Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG - Geschichtliches & Wissen

Beiträge zur Rubrik Geschichtliches & Wissen

Feldaltar

Hl. Messe im Freien
Feldmesse oder Freiluftgottesdienst

Dieser Tage ist viel davon die Rede in welcher Form Gottes­dienste im Freien erlaubt werden. Meist ist dabei von sogenannten „Freiluftgottesdiensten“ die Rede. Hier im Osten ist aber der Begriff Feldmesse gebräuchlicher. Weshalb? Die Bezeichnung stammt klarerweise aus dem militärischen Bereich, wo die Messen der Teilnehmerzahl und der Umstände halber auf dem Feld gefeiert wurde. Diese Messen außerhalb einer Kirche oder einer Kapelle unter freiem Himmel haben eine lange Tradition und reichen...

  • 26.05.20
Maximilian Hell in Lappentracht bei der Beobachtung des Venusdurchgangs durch die Mitternachtssonne auf der norwegischen Insel Vardø 1769.
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300. Geburtstag von Maximilian Hell
Der Jesuit, der nach den Sternen griff

„Seh’ ich den Himmel, das Werk deiner Finger, / Mond und Sterne, die du befestigt…“, heißt es im Psalm über die Herrlichkeit des Schöpfers. Einer, der den Glauben und die Wissenschaft des Himmels verband, war der Wiener Jesuit und Astronom Maximilian Hell. Am 15. Mai jährt sich sein Geburtstag zum 300. Mal. Maximilian Hell war durch und durch Wissenschaftler und studierte den Himmel, wann immer er konnte. Er war der erste Direktor der 1755 begründeten Wiener Universitätssternwarte auf dem...

  • 08.05.20
Jeanne d’Arc (Johanna von Orleans), am 30. Mai 1431 am Scheiterhaufen verbrannt. 1909 wurde sie von Papst Pius X. selig- und am 16. Mai 1920 von Papst Benedikt XV. heiliggesprochen.
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Jeanne d’Arc
Heldin der Tat

Am 16. Mai 1920 wurde Johanna von Orleans von Papst Benedikt XV. heiliggesprochen. Das Buch „Jeanne d’Arc. Die Geschichte der Jungfrau von Orleans“ von Gerd Krumeich führt die Geschichte dieser Heiligen fesselnd vor Augen. Sie war die „Greta Thunberg“ des 15. Jahrhunderts und hatte in jugendlichem Alter die Mission, die französische Monarchie vor dem Untergang zu retten. Trotz ihres tragischen Endes auf dem Scheiterhaufen gelang ihr das letztlich auch: Johanna von Orleans, auch Jeanne d’Arc...

  • 07.05.20
Gemälde im Mailänder Dom: Karl Borromäus geht mit dem heiligen Kreuznagel in einer Prozession durch die Straßen Mailands während der Pestzeit.
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Wenn sich die Geschichte wiederholt
Als Mailand gegen die Seuche ansang

Schon vor fast 450 Jahren haben Menschen in Quarantäne über die Straßen hinweg gemeinsam gesungen – in Mailand zu Zeiten des Heiligen Karl Borromäus, als die Pest wütete und die Menschen ihre Häuser nicht verlassen durften. Freilich waren die Umstände damals anders als heute. Manches aber klingt sehr vertraut. Im heurigen März gingen die Videos durch die Welt: Die Italiener singen von ihren Fenstern oder Balkonen aus gegen Corona und ihre Einsamkeit in der Quarantäne an. Auch in Österreich...

  • 06.05.20
Im 100 Meter langen „Teson Grande“ auf der kleinen Venedig vorgelagerten Insel "Lazzaretto Nuovo" wurden vor 600 Jahren die Schiffsladungen 40 Tage lang zwischengelagert und desinfiziert. Auch die Schiffsbesatzungen durften in dieser Zeit die Insel nicht verlassen. - Bis 1975 wurde die Insel vom Militär genützt, heute bietet ein privater Verein Führungen an und führt archäologische Sommercamps durch.
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Haben Sie es gewusst?
40 Tage in Quarantäne

Wer derzeit aus dem Ausland nach Österreich kommt, muss sich einer freiwilligen Selbstisolierung unterziehen. So soll verhindert werden, dass man, sollte man mit dem Corona-Virus infiziert sein, weitere Menschen mit der Krankheit ansteckt. Die Quarantäne ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern wurde ganz radikal bereits vor 600 Jahren in Venedig eingeführt. Als führende Seemacht wurde die Stadt am Wasser, die besonders mit dem Orient Handel trieb, zum Einfallstor für die erste schwere...

  • 24.04.20
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Zeitgeschichte: Der SONNTAG im Jahr 2002
Stephansdom - Neubeginn aus Schutt und Asche

Am 12. April 1945 fing der mittelalterliche Lärchenholzdachstuhl Feuer, am 13. April brach das Gewölbe der südlichen Chorhalle unter gewaltigem Getöse ein. Bereits in den ersten Tagen nach der Zerstörung machten sich Österreicherinnen und Österreicher ans Werk, "ihren" Stephansdom wieder aufzubauen. Am 21. April 2002 erschien in der damaligen Wiener KirchenZeitung (seit 2004 Der SONNTAG) ein Artikel über den Wiederaufbau des Stephansdoms.

  • 11.04.20
Der eingestürzte Hauptchor
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Zeitgeschichte: Der SONNTAG vor 25 Jahren
St. Stephan in Flammen

Prälat Karl Hugel (1912-2000), von 1968 bis 1990 Dompfarrer, war 1945 Domvikar. Er schilderte in der Ausgabe der damaligen Wiener Kirchenzeitung im April 1995 als einer der letzten lebenden Augenzeugen seine Eindrücke vom Dombrand. In den Abendstunden des 11. April 1945 war ich gerade dabei, im Dachboden des Curhauses Stephansplatz 3, einen Entstehungsbrand mit einer Luftschutzhandspritze zu löschen. Als ich durch ein Dachfenster auf den Dom hinausschaute, sah ich mit Entsetzen, dass das...

  • 10.04.20
Linke Seite des prächtig kolorierten Doppelblattes aus der Schedel'schen Weltchronik mit der Stadtansicht von Wien.
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Im Archiv gestöbert
Drei Urkunden zur Geschichte des Stephansdoms

Das Wiener Diözesanarchiv verwahrt drei Urkunden zur Geschichte des Albertinischen Chores und des gotischen Erweiterungsbaus von St. Stephan. Annemarie Fenzl, ehemalige Archivleiterin, erklärt den Inhalt und die Hintergründe. Feierliche Ablassurkunde, 5. November 1339, AvignonDie Erzbischöfe Nerzes Manasgardensis und Johannes Rossensis, die Bischöfe: Sergius Polensis, Petrus Montismarani, Gracia Dulcinensis, Thomas Tiniensis, Petrus Calliensis, Andreas Coronensis, Bernardus Ganensis,...

  • 08.04.20
Als steinerner Zeuge des Unvergänglichen hatte der Dom durch über 800 Jahre hinweg allen Widrigkeiten getrotzt, hatte Feuersbrünste, Türkenbelagerungen und Franzosenkriege überstanden. Doch in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges blieb auch St. Stephan nicht mehr verschont vor der Vernichtung.
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Dombrand vor 75 Jahren
Als unser „Steffl“ in lodernden Flammen aufging

Die Tage von 11. bis 13. April 1945 gehören zu den ganz traurigen Ereignissen in der Geschichte des Wiener Stephansdoms. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kathedrale durch einen Brand schwer beschädigt. „Ich dachte, das Sicherste für einen Angriff ist die Stephanskirche“, erinnerte sich der bereits verstorbene Pfarrer Hans Neunherz aus Niederabsdorf an seinen Aufenthalt am 12. März 1945 in der Wiener Innenstadt. Die Sirenen heulten. Voralarm. Das bedeutete, feindliche Flugzeuge...

  • 08.04.20
Totenkrone aus Metall: für die Geschichtsforschung besonders interessant.
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Verborgene Plätze, besondere Schätze
Faszination Archäologie

Bei Bauarbeiten im Wiener Elisabethinen-Kloster wurde ein längst vergessener Friedhof aus dem Barock entdeckt. Auf dem Gelände des ehemaligen Spitalsfriedhofs wurden rund 400 Skelette ausschließlich von Frauen gefunden. Wer waren die Frauen, wie lebten sie und woran starben sie? Anthropologin Michaela Binder erzählte dem SONNTAG, welche Erkenntnisse die Forschung aus den Funden gewinnen kann, um ein noch unbekanntes Kapitel Wiener Stadtgeschichte ans Licht zu bringen. Die hohe Barockfassade...

  • 26.03.20
Ausweis des Schülers Kurt Winkler, 1939
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Eine versunkene Welt
Das jüdische Leben im Land der 1000 Hügel

„Ich komme aus einer anderen Welt, die es nicht mehr gibt, von der alle Spuren ausgelöscht wurden und die nie wieder auferstehen wird. Einer Welt, in welcher Tradition und Religion sehr stark verankert waren.“ (Fritz Blum) Der Historiker Johann Hagenhofer war lange Jahre Direktor eines Gymnasiums in Wiener Neustadt. In der Pension begann er mit der zeitgeschichtlichen Recherche in seiner Heimat, der Buckligen Welt. Die Landschaft im Südosten Niederösterreichs ist auch als Land der 1.000...

  • 17.03.20
Alte Glasflaschen mit medizinischen Essenzen in einer Holzbox (ehemalige Benediktinerabtei von Muri im schweizerischen Kanton Aargau)
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Alte Schätze neu entdecken
Was können wir von der Klostermedizin lernen?

Das medizinische Wissen der Klöster ist auch nach Jahrhunderten wertvoll und kann heute noch zur Gesundheit beitragen. Der heilige Benedikt von Nursia (um 480 bis 547) gilt als Vater der Klostermedizin. In einer Zeit des Niedergangs der antiken Kultur, der Völkerwanderung und der Pestwellen gründete er 529 das Kloster Montecassino. Für das Mutterkloster des Benediktinerordens schrieb er seine berühmte „Regula Benedicti“. Im 36. Kapitel der Ordensregel heißt es: „Die Sorge für die Kranken...

  • 23.02.20
Heilpflanzen verkünden die Sympathie, die in der Schöpfung gegenwärtig ist, sagt Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger.

Klostermedizin
Gott wird durch die Pflanzen spürbar

Heilpflanzen helfen dem Menschen nicht nur in seinen körperlichen, sondern auch seelischen Gebrechen, sagt Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger. Was hat Sie seinerzeit veranlasst, sich mit Heilpflanzen zu beschäftigen? Benedikt Felsinger: Die Liebe zur Natur ist mir schon in die Wiege gelegt worden. Aber immer wieder neu haben mich die Wunder herausgefordert, die ich an den Pflanzen und an den Tieren ablesen konnte. Ich bin immer mehr darauf gekommen, dass man schön ...

  • 22.02.20
Eine Frau klebt einen Zettel mit dem Wochentag auf die Windschutzscheibe ihres Autos, an dem sie es nicht verwenden darf!

Haben Sie es gewusst?
Energie- oder Semesterferien?

Im Jahr 1974, also vor 46 Jahren, wurden angesichts der Erdölkrise die „Energieferien“ eingeführt, um in den Schulen Heizkosten zu sparen. Heute sind daraus längst die „Semesterferien“ geworden. Der Grundgedanke der „Energieferien“ war damals, Erdöl zu sparen. Der Ölpreis war im Oktober 1973 während der ersten schweren Ölkrise auf einen Höchststand geklettert. Die österreichische Regierung führte daraufhin für etwa drei Jahre nicht nur einen autofreien Tag pro Woche ein, sondern auch...

  • 06.02.20
Der traditionelle Blasius-Segen mit den gekreuzten Kerzen.

Hätten Sie es gewusst?
Wer darf eigentlich "segnen"?

Am Tag nach Mariä Lichtmess wird am 3. Februar traditionell der „Blasiussegen“ mit den gekreuzten Kerzen gespendet. Doch wer darf eigentlich andere Menschen segnen? Ist das nur einem Priester oder Diakon erlaubt? Seit dem 11. Jh. gilt der Blasiussegen mit den gekreuzten Kerzen als Hilfe gegen alle Arten von Halskrankheiten. Wobei der Name des Segens bekannter ist als das Leben des hl. Blasius selbst, der zu den 14 Nothelfern zählt und einst selbst Arzt und später Bischof war. Wer sich...

  • 15.01.20
Der große Chanukkaleuchter am Beginn der Kärntnerstraße, der seit vielen Jahren rund um Weihnachten (2019 von 22. - 30. Dezember) an das jüdische Chanukka-Fest erinnert-

Hätten Sie es gewusst?
Lebendiges Judentum in Wien

Zum 16. Mal feiert die katholische Kirche am 17. Jänner, einen Tag vor der Gebetswoche um die Einheit der Christen, den „Tag des Judentums“. Damit soll uns die Weggemeinschaft mit dem Judentum – unseren älteren Brüdern im Glauben – bewusst gemacht werden. Es gibt nur wenige europäische Metropolen, deren Stadtgeschichte so eng mit der jüdischen Geschichte verbunden ist wie Wien. Doch obwohl es bis zum 2. Weltkrieg ein pulsierendes jüdisches Leben in Wien gab, findet man heute kaum noch...

  • 15.01.20

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