Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Wie das Leben läuft
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Es wird Sommer, Zeit der Sehnsucht, der Vorfreude, des Reisens, der Kreativität, des Gestaltens, der Seele und der Ferien. Auch des miteinander Redens, der Esskultur, des Hörens und Staunens, der Begegnung mit Gott, Mensch und Natur. Der eigene Garten, Wald, Wiesen, Almen, Berge und Seen, Wanderschuhe, Rucksack und Badezeug können genügen. Auch die Erkenntnis: Ohne Musik und Literatur, ohne Begegnung mit dem Schönen, ohne Kultur und Ziele kann der Mensch taub, blind und sprachlos werden. Das alltägliche Geschwätz, das Gieren nach Mehr, das Protzen und zur Schau stellen geben dem Leben nur wenig. Leben soll authentisch sein, nicht vulgär und bieder. Leben ist mehr als eine Party, sich treiben lassen und konsumieren. Nicht alle können freilich so leben, dass es gelingt. Leben ist nie fertig, nie nur gut oder schlecht, nie nur fröhlich oder traurig. Viele leben am Leben vorbei, abgründig. Eine alte Frau wurde im Kosmetikladen nach ihren Wünschen gefragt, sie sagte: „Meine Runzeln im Gesicht nehmen sie mir nicht, denn dafür habe ich mein Leben lang gearbeitet.“ Vielleicht lehrt der Sommer, auch für die Runzeln und Furchen des Lebens dankbar zu sein. Er hat uns doch geschaffen.
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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