DENK_MAL
Gespräche in der Rumpelkammer
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Vor Kurzem war ich zur Unterstützung bei der Erstkommunionsvorbereitung meines Sohnes. Diesmal stand auf dem Plan, die Kirche, ihr Mobiliar und verschiedene Begriffe der Liturgie besser kennenzulernen. Nach den kindgerechten Erklärungen des Ambo, der Sedilien (Sitz des Vorstehers der Liturgie und seiner Assistenz, Anm. d. Red.), des Kreuzweges und des Weihwasserbeckens kamen wir zum Beichtstuhl. Der Kooperator (= Kaplan) erklärte, worum es dabei ging, und wollte schon weiterziehen, als ein Mädchen fragte, ob man hineinsehen könne. Die Antwort des jungen Geistlichen lautete allerdings: „Nein, der sieht nicht schön aus, weil er als Rumpelkammer benutzt wird.“ – Zuerst war ich schockiert ob dieser Zweckentfremdung, dann erkannte ich darin jedoch ein schönes Sinnbild: Die Beichte reinigt die Seele; alle Sündenlast wird uns bei dem bußfertigen Bekenntnis unserer Schuld abgenommen usw. Insofern ist der Beichtstuhl eine Rumpelkammer! Wir betreten ihn mit der Hoffnung, darin zurückzulassen, was unser Leben beschmutzt und unseren Weg in Christi Nachfolge blockiert hat. – Ich werde zwar vorschlagen den Beichtstuhl in dieser Kirche wieder zu räumen, aber nicht, weil er keine Rumpelkammer ist, sondern gerade, weil er eine ist, und für entlastende Gespräche frei sein sollte.
Martin Koloz
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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