Burgenland | martinus - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

DENK_MAL
Neun Wochen Kinderzeit

Gerade laufen die Schulferien, das heißt: neun Wochen kein Unterricht, neun Wochen keine Nachmittagsbetreuung, neun Wochen, in denen der Nachwuchs ständig zuhause ist und die Eltern in Beschlag nimmt. Das kann anstrengend, nervenaufreibend und organisatorisch herausfordernd sein. Als Vater von zwei Kindern – ohne Großeltern vor Ort – weiß ich das: Neben der Arbeit muss man „da sein“, egal, was beruflich ansteht oder welcher Druck auf einem lastet; man muss sich mit dem Partner absprechen,...

  • 30.07.26

FEDER_SPIEL
Woher kommt die Kraft

Glücklich, wer an heißen Tagen im kühlen Wasser baden kann. Die meisten Badeseen in Österreich laden trotz Regenknappheit dazu ein. Doch der Wassermangel ist spürbar. Kleinere Wasserkraftwerke stehen still und produzieren keinen Strom. Smart Homes, Künstliche Intelligenz, Kryptowährungen und die alles bestimmende Digitalisierung brauchen aber viel Strom. Für alternative Stromerzeugung sind kreative Ideen gefragt. Wird bald jeder Mensch ein kleines Kraftwerk sein? Man könnte nicht nur beim...

  • 30.07.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Pilgern und Wallfahren

Sommerliche Zeiten sind für viele Menschen, unabhängig vom Lebensalter, Zeiten des Pilgerns, der Wallfahrt. Wer ein Vierteljahrhundert in Mariazell die Wallfahrer und andere begleitet hat, darf darüber mit Ehrfurcht denken. Nicht jeder Weg zu einem Wallfahrtsort, nicht jede Pilger-App, nicht jede Kraftanstrengung macht die Menschen zu Pilgern, auch nicht der Pilgerort. Manche kehren am Ziel um, bevor sie wirklich ankommen. Sie brechen nicht wirklich auf, denn es kommt zu keiner Begegnung mit...

  • 23.07.26

DENK_MAL
Zeiten-Wende

„Die Hitze der Stadt ist im Sommer brutal“, sang Reinhard Fendrich im Sommer 1982 in „Oben ohne“. An diesen Sommerhit kann ich mich zwar selbst nicht mehr erinnern, jedoch an die Hitze der Sommer in meiner Jugend. Heiß ging es in den vergangenen Wochen nicht nur hierzulande, sondern auch auf dem „grünen Rasen“ in den USA her. Gemeinsam mit meinem Sohn fieberte ich bei jedem „Mätsch“ unserer Nationalmannschaft mit und hielten die Daumen. Geholfen hat es ihnen wenig. Die Weltmeisterschaft...

  • 23.07.26

FEDER_SPIEL
Sommerpause

Die „Sommerpause“ (oder auch „Saure-Gurken-Zeit“ genannt) ist natürlich eine künstliche Erfindung. Eleganter ausgedrückt: ein kulturelles Phänomen. Denn das Leben in all seinen Facetten geht weiter, auch wenn der Ministerrat gerade nicht wöchentlich zusammentritt und im Parlament keine Plenarversammlungen stattfinden. Künstliche Erfindungen wie diese haben aber durchaus ihren Sinn. Die Distanz zu den Ritualen der Berichterstattung kann helfen, Themen den angemessenen Stellenwert zu geben....

  • 23.07.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Wahrhaftig leben

Ingeborg Bachmann, die in Kärnten und in Rom lebte, die in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden wäre und an deren gestundetes Leben der Literaturpreis erinnert, hat in ihrem Werk „Kriegstagebuch“ als junges Mädchen protokolliert: „Mit den Erwachsenen kann man nicht mehr reden.“ Ob das nur damals so war in den Zeiten des Verschweigens, des Verdrängens, der Kriegswunden? Auch wir könnten das Reden wieder lernen: Die Erwachsenen, die Kinder, die Alten, die Jungen, miteinander, nicht gegeneinander,...

  • 02.07.26

DENK_MAL
Das Leben räumen

Mein Lebensalter bringt es mit sich, dass ich mich beim Ausräumen von Kellern und Abstellräumen verstorbener Eltern und Schwiegereltern nützlich mache. Das Räumen in der Wohnung meiner Eltern ist schon 18 Jahre her. Ich sehe mich heute noch mit meinen Schwestern in einem Berg von Ordnern sitzend. Mit jedem Stück Papier in der Hand haben wir das Leben unserer Eltern Revue passieren lassen. Wir hatten Glück, weil wir vorwiegend positive Erfahrungen im Rucksack unserer Eltern-Kind-Beziehungen...

  • 02.07.26

FEDER_SPIEL
Predigt fasten

Die Deutsche Bischofskonferenz hat angefragt, der Vatikan hat geantwortet. Die Antwort ist „nein“. Nein, Menschen ohne Priesterweihe dürfen nicht in einer Messe predigen, auch wenn sie die fachliche Kompetenz hätten. Das klingt eng, hat aber einen sinnvollen Kern: Der Wortgottesdienst innerhalb der Messe soll genauso „Chefsache“ sein wie die Eucharistiefeier. Es soll keine Hierarchie geben, im Sinne von: „Das ist nur der Wortgottesdienst, den können andere vorbereiten.“ Der Priester wird in die...

  • 02.07.26

DENK_MAL
Lebens-Erfahrungen

„Der Weg ist das Ziel“, so lautet ein bekannter Sinnspruch. Für den chinesischen Philosophen Konfuzius waren der Prozess, das Lernen und die Erfahrungen im Leben ebenso bedeutsam wie letztendlich das Ergebnis. Für mich gehört das Unterwegs-Sein mit einem Verkehrsmittel dazu. Wenn ich etwa mit meinem Wagen länger in einem Stau stehe oder der Zug mitten auf der Strecke auf einmal anhält, versuche ich mich darüber nicht zu ärgern. Stattdessen rufe ich mir diesen Satz wieder in Erinnerung. Ich...

  • 22.06.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Wie das Leben läuft

Es wird Sommer, Zeit der Sehnsucht, der Vorfreude, des Reisens, der Kreativität, des Gestaltens, der Seele und der Ferien. Auch des miteinander Redens, der Esskultur, des Hörens und Staunens, der Begegnung mit Gott, Mensch und Natur. Der eigene Garten, Wald, Wiesen, Almen, Berge und Seen, Wanderschuhe, Rucksack und Badezeug können genügen. Auch die Erkenntnis: Ohne Musik und Literatur, ohne Begegnung mit dem Schönen, ohne Kultur und Ziele kann der Mensch taub, blind und sprachlos werden. Das...

  • 22.06.26

FEDER_SPIEL
Nur ein Name?

13.000 Menschen versammelten sich letzte Woche in Brünn (Brno). Anlass war die erste Seligsprechung von Priestern, die in der kommunistischen Tschechoslowakei der 1950er-Jahre aufgrund nie erwiesener Vorwürfe als eine Art Warnsignal hingerichtet wurden. Es dauert nach dem Ende einer Diktatur (hier 1989) wohl 30, 40 Jahre, bis die Aufarbeitung in Schwung kommt. Noch viele Lebensgeschichten werden wir hören, in denen Menschen unter der Gewalt des sozialistischen Staatsapparats gelitten haben. Wie...

  • 22.06.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Angst beim Elfmeter

Die Fußballweltmeisterschaft stellt die Welt auf den Kopf, mehr, als zugegeben: Glanzbroschüren, Stickers, Fußballer als Playmobil. Überbuchte Flüge, sündteure Tickets und Hotels, pralle Geschäfte, Großbildschirme zu Sonderpreisen. Supermärkte bieten Snacks, Brot und anderes im Fußballformat. Zu den alten Accessoires kommen neue hinzu, denn Kappen, Schals, Fähnchen und T-Shirts waren schon gestern. Auf Wetten wird gesetzt, die Fernsehanstalten pokern und über den Preis der Fußballstars wird...

  • 11.06.26

DENK_MAL
Magnifica humanitas

Vor einigen Tage hatte ich die Freude, bei einem Geburtstagsfest eingeladen zu sein. Der Jubilar – in körperlicher und geistiger Frische – konnte auf ein Jahrhundert zurückblicken. Zwangsläufig wurde ihm die Frage gestellt, ob er Rezept für das Erlangen seines gnadenreichen Alters hätte. Die Antwort war erstaunlich: Nein, das gäbe es nicht. Er habe immer gut gelebt. Einen Umstand könne er aber anführen, er wäre immer sehr neugierig auf den technischen Fortschritt gewesen, bereit diesen...

  • 11.06.26

FEDER_SPIEL
Baustellenfreude

„Ja! Eine Baustelle!“ Das Mädchen dürfte ungefähr drei Jahre alt sein. Gerade noch hat es gebrüllt, weil das Jausenweckerl nicht die richtige Farbe hatte. Nun ist alles gut. „Hurra, eine Baustelle!“ Tatsächlich! Der ganze Bahnsteig nebenan ist aufgegraben, auch die Gleise werden neu verlegt. „Hurra!“ Für erwachsene Ohren klingt das dennoch irritierend. Der Reflex ist doch eher: „Oh nein, eine Baustelle!“ Ob auf der Autobahn, in der Umgebung oder eben bei der Bahn: Baustellen halten auf,...

  • 11.06.26

BLICK_WINKEL
Gebt uns unser Internet zurück!

„Welt ohne Wahrheit“ heißt der neue Teil der Buchreihe „Democracy Dies in Darkness“ von Clemens Pig (Bild), bis vor Kurzem Chef der APA – Austria Presse Agentur. Pig wird als Favorit für den Posten des ORF-Generaldirektors gehandelt und hat seine Funktion bei der APA wegen seiner Bewerbung beim ORF zurückgelegt. Das 80-jährige Jubiläum der APA, in deren Gründungsgeschichte als Genossenschaft Kooperation eine inhärente Rolle spielt, diente als Anlass des Buches: „Kooperation und Kollaboration...

  • 03.06.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
IST GOTT GESCHWÄTZIG?

Der „Dreifaltigkeitssonntag“ nach Pfingsten ist ein theologisches Statement, keine heilsgeschichtlich biblische Aussage wie Menschwerdung Gottes, Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt und Geistsendung, die die Menschen zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten feiern. Das Dreifaltigkeitsfest ist eine theologische Grundaussage: Gott ist der Dreieinige in drei Personen, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gott der Eine ist ein Gott der Beziehung. Er ist ein Gott der Begegnung, in sich und mit den...

  • 28.05.26

DENK_MAL
Digitale Vollbremsung

Seit knapp einem Jahr arbeite ich in einer öffentlichen Volksschule als Religionslehrerin. Vor kurzem habe ich die 6- bis 10-Jährigen nach ihren Abendritualen gefragt. Ich hätte erwartet, dass als Antwort „Lesen, Spielen oder mit Mama/Papa Kuscheln“ kommen würde. Weit gefehlt. Die häufigste Antwort war: „Handy- oder Tablet-Schauen“. Ein kindlicher Alltag ohne digitales Endgerät? In vielen Familien undenkbar. Die Auswirkungen „baden“ unter anderem wir Pädagoginnen und Pädagogen aus. Ich sehe,...

  • 28.05.26

FEDER_SPIEL
UN-HEIMLICH

In keinem seiner vielen Interviews hat der Wiener Dompfarrer (der seit einiger Zeit in Abstimmung mit dem Erzbischof keine Interviews mehr gibt, über den aber trotzdem fleißig geschrieben wird) eine Silbe darüber verloren, welche Intimität er mit seiner Partnerin (als „Begleitung“ oder „sehr gute Freundin“ bezeichnet) pflegt. Niemand kann daher sagen, Toni Faber sei wegen einer sexuellen Beziehung als Dompfarrer untragbar. Darüber wird nur gemunkelt. Tatsache ist: Faber sitzt nicht im Pfarrhaus...

  • 28.05.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Verheißung des Lebens

Am 50. Tag nach Ostern feiern die Christen Pfingsten. Ein vergessenes Fest für sie und die Kirche? Pfingsten rückt in den Schatten. In den Pfarren wird zum Fest viel veranstaltet, vielleicht doch, um den Heiligen Geist zu verdrängen. Er macht es uns wirklich nicht leicht und bleibt unberechenbar, er lässt sich nicht zähmen. Er ist keine fromme Künstliche Intelligenz und keine aufgewärmte Kindheitserinnerung. Der Heilige Geist wirkt, formt, ermutigt, schafft Neues, provoziert, schenkt Weisheit,...

  • 21.05.26

DENK_MAL
Das (niemals) einfache Leben

Ich war noch nie ein sonderlich moderner Mensch; manche – und nicht zuletzt ich selbst – würden sogar von mir behaupten, ich sei ein altmodischer Mensch. Und auch wenn ich mich deswegen nicht für rückwärtsgewandt oder reaktionär halte, teile ich doch die Überzeugung: „Vertraue nie dem Modernen, denn es hat sich noch nicht bewährt.“ (Agatha Christie) Insofern werde ich hellhörig, bzw. werde ich darauf hingewiesen, wenn sich Trends und Strömungen entwickeln, die das vermeintlich althergebrachte,...

  • 21.05.26

FEDER_SPIEL
Gut und noch Besser ?

Bäume zu umarmen ist ein Trend wie viele andere. Ein bisschen seltsam, dabei fast sympathisch und im Großen und Ganzen ungefährlich für alle. Erstaunlich allerdings, was sich jüngst in Deutschland ereignet hat: Ein Wettbewerb im Baum-Umarmen. Es scheint eine starke Sehnsucht der Menschen nach Konkurrenz zu geben. Wieso fällt jemandem beim Baum-Umarmen die Frage ein, wer das wohl am schönsten, schnellsten oder innigsten macht? Warum kann es nicht einfach jeder Mensch machen, wie er oder sie...

  • 21.05.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Himmelfahrt

Beim ersten bemannten Weltraumflug wurde von einem Astronauten der zynische Ausspruch getan: „Ich habe Gott nicht gesehen!“ Kein Wunder, es war nur eine Weltumrundung, ein Kurztrip ins All, keine Himmelfahrt. Allerdings, weshalb die Weltraumreisenden bei der Begegnung mit dem Wunder All dem Schöpfergott nicht begegnen konnten, liegt wahrscheinlich weniger bei Gott, als bei ihnen. Zugegeben, „Himmel“ ist ein buntes Wort. Besungen in fröhlichen Runden, versprochen von Autokraten, die mit dem...

  • 13.05.26
  • 1

DENK_MAL
Fantasie hat keine Grenzen

„Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“ – dieser Satz von Albert Einstein (1879 – 1955) kommt mir immer dann in den Sinn, wenn ich nicht mehr weiterweiß. Dann greife ich auf meine Fantasie zurück. Sie ist nämlich unsere Domäne und wird – trotz Künstlicher Intelligenz – weiterhin auch unsere bleiben. Zusammen mit Kreativität ist sie ein unschlagbares Doppel. Beides sind Schätze, die in jedem von uns nicht sehr tief schlummern und daher jederzeit in uns geweckt werden...

  • 13.05.26

FEDER_SPIEL
Kein Wunder nach Plan

Wunder gibt es. Ob die großen Wunder (die als unheilbar geltende Krebserkrankung einer Frau verschwindet ohne nachvollziehbare medizinische Erklärung), die Wunder des Lebens („dass wir einander kennengelernt haben, war völlig unwahrscheinlich, aber so sinnvoll“) oder die Wunder des Alltags (der Sekundenschlaf am Steuer, der doch nicht zum Unfall führt) – die Liste lässt sich fortsetzen. Was es nicht gibt, sind Wunder nach Plan. Wunder sind außerplanmäßig, sonst sind sie keine Wunder. Dass das...

  • 13.05.26

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