Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Hirte, Herde, Lamm
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In Österreichs Kirchen haben kürzlich Leitungswechsel stattgefunden: Da wurde Josef Grünwidl zum neuen Wiener Erzbischof geweiht, und die Evangelische Kirche Kärnten/Osttirol führte Andrea Mattioli feierlich ins Amt der neuen Superintendentin ein.
Kirchen, Gemeinden oder gar ein Land gut weiterzuentwickeln – das erwarten wir von Menschen, die in leitenden Funktionen tätig sind. Selbst dann, wenn uns die „Oberhäupter“ jeglichen Geschlechts nicht zu Gesichte stehen.
Ob auf meiner Wellenlänge oder nicht: Was ich Führungskräften in Politik und Kirche wünsche, ist: erstens, dass sie am Boden bleiben und auch am Leben jener teilhaben, deren Alltag vorrangig geprägt ist von (Erwerbs-)Arbeit und Sorge um die Liebsten. Zweitens, dass sie weitblickend handeln und zugleich solidarisch sind mit allen, die Unterstützung brauchen. Und drittens, dass sie nicht nur von Menschen umgeben sein mögen, die ihnen genau das sagen, was sie hören wollen.
Mich selber beim Krawattl nehmend, frage ich mich: Wie mutig bin ich, Dinge sachlich an- und auszusprechen? Bin ich ein anonymer Teil der Herde, in der alle im Gleichschritt blöken, oder ein Lamm, das selber denkt und aufrichtig Dinge beim Namen nennen kann?
Anna Maria Steiner, Redakteurin
anna.steiner@graz-seckau.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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