Zeit für den Hirtenhund
Christinnen, an die Leinen!

Wir feiern die Feste bekanntlich, wie sie fallen.

Und zwar als blasse Mitteleuropäer in der Regel nach dem gregorianischen Kalender.
Manchenorts wird – gerade unter Orthodoxen – nach dem julianischen Kalender gefeiert, was regelmäßig für Erklärungsbedarf und Irritation bei den Feiertagen sorgt. Welchem Kalender unsere nördlichen Lieblingsnachbarn folgen, ist mir allerdings ein Rätsel, wenngleich in dem Fall eines, mit dem ich gut leben kann: Denn dort feiert man am 12. Juni den „Tag des Hundes“, ausgerufen vom „Verband für das Deutsche Hundewesen“ (VDH), während Mann hierzulande den Vatertag feiert. Dieser wiederum wurde in Deutschland bereits zu Christi Himmelfahrt gefeiert. Verrückte Welt. Ich finde diese terminliche Überschneidung aber recht hübsch und passend, weil – Genderthema hin oder her – traditionell Gott-VATER als guter Hirte verstanden wird, der auf Erden Stellvertretung findet in einem (männlichen) Priester – oder eben in einem guten HirtenHUND.

Als solcher darf ich hier an dieser Stelle nun übrigens seit einem Jahr mein Wesen treiben. Als das Letzte, als Rauswerfer, als Pin-up von Seite 24. Mit mir (und nicht mit dem „Tatort“) endet ein guter Sonntag.

Das SONNTAGs-Pin-up

Und seit einem Jahr scheiden sich an mir die Geister: Für die einen eine Zumutung und
Zecke im kirchlichen Pelz. Für die anderen das kleine Senfglas Hoffnung, dass Kritik einen Platz haben darf, ja muss, in der Kirche. Dass ich diese Freiheit als vorlautes Fellstück nur besitze, weil ich dabei anonym bleibe, ist schließlich schon an sich so etwas wie eine kirchliche Krisenanzeige. Daher empfehle ich, den „Tag des Hundes“ auch hierzulande zu feiern und ihn christlich zu fördern. Eventuell gründet sich dazu ja ein „Verband für das lutherische österreichische Hundewesen e. V.“, kurz: „VLÖHe“. Oder gar der „Klub der Anonymen Katholischen Hunde-Interessierten“, kurz „KAKHI“.

Und meine stille Hoffnung besteht, dass dies dann auch die abstruse männliche Exklusivität der Veranstaltung(en) aufbrechen wird: Schließlich wird das besungene kleine Senfglas
Hoffnung auch dadurch gefüllt, dass meine eigene ChefredakteurIN sich in den hütenden Händen ihrer hübschen HündIN Wilma befindet. Daher ein von Herzen kommender Kläffer für alle hirtenden Väter, Mütter und ihre vierbeinigen Geschäfte- FührerInnen!

Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ