Anekdoten: Heiter bis heilig
Wie ein Vater

Stolz auf seinen „Vater“:  Othmar Lorenz (rechts) verdankte seinem Onkel (links) viel. Der Pfarrer und seine Schwester waren wie Eltern für das Waisenkind.
  • Stolz auf seinen „Vater“: Othmar Lorenz (rechts) verdankte seinem Onkel (links) viel. Der Pfarrer und seine Schwester waren wie Eltern für das Waisenkind.
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Leider kommt es immer wieder vor, dass Kinder früh ihre Eltern verlieren.
Meist kümmern sich danach Verwandte um sie. Darunter sind auch Geistliche.

Ein prominentes Beispiel dafür war der jüngst verstorbene Sportredakteur Sigi Bergmann, der als 8-Jähriger seine Mutter im Krieg verlor und danach bei seinem Onkel, dem späteren Weihbischof Joseph Streidt, im Wiener Erzbischöflichen Palais aufwuchs. (Der SONNTAG hat berichtet.)

Wenn der Pfarrhof zum Vaterhaus führt

Ein anderes Beispiel ist Othmar Lorenz. Er war Jahrgang 1889 und früh Waise. Um ihn kümmerten sich sein Patenonkel, der Pfarrer in Seelau in Böhmen war, sowie dessen Schwester. Und so wurden die beiden für ihren Neffen wie Eltern.

Othmars Tante war zuvor Gesellschafterin in einem noblen Haus gewesen und noch immer mit den Herrschaften in Kontakt. Eines Tages spielte der Bub mit seinen Freunden im Dorf, als zwei elegante Damen des Weges kamen. Sie waren offensichtlich Fremde. Sie gingen auf die Gruppe zu und fragten höflich nach dem Weg zum Pfarrhof. Othmar war erst vier Jahre alt, aber er konnte den Weg exakt beschreiben. Anerkennend sagte eine der Damen:
„Du kennst dich ja gut aus!“ – „Natürlich,“ antwortete der Knabe und fügte voll Stolz hinzu: „Der Pfarrer ist ja mein Vater!“ Was die Damen natürlich zunächst schockierte.
Othmar selbst erzählte die Geschichte später stets schmunzelnd.

Autor:

Bernadette Spitzer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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