Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Angst zähmen
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Ängste sind uralt, sie sind die dramatischen Regisseure des Lebens. Woher kommen sie und warum bestimmen Ängste die Tragik der Geschichte? Hätte der Schöpfer auch eine angstlose Welt und einen angstlosen Menschen schaffen können? Das Buch der Bücher antwortet: Der Mensch und seine Frau versteckten sich vor Gott. Denn sie wollten erkennen, alles beherrschen und Gott sein. Aber sie erkannten, dass sie nackt waren. Angst stellt den Menschen bloß, liefert ihn aus und verödet die Seele. Der Mensch ist eben nicht Gott, und Gott zu spielen rächt sich grausam. Die Freiheit, die Gott den Menschen gibt, schafft Größe und Elend. Nicht alle Ängste sind selbstgemacht, viele werden produziert und gezüchtet von jenen, die sich zu Tode fürchten und andere ausnützen. Ängste sind auch berechtigt, die Wunden der Geschichte, die Überforderungen der Gegenwart und das Offene der Zukunft garantieren nie, dass alles im Leben gut wird. Übrigens: „Fürchte dich nicht!“ ist ein oft gebrauchtes biblisches Wort. Jesus stieg zu ihnen ins Boot, weil sie Angst hatten vor den Stürmen des Lebens. Und Gottesfurcht ist eine Gabe des Heiligen Geistes, die Gott Platz gibt, nicht der Angst des Menschen.
P. Karl Schauer OSB
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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