Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Robert Sonnleitner berichtet begeistert über die Salvatorianer – und zu Fehlern steht er auch.

Anekdoten: Heiter bis heilig
Salvatorianische Verwirrung

Vor einem Jahr, am 15. Mai 2021, wurde Johann Baptist Jordan seliggesprochen. Er gründete 1881 die „Gesellschaft des Göttlichen Heilandes“, genannt Salvatorianer, und 1888 die Salvatorianerinnen. Später taten sich Laien zusammen, die sich ebenfalls für Pater Jordans Ideen begeisterten. Alle zusammen bilden die salvatorianischen Gemeinschaften. Robert Sonnleitner ist Presse- und Medienreferent der Ordensgemeinschaften Österreich. In dieser Funktion ist ihm ein Fehler passiert, der ihm damals...

  • 17.05.22

Zeit für den Hirtenhund
Denkt euch erstmal selber neu!

Der Auszug der Israeliten aus Ägypten verlief dem Evangelisten Charlton Heston zufolge bekanntlich ziemlich brachial. Der Auszug der jungen Menschen aus der Kirche verläuft heute meist weniger blutig und in der Regel in zwei Wellen: Die erste Distanzierung beginnt mit der Firmung bzw. dem postsakramentalen Abebben des Geschenkeflusses. Wozu noch in die Kirche gehen, wenn’s eh nix bringt. Rein materiell. Die zweite, entscheidende Welle folgt dann in der Regel, wenn plötzlich die erste...

  • 20.04.22

Zeit für den Hirtenhund
Österliche Sprachlosigkeit

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!“ Mit diesem Ruf wärmen sich Christen allüberall am österlichen Lagerfeuer. Nach dem Tiefpunkt des Karfreitags die ostersonntägliche Gewissheit: Alles gut gegangen. Auferstehung, check! Das soll nicht despektierlich klingen und die Größe des Moments im Kirchenjahr schmälern – ich frage mich nur immer häufiger, wen diese Botschaft eigentlich noch erreicht. Ist sie noch mehr als die Durchhalteparole einer schrumpfenden Kirche...

  • 20.04.22

Zeit für den Hirtenhund
Bischöfliche Fasten-Dolchstoßlegende

Je länger ich aus meinem Körbchen heraus die Kirche beobachte, desto mehr Hunde entdecke ich. Zum Beispiel die Kunst. Auch die ist ein Hund. Wobei: wohl nicht die Kunst an sich, sondern die vielen selbsterklärten Kunstsachverständigen, die sich echauffiert zu Wort melden, sobald irgendwo mal etwas anderes als barocke Rauschgoldengel in Kirchen an die Wände gepinselt wird. Vor 14 Jahren sorgte eine Ausstellung von Werken Alfred Hrdlickas mit viel nackter Haut im Wiener Dommuseum für massive...

  • 20.04.22

Zeit für den Hirtenhund
Eine Karikatur des Humanismus

Erinnern Sie sich noch an Niko Alm? Vor elf Jahren tauchte der Religionskritiker-Zampano, der es später bis zum Religionssprecher (!) der NEOS in den Nationalrat geschafft hat, mit einem Nudelsieb auf dem Kopf in einer hilflosen Passstelle auf. Dort erklärte er, dies sei eine religiöse Kopfbedeckung der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters. Alm betrieb in Folge nicht nur das „Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien“, sondern auch die offizielle staatliche Anerkennung der...

  • 20.04.22

Der Brückenbauer
Freiheit – wie weit darf sie gehen?

Frage von Univ.-Prof. Dr. Michael Frass: „Wie weit darf und soll die Freiheit des Einzelnen gehen und wo endet sie? Wie weit darf der Staat die Freiheit des Einzelnen bestimmen? Wie weit soll sich die Kirche dazu äußern und mitgestalten?“ Darf der Staat zum Angurten im Auto verpflichten, das Rauchen in Lokalen verbieten und das Impfen gegen COVID vorschreiben? Darf Religionsunterricht obligatorisch sein und dürfen bei Rettungseinsätzen in Folge von Unfällen bei Risikosportarten Selbstbehalte...

  • 14.04.22

Zeit für den Hirtenhund
Völlegefühl nach der Wahl

Nutzen Sie ein Handy? Dummer Hund, dumme Frage. Immerhin kommen in Österreich auf 100 Einwohner 118 Mobilfunkanschlüsse. Wie das geht, ist mir schleierhaft. Aber sei’s drum. Laut „Emoji- Ranking“ wurden im vergangenen Jahr das Lach- und das Herz-Emoji am häufigsten verwendet und versendet. Auf Platz 6 folgt das Beten- Emoji, also die gefalteten Hände. Das ist doch eine Sensation! Die Menschen sind also doch nicht religionsentwöhnt, die Welt doch nicht verloren! – Stopp: Diese Art...

  • 31.03.22
Hubert Philipp Weber (52) ist Erzbischöflicher Sekretär von Kardinal Christoph Schönborn.
Sein Motto lautet: „Ich aber – Gott nahe zu sein ist mein Glück“ (Ps 73,28)

Österliche Serie von Hubert Philipp Weber
Windhauch

Christlich glauben bedeutet, eine österliche Existenz leben. Das Osterfest macht Jahr für Jahr dieses Glaubensgeheimnis erfahrbar. Was bedeutet die Auferstehung Jesu für das eigene Leben und für den eigenen Glauben? Die Lesungen aus der Bibel, die im Gottesdienst vorgetragen werden, heben verschiedene wesentliche Aspekte des Glaubens hervor. Heute wird viel Wind gemacht zu allen möglichen Themen, die unsere Aufmerksamkeit erregen wollen. Windhauch, es ist alles Windhauch, so hat der biblische...

  • 25.03.22

Zeit für den Hirtenhund
Es gibt ein falsches Leben im richtigen ...

Die Bibel liebt Abkürzungen. Sei es bei den biblischen Büchern – Gen, Ex, Lev, Num, Dtn und so weiter –, oder bei Gott selber, der als JHWH die Bühne betritt. Ein paar biblische Qualitäten JHWHS: Er ist der Herr. Er liebt alle Menschen gleich. Er ist ein gerechter Richter. Er wird wiederkommen am Ende der Zeiten. Ende der Katechese. Immer wieder gab es seither Pre-Releases: Selbsterklärte Propheten, die der Welt ein böses Ende prophezeiten, meist, um in einem Atemzug selbstgebrautes Badewasser,...

  • 18.03.22

Zeit für den Hirtenhund
Mittendrin: (M)Ein Loblied auf verunsicherte Pfarren

Uschi, Martina und Werner sind es. Kardinal Schönborn und die anderen Bischöfe natürlich auch. Nein, es geht ausnahmsweise nicht um irgendeine unappetitliche politische Enthüllung, sondern sie sind alle „mittendrin“ – „in Familienthemen“, „in der Auseinandersetzung mit dem Glauben“, „in Entwicklung von Projekten“. So professionell die Kampagne für die Pfarrgemeinderatswahlen am 20. März auch aufgezogen ist, so „bazwoach“ kommen die Slogans daher, mit denen die katholischen Wahlmuffel­Innen an...

  • 10.03.22

Zeit für den Hirtenhund
Nachtzug nach Kiew

Russland gegen „den Westen“. Das klang für mich über viele Jahre nach längst vergangener Zeit. Nach James Bond, nach Kino. Bis ich vor einigen Jahren mit dem Nachtzug von Kiew nach Moskau fuhr. An der ukrainisch-russischen Grenze gingen straffe Gouvernanten mit Betonfrisur und eisigen Minen durch die Waggons, begleitet von Soldaten mit MGs im Anschlag. Eine ganz normale Grenzkontrolle unter Brüdervölkern. Uns schengen verwöhnten Grenztänzern verging das Lachen und wir genehmigten uns erstmal...

  • 02.03.22

Zeit für den Hirtenhund
Die ver-rückende fünfte Jahreszeit

Für einen Hund bin ich viel rumgekommen. In Europa und in Übersee. Dabei habe ich in dieser unseligen Zwischenzeit, die sich nicht mehr nach Winter, aber auch noch nicht nach Frühling anfühlt, die interessantesten Erfahrungen mit dem Fasching gemacht. Und ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass nichts so tief in die Seele eines Volkes blicken lässt wie sein Umgang mit dem Fasching. Denn er hat mit Leben und Sterben, mit der Umwertung der Dinge und dem Traum von einem anderen Leben zu tun....

  • 24.02.22
Premium
Hausschwein. Die Tiere wurden in vielen Familien am eigenen Grund artgerecht gehalten.

Anekdoten: Heiter bis heilig
Der Sautanz und das Zweite Vatikanische Konzil

Erwin Schügerl ist pensionierter Pfarrer von Mattersburg. Er ist ein echter Einheimischer, geboren 1940 in Neudörfl. 1963 wurde er zum Priester geweiht und als Kaplan nach Deutschkreutz im Mittelburgenland geschickt. Nach Stationen als Erzieher wurde er Pfarrer in Kleinfrauenhaid und 1989 in Mattersburg, wo er bis zu seiner Pensionierung 2011 wirkte und noch immer lebt. Die Geschichte, die er dem SONNTAG erzählt hat, hat sich 1963 ereignet, als er als frischgeweihter Priester Kaplan in...

  • 17.02.22

Zeit für den Hirtenhund
Von der Zölibatspflicht zur Ehepflicht

Manche Autoren haben Ghostwriter. Ich habe Ghostreader, die mich maßregeln, wenn ich zu binnenkirchlich werde. „Schreib erdiger!“, rufen sie mir zu. Also gut. Reden wir über Sex. Nicht, dass mich das Thema persönlich reizt, hat doch ein beherzter tierärztlicher Eingriff in meiner Jugend jeder aufkeimenden Libido einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch in dieser unterleibigen Angelegenheit bin ich somit ein idealer Hirtenhund. Aber zum Thema: Es geht – no na – um den Zölibat und die...

  • 16.02.22
Stephan Fraß-Poindl (32) ist Fachreferent für Ehepastoral in der Erzdiözese Wien.

Meinung
Grenzenlose Liebe

Gott liebt uns, wie wir sind. Das ist das wohl größte und umfassendste Verständnis, dass es von Liebe geben kann. Was auch immer wir tun, wie weit wir uns vielleicht auch von ihm entfernt haben, seine Liebe zu uns bleibt bestehen. Daher sprechen wirauch davon, dass Gott die Liebe ist. Ein wenig kennen wir diese Liebe vielleicht, wenn wir selbst Kinder haben. Für sie sind wir oft bereit, auf vieles zu verzichten und ihr Wohl über unser eigenes zu stellen. Zugleich kann es uns manchmal auch...

  • 14.02.22
Premium
Pater Franz Teufl - Mit Mutterwitz und Volksnähe erreichte er die Menschen.
2 Bilder

Anekdoten: Heiter bis heilig
Der Eiskasten

Ein echtes Original der Salesianer Don Boscos war Pater Franz Teufl. Besonders beliebt waren seine Vorträge. Nicht auf den Mund gefallen, schlagfertig und dabei in seiner Ausdrucksweise manchmal nicht zart besaitet. Sein Name war für einen katholischen Priester besonders auffallend. So meinte er einmal: „Mein Namensvetter hat wohl nicht besondere Freude mit mir.“ Wenn er sich ärgerte, war er mitunter recht direkt. Und so passierte folgende Episode in Wien in den 1940er-Jahren. Sie ist auch...

  • 10.02.22

Zeit für den Hirtenhund
Star Wars um die Zukunft der Kirche

Aus Österreich nimmt man gern Souvenirs mit nach Rom. Touristen setzen auf Sachertorten und Schneekugeln, Bischöfe auf Nachbildungen der Mariazeller Muttergottes und die Anliegen der Schäfchen. Da sich diese Anliegen oft um so grausliche Dinge wie den Zölibat oder das Frauenpriestertum drehen, folgt man meist der bewährten Phrase, dass das alles nur im Gleichschritt mit der Weltkirche umgesetzt werden könne. Und da Roma eben wenig locutat, wird die Causa damit meist rasch finitat. Beim...

  • 09.02.22
Premium
Rodelpartien sind beliebt – die Schulschwestern brachten es  jedoch zu einer besonderen Perfektion.

Anekdoten: Heiter bis heilig
Rasende Schwestern

Seit 1860 sind die Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in Wien. Bis 2005 leiteten sie das von ihnen aufgebaute Schulzentrum Friesgasse im 15. Bezirk. Der Orden hatte aber auch eine Niederlassung in Tirol, und aus dieser stammt folgende Begebenheit. Das Haus lag am Nordhang eines Berges, und die Schwestern rodelten gerne. Allerdings hatten sie eine strenge Haus­oberin, die großen Wert darauf legte, dass alle Samstag nachmittags pünktlich zur Versammlung kamen. Jener Samstag war ein...

  • 02.02.22

Zeit für den Hirtenhund
Voneinander lernen – eine Idee?

Wer hätte das gedacht. Nach den Chatprotokollen der letzten Monate, die unsere politische Elite gleichermaßen als „Digital Natives“ und als „Digital Naives“ dastehen ließ, hat man sich offenbar eines Besseren besonnen und auf so etwas Altbackenes wie „Sideletter“ zurückgegriffen, um Absprachen zu treffen, wer wo in der Regierung sein Revier markieren darf. Ein richtiger Brief, so wie früher auf Papier geschrieben und mit handschriftlichen Signaturen. Das geschichtliche Vorbild, quasi die Mutter...

  • 02.02.22
Premium
In alten Gemäuern, vor allem in großen alten Gebäuden wie Stift Klosterneuburg, ist es nicht immer einfach, für wohlige Wärme zu sorgen. Man kann auch feststellen, dass man in den Wintermonaten schlicht friert.

Anekdoten: Heiter bis heilig
Stornierte Vor-Vespern

Kälte war schon immer ein Problem in den Kirchen. Vor allem, als es noch keine Heizungen gab, mussten die Kirchenbesucher oft sehr frieren, da sie sich ja nicht bewegen durften. Man sollte meinen, dass wenigstens den Zelebranten warm war, aber mitnichten, wie die folgende Episode aus der Stiftskirche Klosterneuburg zeigt: Die Geschichte spielte sich 1859 ab. Handelnder war Prälat Adam Schreck. Es ging um die erste Vesper, die man damals Vorvesper nannte. Sie wird am Vorabend zum Sonntag oder...

  • 27.01.22

Zeit für den Hirtenhund
Man könnte kommentieren

Eigentlich könnte, nein, müsste ich in dieser Woche über die „Causa prima“ schreiben: das Münchener Missbrauchsgutachten. Ich könnte, nein, müsste kopfschüttelnd und traurig reportieren, dass wieder mal hunderte mutmaßliche Täter – 173 davon Priester – ermittelt worden sind und fast fünfhundert Opfer. Ich könnte, nein, müsste dabei natürlich auch die Verantwortung der Bischöfe von München und Freising ansprechen und dabei auch Joseph Ratzinger, den Papa emeritus, erwähnen. In so einer Kolumne...

  • 26.01.22
Höfliche Redaktion 1998: Elke Galvin (im Bild rechts) meldet sich am Telefon mit ihrem Namen.

Anekdoten: Heiter bis heilig
Ein später Anrufer

Radio Stephansdom wurde 1998 gegründet (und 2015 in Radio klassik Stephansdom umbenannt). Es war der Wunsch von Kardinal Christoph Schönborn, als Diözese einen Radiosender zu haben. Eine der Mitarbeiterinnen der ersten Stunde war Elke Galvin. Sie war eine der Redakteurinnen, die aus der Welt der Kirche Sendungen gestaltete. Sie hat uns folgende Geschichte erzählt: Redaktionsbüro Radio Stephansdom, Ende der 1990-er Jahre. Elke Galvin war alleine im Zimmer, denn die Kolleginnen waren bereits...

  • 20.01.22

Zeit für den Hirtenhund
Nachdenken über das Jetzt Gottes

Als ich ein Welpe war, war die Zukunft eine Verheißung. Die Leine war lang, der Horizont weit. Es gab keine nennenswerten Konflikte oder Kriege, David Hasselhoff hatte den „Ostblock“ weggesungen, kurz: Alles fügte sich – für mich und viele meiner „Generation X“, der bis 1980 Geborenen. Wie anders dagegen die heutigen jungen Erwachsenen, die „Generation Z“: top-ausgebildet, doch prekär beschäftigt, bedacht und engagiert, katastrophensensibel, nüchtern, zielstrebig – und von den Umständen in eine...

  • 19.01.22

Zeit für den Hirtenhund
7 Jahre und ein Frauendrittel weiter ...

Wir Christen haben’s mit der Sieben. Alles begann mit sieben Tagen der Schöpfung, die Offenbarung richtet sich an sieben Gemeinden, Johannes sieht ein Buch mit – richtig – sieben Siegeln, dann kommen noch sieben trötende Posaunen, sieben Engel und so weiter. Theologen nehmen die Zahl Sieben daher gern als Symbol für eine ferne, göttliche, im Hier und Jetzt nicht greifbare Zukunft. Nun haben die österreichischen Bischöfe beschlossen, den Frauenanteil in Leitungspositionen auf ein Drittel zu...

  • 12.01.22

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