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
DANKE MAXIMILIAN!

„Maximilian“, antwortete er am Festnetz. Es waren gute Gespräche: Über Kirche, Gesellschaft, über alles, was Menschen bewegt. Das letzte Telefonat war gezeichnet von Schmerz. Doch seine Freude am Menschsein und Christsein blieb auch im Abschied stark. In Liebe wollte er dienen, Gott und den Menschen. Über Wunden, die ihm zugefügt wurden, schwieg er, er sah zuerst das Gute. Er war Güte und Demut, voller Dank und Geduld, beschenkt mit Freude und Vertrauen. Nicht Streit, sondern Versöhnung war...

  • 05.02.26

DENK_MAL
Narren

Das Gleichnis vom reichen Narren (Lukas 12,13–21) ist eine Parabel über die Vergeblichkeit, Sicherheit im Reichtum zu suchen. Ein reicher Kornbauer plant, seine Scheunen zu vergrößern, um sich ein sorgenfreies Leben zu sichern, stirbt aber unerwartet. Ein geopolitischer Blick lässt den Rückschluss zu, dass wir es heute mit vielen Narren zu tun haben. Xi Jinping, der chinesische und der russische Staatspräsidenten Wladimir Putin unterhielten sich angeblich über die Unsterblichkeit. Ein anderer,...

  • 05.02.26

FEDER_SPIEL
SMART UND FREI

„Tausende Schüler:innen ohne Smartphone!“ Diese Vision entwirft die vom ORF eingerichtete Webseite „handyexperiment.at“. Wer hätte nicht Lust, sich der „ultimativen Challenge“ anzuschließen?! Noch dazu liegen die drei dafür vorgeschlagen Wochen (4.–24. März 2026) in der Fastenzeit. Handyfasten – das neue Autofasten? Zu überlegen ist es. Es gibt übrigens verschiedene Schwierigkeitsgrade der Handy-Askese. Nicht alle müssen auf ihr Smartphone zu hundert Prozent verzichten, um größere innere...

  • 05.02.26

BLICK_WINKEL
Von Mariazell (und von Fátima und Lourdes)

Das Personal der Kirche wird nicht selten auf die Probe gestellt. So geschah es etwa einmal, dass eine Frau in der Basilika von Mariazell an einen Priester herantrat und klagend-fordernd anmerkte, „warum hier nicht mehr von der Spiritualität von Fátima zu merken sei?“ Der Pater antwortete, dass man das so nicht sagen könne und er deutete zu den Bänken, auf denen sich gerade das Volk zum Gottesdienst niedergelassen hatte: „Schauen Sie doch mal, da vorne sitzt der Bürgermeister von Fátima!“ – Ein...

  • 05.02.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Hirte, Herde, Lamm

In Österreichs Kirchen haben kürzlich Leitungswechsel stattgefunden: Da wurde Josef Grünwidl zum neuen Wiener Erzbischof geweiht, und die Evangelische Kirche Kärnten/Osttirol führte Andrea Mattioli feierlich ins Amt der neuen Superintendentin ein. Kirchen, Gemeinden oder gar ein Land gut weiterzuentwickeln – das erwarten wir von Menschen, die in leitenden Funktionen tätig sind. Selbst dann, wenn uns die „Oberhäupter“ jeglichen Geschlechts nicht zu Gesichte stehen. Ob auf meiner Wellenlänge oder...

  • 04.02.26

Offen gesagt - Sr. Franziska Madl
Keine Massenbewegung

Sind Ordensgelübde noch zeitgemäß? Wir versprechen in unseren Gelübden, nach den evangelischen Räten zu leben. Dazu gehören Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Sie leiten sich aus den Schriften des heiligen Paulus ab und nennen sich bewusst „Räte“, denn es sind keine Anweisungen oder Befehle. Sondern es ist ein Rat, an den man sich halten kann – und Ordensleute entscheiden sich nach eingehender Vorbereitungszeit bewusst, sich daran zu halten. Diese Gelübde waren nie zeitgemäß und müssen es nicht...

  • 04.02.26

Positionen - Leopold Neuhold
Narr in Christo

Schon im Mittelalter wurde das Fest der Narren gefeiert. Im Rahmen des Narrentreibens übernahm etwa der jüngste Ministrant für einen Tag das Bischofsamt, der „Dorftrottel“ das des Bürgermeisters. Solches Treiben war der Obrigkeit ein Dorn im Auge, es nagte an ihrer Autorität. Mit diesem Umsturz der sozialen Ordnung – für einen Tag – sollte gezeigt werden: Es könnte anders sein – und besser. Also Narren an die Macht? Diese Forderung scheint heute überflüssig, weil mancherorts erfüllt. Aber wird...

  • 04.02.26

Mutworte - Ruth Zenkert
Der Roma-Junge auf dem Papststuhl

Bevor die Wächter herbeieilen konnten, war Catalin wieder aufgesprungen. Einmal, nur kurz, hatte er in der Audienzhalle des Vatikans auf dem weißgepolsterten Stuhl sitzen wollen, auf dem sonst nur der Papst sitzen darf. Rasch war der Bub wieder bei seinen Freunden, mit denen er aus Rumänien nach Rom angereist war. Vor acht Jahren standen wir in einer kleinen Hütte am Bett seiner kranken Mutter und beteten. Der Krebs war stärker als sie. In der Nacht starb sie. Der Vater wusste nicht, wie er...

  • 04.02.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Überfordert

Ohne krank zu jammern, müssen wir zugeben, dass wir Überforderte sind. Die Gesellschaft, die Kirche, die Politik, die Wissenschaften, die Kultur, die Welt, die Menschen. Die Alten bleiben auf der Strecke, mehr noch die Jungen, ihre Armut ist groß. Unsicherheiten, Hass, Ohnmacht, mangelnde Orientierung, Verschwörungen, Verdächtigungen, Aggressionen nehmen zu, auch Selbstzweifel, Minderwertigkeitsgefühle und Ängste, die Last drückt. Es scheint, wir haben uns nicht im Griff, die Welt ist eine...

  • 29.01.26

DENK_MAL
Nicken oder widersprechen?

Seit Monaten hält US-Präsident Donald Trump die Welt in Atem. Er fühlt sich weder langjährigen politischen Partnern noch der Wahrheit verpflichtet. Sprunghaft verordnet er Zölle und droht mit militärischem Einschreiten. Die europäischen Politiker:innen sind in einem Dilemma. Hofieren sie Trump, setzen sie ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Leisten sie Widerstand, könnte Trump gekränkt mit noch härteren Maßnahmen reagieren. „Sie müssten mutiger sein“, wird immer wieder festgestellt. Ich frage...

  • 29.01.26

FEDER_SPIEL
RÄTSEL IN HOHER RUNDE

Was konnte so wichtig sein, dass die erst im November in ihr Amt eingeführte evangelische Bischöfin Cornelia Richter nicht an der Bischofsweihe von Josef Grünwidl teilnahm? Die Frage bewegte mich ein wenig während der schönen Weiheliturgie, bis zu dem Zeitpunkt, als sich 17 Repräsentant:innen der Ökumene vor dem Altar aufstellten, um dem neuen Wiener Erzbischof den Aaronsegen zu spenden. Denn sie war anwesend! Ebenso wie ihre altkatholische Kollegin im Amt, Maria Kubin. Sie war nur nicht...

  • 29.01.26

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Eine Verfrühung

Die Deutsche Bahn ist wegen ihrer notorischen Verspätungen in Verruf geraten. Bei meiner Heimreise vom Filmfestival in Saarbrücken erlebte ich das Gegenteil. Ein bestens gelaunter schwäbischer Zugführer machte die Durchsage: „Wir erreichen Ulm 13 Minuten früher als geplant. Ich bitte Sie, die durch diese Verfrühung entstehenden Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Die Verfrühung wird Ihnen selbstverständlich bei der nächsten Verspätung gutgeschrieben.“ In unserem meist minutiös getakteten Leben...

  • 28.01.26

Offen gesagt - Bianca Friesenbichler
Selbstbestimmt Frau sein

An wen richtet sich euer neues Projekt und was wird angeboten? Selbstbestimmt Frau sein“ ist ein neues Bildungs- und Vernetzungsprojekt. Es richtet sich an Frauen im ländlichen Raum, die beruflich, familiär oder ehrenamtlich viel leisten und sich selbst dabei manchmal zu wenig Raum geben. Wir wollen Frauen dabei unterstützen, ihre Selbstbestimmung zu stärken, berufliche Chancen zu erkennen und die Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Ehrenamt neu zu denken. In verschiedenen Veranstaltungen...

  • 28.01.26

Positionen - Svjetlana Wisiak
Einmal „mit ohne“

Recht hell, so ein alkoholfreier Radler, denke ich mir, während ich beim Einschenken unter Einsatz all meiner Talente eine Schaumkrone ins Glas modelliere. Nicht lange dauert es, bis ich mir die Sinnfrage stelle: Ist es denn so ein kümmerliches Schaumhäufchen wert, das Kalorienkonto des heutigen Tages zu belasten? Schon längst ist der Grübel-Apparat voll im Gange und einmal mehr sind wir an dem Punkt angelangt, die Faszination am „Dry January“ – also dem Alkoholverzicht im Jänner – zu...

  • 28.01.26

Mutworte - Josef Promitzer
Zeit der Mutigen

Anfang dieses Jahres habe ich es, nach langem Zögern, endlich getan: Ich habe mich einem Buchklub angeschlossen. Seither treffe ich mich regelmäßig mit Anderen, die so gerne lesen wie ich. Der Schritt brauchte bei mir Überwindung. Denn es ist nicht einfach, sich neu einer Gruppe anzunähern, in der bisherige Mitglieder einander kennen und in der es eigene, erst zu entdeckende Regeln gibt. Auf die Frage, welches Buch ich zuletzt gelesen habe, antwortete ich mit „Zeit der Mutigen“. Das...

  • 28.01.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Frommes Spektakel

Unlängst wurde in den Burgenlandnachrichten von abendlichen „Themengottesdiensten“ berichtet, in Graz waren es sogar die Harry Potter-Gottesdienste im Umfeld der Evangelischen Gemeinden. Aber auch die katholische Kirche hinkt nicht nach. Es gibt Kinogottesdienste, meist mit Lichteffekten, Filmen und Sound, möglichst theatralisch und laut. Sogar Feuerspiele in Kirchen sind möglich. Je spektakulärer, desto besser? Der Zelebrant wird zum „heiligen“ Showmaster, zum Fernsehprediger mit religiöser...

  • 23.01.26

FEDER_SPIEL
Reife braucht Zeit

Der Christbaum ist abgeräumt, abgebaut, entsorgt, im Wohnzimmer ist wieder mehr Platz. Was noch nicht abgebaut ist, sind die Barbarazweigerl. Denn sie blühen noch. Wir sollten aufpassen, meinte unsere Tochter im Scherz, dass nicht noch Kirschen wachsen im Wohnzimmer. So gut mir das blühende Zeichen der Hoffnung im Winter gefällt, ist es doch ernüchternd. Denn so, wie eine Schwalbe sprichwörtlich noch keinen Sommer macht, machen auch die Blüten am Barbarazweigerl keinen Frühling. Im übertragenen...

  • 23.01.26

DENK_MAL
Gespräche in der Rumpelkammer

Vor Kurzem war ich zur Unterstützung bei der Erstkommunionsvorbereitung meines Sohnes. Diesmal stand auf dem Plan, die Kirche, ihr Mobiliar und verschiedene Begriffe der Liturgie besser kennenzulernen. Nach den kindgerechten Erklärungen des Ambo, der Sedilien (Sitz des Vorstehers der Liturgie und seiner Assistenz, Anm. d. Red.), des Kreuzweges und des Weihwasserbeckens kamen wir zum Beichtstuhl. Der Kooperator (= Kaplan) erklärte, worum es dabei ging, und wollte schon weiterziehen, als ein...

  • 23.01.26

Aus meiner Sicht
Sprache hat Wirkung

In den ersten beiden Wochen dieses Jahres wurden in Österreich bereits zwei junge Frauen ermordet. Was die Fälle verbindet? Der Täter war kein Fremder, sondern ein Lebens- oder Sexualpartner. Bei solchen Nachrichten überkommt mich ein Gefühl der Machtlosigkeit: Was könnte ich als Einzelperson überhaupt tun, damit in Beziehungen weniger Gewalt geschieht? Als ich meine Ratlosigkeit auf einer Social-Media-Plattform teilte, bekam ich einen klugen Gedanken zurück: Wir alle können uns darum mühen,...

  • 22.01.26

Positionen - Karl Veitschegger
Gott inkognito

Eine ältere Dame betritt das Studio der TV-Sendung „Bares für Rares“ mit einem wunderschönen Ring. Diesen Ring, erzählt sie, habe ihre Tante in den 30er-Jahren von ihrem Geliebten erhalten. Der Mann war verheiratet und Jude. Unter dem Nazi-Regime drohte ihm und seiner Familie grausame Vernichtung. Die Geliebte versuchte, dem Geliebten und seiner Familie über einen bekannten SS-Mann zur Flucht zu verhelfen. Der SS-Mann war dazu bereit, verlangte aber als Gegenleistung, dass sie ihm sexuell zu...

  • 22.01.26

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