Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Gestundete Zeit
- hochgeladen von martinus Redaktion
Erntedank, gefeiert in den Kirchen und bei Erntefesten, hat bei den Menschen einen festen Platz. Für kurze Zeit verstummt das Nörgeln, der Dank ist gestundet. Dieses Jahr, die Hitze, die Dürre des Sommers, Feuer, Unwetter, Katastrophen und der Klimawandel haben die Menschen, die Bauern, die Hungernden und Satten auf die Probe gestellt. Nicht jeder Verlust kann und darf durch Förderungen und Versicherung, von EU und Staat abgedeckt werden, denn Neid, Bodenlosigkeit und Gier entmenschlichen. Leben ist verwundbar, verletzlich, verwiesen, nie harmlos und kein Zufall. Selbstzufriedenheit und Willkür töten das Leben. Ob die Menschen damals mehr auf Gott gesetzt haben? Das Sabbatjahr, in dem das Ackerland alle sieben Jahre unbestellt und brach liegen sollte, war Gottes Gebot im Alten Bund. Er versprach, so viel Segen und Ertrag zu geben, dass das heilige Jahr trotzdem für alle reichen sollte. Noch gestern wurde bei Aussaat und Ernte, auf den Feldern, beim Brotanschneiden und beim Essen gebetet, auch bei Unwettern.
Gott ist kein Dieb, sondern ein Freund des Lebens, er bleibt schöpferisch. Erntedank ist Verantwortung für die gestundete Zeit, denn es kommen sicher härtere Tage.
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.