Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Das Übel in der Fremde

Was heute Corona ist, war früher die Pest – zumindest was die öffentliche Meinung betrifft. Diese tickt in solchen Situationen nach vergleichbaren Strickmustern. Damals wie heute sucht man den Ursprung des Übels im Fremden. Christen waren an diesem grausamen Spiel jahrhundertelang an vorderster Front beteiligt. Und das, obwohl sie zur Zeit des römischen Reichs selbst unter die Räder gerieten – etwa als willkommene Sündenböcke für unerklärliche Seuchen. Wer das Übel im Fremden sucht, landet...

  • 05.06.20

Schlusspunkt von Józef Niewiadomski
Die "Blume der Ehrlichkeit"

Der junge Thronfolger schaute unsicher in die Zukunft. Unerwartet war sein Vater gestorben, nun musste er die Geschicke des Landes lenken. Sein erfahrener Erzieher hatte ihm geraten, eine ehrliche und kluge Frau zu heiraten, die ihm zur Seite stehen sollte. Und er gab ihm auch einen Tipp, wie er diese Frau finden könne. Viele Kandidatinnen meldeten sich. Ihnen allen wurde ein Same überreicht, mit der Bitte, in den nächsten sechs Monaten daraus eine wunderschöne Pflanze zu ziehen. Eine arme,...

  • 05.06.20

LESERbriefe und Anmerkung der Redaktion:

Zu „Was für ein Gestank!“ von Franz Josef Rupprecht (Print: Nr. 22 vom 31. Mai, Seite 2.) Gestank schon vorher? Vor einigen Tagen habe ich Ihre Kolumne "Was für ein Gestank!" gelesen. Da Sie hier unzweifelhaft die Vorkommnisse im Dom ansprechen, frage ich mich, ob diese Ausdrucksweise einem katholischen Menschen, und noch dazu dem Chefredakteur einer Katholischen Kirchenzeitung, entspricht. Ich bin entsetzt! Ich verstehe schon, dass Sie dem Herrn Bischof und der Diözese "die Stange"...

  • 04.06.20

Aus meiner Sicht
Chefredakteur Herbert Meßner

Ein Gott, der uns gewogen bleibt. „Bleib mir gewogen!“ So verabschiedete sich Professor Philipp Harnoncourt gern, wenn er uns in der Redaktion besuchte. Das Wirken dieses vielseitigen Theologen, der am 25. Mai gestorben ist, hat eine reiche Ernte hinterlassen. Zu seinem 80. Geburtstag hatte er eine geistige Auseinandersetzung mit der Vorstellung und den Bildern vom dreifaltigen Gott angeregt, verbunden mit einem künstlerischen, literarischen und musikalischen Wettbewerb dazu. Bei einer...

  • 03.06.20

Offen gesagt
Schau auf das Mögliche

Momentan ist durch Corona vieles ungewiss. Was kann helfen, damit umzugehen? Was immer hilft, ist Struktur. Gerade wenn man momentan mehr zu Hause ist als sonst, ist es hilfreich, den Tagesablauf zu strukturieren. Wenn keine Verabredungen oder Termine anstehen, sich trotzdem so anziehen, als würde man aus dem Haus gehen. Wenn man von zu Hause arbeitet, Pausen einplanen und auch wirklich machen. Alles, was einem selbst guttut, hilft, eine Krise leichter zu durchschreiten. Dazu gehört auch...

  • 03.06.20

Positionen, Elisabeth Wimmer
Auf dem Seil

Frühmorgens in Manhattan: Ein paar Menschen schauen nach oben zu den Türmen des World Trade Center. Es ist der 7. August 1974, und die Twin Towers stehen noch unfertig und einigermaßen unhinterfragt an ihrem Platz. Doch dazwischen, in gut 400 Metern Höhe, geht jetzt jemand auf einem gespannten Seil einige Male von dem einen Gebäude zum anderen und zurück, legt sich gar zwischendurch auf das Seil. Diese Geschichte ist wahr und tatsächlich passiert. Der Franzose Philippe Petit hatte seinen...

  • 03.06.20

Auf ein Wort
Kein Spielzeug

Die USA werden seit Tagen von teils exzessiv gewalttätigen Protesten ­erschüttert. Auslöser war der Polizei-„Mord“ am Afroamerikaner George Floyd. Präsident Donald Trump will das Militär gegen Demonstranten einsetzen, um die „Akte von inländischem Terror“ schnell zu beenden. Nach einer Ansprache vor dem Weißen Haus ließ Trump am Montagabend Demonstranten von der Polizei - teilweise unter Einsatz von Tränengas - zurückdrängen, um zur nahegelegenen St. John‘s Kirche zu gehen. Dort posierte er mit...

  • 03.06.20
Screenshot "martinus", Print

"Was für ein Gestank"
Reaktionen auf den Leitartikel und Anmerkung der Redaktion

Zu „Was für ein Gestank!“ von Franz Josef Rupprecht (Print: Nr. 22 vom 31. Mai, Seite 2.) Gestank schon vorher? Vor einigen Tagen habe ich Ihre Kolumne "Was für ein Gestank!" gelesen. Da Sie hier unzweifelhaft die Vorkommnisse im Dom ansprechen, frage ich mich, ob diese Ausdrucksweise einem katholischen Menschen, und noch dazu dem Chefredakteur einer Katholischen Kirchenzeitung, entspricht. Ich bin entsetzt! Ich verstehe schon, dass Sie dem Herrn Bischof und der Diözese "die Stange"...

  • 02.06.20
Franz Josef Rupprecht, Chefredakteur martinus

Was für ein Gestank!

Unlängst lud ich mir Gäste ein. Und einer der Freunde war leider nicht „gut drauf“. Nachdem ihn die anderen schulterklopfend und wohl auch kopfschüttelnd zur Tür begleiteten hat er noch „einen fahren lassen“ so dass es im ganzen Haus gestunken hat! Verzeihen Sie, liebe LeserInnen, meine unverblümte Ausdrucksweise. Diese Geschichte ist zwar frei erfunden, sie entbehrt aber keineswegs der Ähnlichkeit mit jüngsten Ereignissen. Ich habe mit 15 Jahren, als ich noch ein Schüler war, begonnen,...

  • 02.06.20

Schlusspunkt von Józef Niewiadomski
Ottos offener Himmel

„Du armes kleines Pfarrerle, diese Hölle wirst du nicht aushalten“, dachte sich einer der in Dachau inhaftierten Priester beim Anblick des Neuankömmlings. Otto Neururers Durchmarsch durch die Hölle der Konzentrationslager Dachau und Buchenwald stellt ein einzigartiges Zeugnis für die Kraft des Guten dar. Mit Brutalität sondergleichen konfrontiert, fragte er immer wieder auf eine fast kindlich anmutende Art: „Ja, können die Menschen so schlecht sein?“ Einer seiner Mitbrüder staunte bloß über...

  • 28.05.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Botschaft in der Asche

Unsere Blicke waren wie versteinert. Vor uns lag eine verschweißte Büchse. In der Sakristei der Pfarrkirche Götzens waren wir zusammengekommen, um die Urne von Pfarrer Otto Neururer zu öffnen. Verbranntes und Verkohltes – was war noch übrig? Tief prägte sich in mir der Blick ein auf die angesengten Überreste eines Rosenkranzes. Als wäre es ein letzter Hinweis: „Wenn ihr wissen wollt, woran ich mich in finsteren Stunden festgehalten habe, dann war es diese Gebetsschnur…“ Eine verschlüsselte...

  • 28.05.20

Aus meiner Sicht
Chefredakteur Herbert Meßner

„Danke sehr herzlich und vergnügt!“ Auf meinem Handy ist eine SMS vom 30. April gespeichert: „Danke sehr herzlich und vergnügt. jw.“ Dieser Dank von Bischof Johann Weber bezog sich auf ein Foto aus der Studentenzeit von ihm und seinem priesterlichen Weggefährten Leopold Städtler, das wir anlässlich hoher Geburtstage der beiden gebracht hatten. „Danke sehr herzlich und vergnügt.“ Das letzte Wort, das Bischof Weber an mich persönlich gerichtet hat. Sein Abschiedswort. Eine Zusammenfassung...

  • 27.05.20

Offen gesagt
Wieder in der Schule

Wie war die Zeit des Home-schooling, und wie ist es jetzt wieder in der Schule? Es war schon cool, so lange Zeit zu Hause zu sein. Gott sei Dank wohne ich mit meiner Familie in einem Haus mit großem Garten. Mit meiner Mama habe ich immer Zeiten ausgemacht, wann gelernt werden muss. Einiges habe ich mir auch selbst eingeteilt. Wenn das Wetter schön war, bin ich viel draußen gesessen und hab draußen gelernt, zum Beispiel die Englisch-Vokabeln. Meistens hat sich meine Katze dazugesetzt – und es...

  • 27.05.20

Positionen, Alois Strohmaier
Vom großen Glück der Nähe

Von „herzzerreißenden Szenen“ während der Corona-Krise erzählt Mustafa Salkovic, Hausleiter in einem Klosterneuburger Seniorenheim. Der „Kurier“ berichtete in Wort und Bild: Eine betagte Frau mit einem Sträußchen Tulpen im Arm steht vor dem mit Plexiglas abgesicherten Besucherraum. Durch das Glas hindurch sieht man ihren Gatten im Rollstuhl. Seit 60 Jahren sind die beiden verheiratet. Jeden Tag besucht die Frau ihren Mann, um dank der vom Haustechniker geschaffenen „Besucherschleuse“ ein...

  • 27.05.20

Schlusspunkt von Józef Niewiadomski
Christi Himmelfahrt

Eine alte Legende weiß zu berichten, dass der liebe Herrgott nach der Erschaffung der Welt sich die Zeit für eine Audienz nahm. Er lud alle Tiere ein und fragte sie nach ihren Wünschen. Er fragte nicht nur, sondern erfüllte auch die Wünsche. Kaum hatten die Menschen die Sache mitbekommen, schon kamen die ersten Klagen. „Wie konnte er so etwas machen, ohne sich unsere Meinung anzuhören?“ Man beklagte die fehlende Transparenz und die totalitären Züge, die der Schöpfer bei seiner Weltregierung an...

  • 25.05.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Dürftiges Gedenken

Das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs ist öffentlich sehr dürftig über die Bühne gegangen. Das ist umso bedauerlicher, als mit Blick auf diese Zeit Einsichten zu gewinnen sind, die wir dringend brauchen. Vorzeigecharakter hatte das Programm des ORF. Was da an gut aufbereiteten Sendungen zu sehen war… alle Achtung! Die Bilder lieferten ein Lehrstück, wozu Menschen fähig sind. Dabei kann einem angst und bange werden. Wie recht hat der einst in Innsbruck lehrende Jesuit und Philosoph...

  • 25.05.20

Auf ein Wort
Rückkehr

Im Englischen gibt es zwei Worte für Himmel, ­nämlich „sky“ und „heaven“. Das bevorstehende Fest Christi Himmelfahrt hat nichts mit dem atmosphärischen oder astronomischen Himmel (sky) zu tun. Man sagt ja nicht: „Christi Raumfahrt“. Vielmehr geht es bei dem Fest um die Rückkehr des auferstandenen Christus in den Bereich Gottes (heaven). Genau vierzig Tage lang nach Ostern war Christus noch als Auferstandener und Verwandelter auf der Erde und zeigte sich den Jünger/innen. Jesus löste sich...

  • 20.05.20

Aus meiner Sicht
Eine Flamme, die nicht erlischt

Manchmal ist es eine Geburtstagsüberraschung oder einfach ein Gag, wenn die Kerzen auf der Torte sich nicht ausblasen lassen. Das kann manch Überraschten auch verwirren. So wie mich eine Kerze, mit der ich beim ersten wieder größeren Sonntagsgottesdienst mit der Gemeinde unsere Osterkerze anzünden wollte. Da das Ewige Licht, von dem ich mittels einer schmalen Hilfskerze das Licht zur Osterkerze bringen wollte, schon tief drin im Gefäß brannte, habe ich vorher ausprobiert, ob das klappt. Dann...

  • 19.05.20

Offen gesagt
Kirchenmusik anders

Wie waren die letzten Wochen für Sie als Kirchenmusiker? Für mich persönlich waren sie nicht ganz schlimm, da ich mit meiner Familie in Thörl auf einem kleinen Bauernhof lebe. Dort habe ich auch eine Übe-Orgel, und in den letzten Wochen hatte ich viel Gelegenheit zu üben. Auch bin ich endlich dazugekommen, Noten zu sortieren – zu Hause wie auch in der Pfarre. Mein Dienst bei den Gottesdiensten war natürlich nicht möglich, und auch die Chorproben der Stadtpfarrkantorei und des Kinderchores...

  • 19.05.20

Positionen, Karl Veitschegger
Krise und Phantasie

Krisensituationen regen die Phantasie an. Und das ist zunächst einmal gut. Menschen entwickeln erstaunlich gute Ideen, um sich und anderen zu helfen, Not zu lindern, Krankheiten zu besiegen usw. Aber es gibt auch die dunkle Seite: Verschwörungsphantasien. Beim Brand Roms bezichtigte Nero die Christen, Feuer gelegt zu haben; in der Pestzeit beschuldigten Christen die Juden, Brunnen zu vergiften; am Anfang der Neuzeit verurteilten katholische und protestantische Richter Hexen als Ursache für...

  • 19.05.20
Martin Kolozs, Publizist.

Heilsquelle

Nahe meiner Wohnung steht ein fast zweihundert Jahre alter Brunnen, den als Standbild die heilige Margareta von Antiochia mit dem Drachen schmückt; über den beiden Wasserauslässen liest man in den grauen Stein geschnitten das Wort Salus (Heil), welches sowohl das Versprechen der Quelle sowie die Hoffnung der davon Trinkenden ausdrückt. Zu Beginn der Corona-Krise hat eine Frau dort mehrere Kerzen aufstellt und selbstverfasste Gebete dazwischen gesteckt, und ich befürchtete, dass dieses kleine...

  • 19.05.20

Auf ein Wort
Das Beste versuchen

Haben Sie‘s schon gehört oder gelesen? Die Corona-Pandemie könnte von „Mächten und Söhnen der Finsternis“ genutzt werden, um eine „Weltregierung“ zu schaffen, „die sich jeder Kontrolle entzieht“. Das sagen einige Kardinäle und Bischöfe, emeritierte und ­amtierende - siehe dazu den Beitrag „Theologe: Abspaltung nicht ausgeschlossen“ auf Seite 14 der aktuellen KirchenBlatt-Ausgabe. Ich möchte hier nicht über krude Verschwörungstheorien, die Plausibilität von Regierungsentscheidungen oder...

  • 14.05.20

Schlusspunkt von Jozef Niewiadomski
Erinnerung an Johannes Paul II.

Viele Menschen haben Gästebücher. Darin sind meistens Worte des Dankes zu finden. Unter Umständen kann man nach Jahren in einem Gästebuch eine kleine Sensation entdecken. So auch in diesem Fall: „Für Eure Gastfreundschaft, mit der wir auf unserer Durchreise nach Rom zum II. Vatikanischen Konzil im Bischöflichen Seminar aufgenommen wurden, danken wir vielmals. Wir erbitten für Euch alle himmlischen und irdischen Güter. Dasselbe sagen wir mit einem traditionellen Kürzel unserer polnischer...

  • 14.05.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Wertsteigerung

Es gibt sie, die Corona-Gewinner: zum Beispiel Firmen, die in den vergangenen Wochen um mehr als 1000 Prozent an Wert gewonnen haben. Und die Kirche? Ihre Aktien steigen, wenn sie glaubwürdig zeigt, wofür sie gut ist – für die Verbindung mit Gott und den Menschen. Der Zammer Drive in-Gottesdienst ist ein Beispiel dafür. Nicht weniger beeindruckend: In Pettneu haben Bauersleute jeden Tag in der Früh einen Betschemel vor die Sebastiani-Kapelle gestellt und abends wieder verräumt. Ob im Auto oder...

  • 14.05.20
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