FEDER_SPIEL
Nur ein Name?
- hochgeladen von martinus Redaktion
13.000 Menschen versammelten sich letzte Woche in Brünn (Brno). Anlass war die erste Seligsprechung von Priestern, die in der kommunistischen Tschechoslowakei der 1950er-Jahre aufgrund nie erwiesener Vorwürfe als eine Art Warnsignal hingerichtet wurden. Es dauert nach dem Ende einer Diktatur (hier 1989) wohl 30, 40 Jahre, bis die Aufarbeitung in Schwung kommt. Noch viele Lebensgeschichten werden wir hören, in denen Menschen unter der Gewalt des sozialistischen Staatsapparats gelitten haben. Wie meine Schwiegermutter. „Ich war sieben, als ich wusste, dass ich Lehrerin werden möchte“, erzählt die 93-Jährige mit leuchtenden Augen. Diesen Traum verwirklichte sie. Doch unterrichten durfte sie später nicht, denn sonntags ging sie zur Kirche. Sie ist nur eine von vielen, die für ihre Überzeugung ein „kleines Martyrium“ erlitten haben, bei dem sie nicht ihr Leben, aber Lebensperspektiven einbüßten. Es ist inakzeptabel, dass die Kommunistische Partei Ende Juni in Graz wieder unter diesem Namen zur Wahl steht – blind gegenüber der Willkür, die im Kommunismus herrschte. Wie sympathisch oder umsetzungsstark die Bürgermeisterin sein mag: Der Parteiname ist ein No Go.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.