Heiligen Alltagshelfer | Teil 10
Vorbilder des Miteinanders
- Hl. Elisabeth von Thüringen
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Was Nächstenliebe bedeutet, zeigen diese drei Heiligen: Elisabeth, Monika und Vinzenz von Paul.
Hl. Elisabeth von Thüringen
Gedenktag: 17. November
Darstellung: als Königstochter oder als Franziskanerin
Attribute: Korb mit Rosen/Brot/Fisch
Patron: Witwen, Waisen, Bettler, Kranke
Elisabeth wird 1207 geboren und wächst als ungarische Königstochter auf. Schon mit vier Jahren wird sie an den thüringischen Hof auf die Wartburg geschickt, „zur Erziehung in deutscher Umgebung“. Dort heiratet sie Ludwig, den jungen Landgrafen — eine glückliche Ehe, aus der drei Kinder hervorgehen. Doch Elisabeth bleibt nicht die „höfische Dame“: Sie besucht Bedürftige, pflegt Kranke und gründet unterhalb der Wartburg ein kleines Hospital „zur Pflege von Kranken und Bedürftigen“. Ihre Familie sieht das kritisch, doch Elisabeth lässt sich nicht beirren. Legenden erzählen von Wundern, die ihre Hingabe unterstreichen.
Als Ludwig 1226 auf dem Kreuzzug stirbt, bricht für Elisabeth die Welt zusammen. Sie wird vertrieben, lebt zeitweise im Elend, findet aber Zuflucht bei Verwandten.
Schließlich entscheidet sie sich radikal: Sie tritt als Tertiarin in den Franziskanerorden ein und verzichtet auf jeden Reichtum. 1229 zieht sie nach Marburg an der Lahn, wo sie ein Spital errichtet und sich ganz der Pflege Bedürftiger widmet. Mit nur 24 Jahren stirbt sie, „aufgezehrt in der Fürsorge für andere“. Schon vier Jahre später wird sie heiliggesprochen. Heute ist sie als „Elisabeth von Thüringen“ die Patronin der Armen.
Hl. Monika
- Hl. Monika
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Gedenktag: 27. August
Darstellung: Augustinernonne, mit Krug als Sinnbild für die Tränen, die sie weinte
Attribut: Witwenschleier, Rosenkranz
Patron: Frauen und Mütter
Monika stammt aus einer christlichen Familie und heiratet jung Patricius, einen angesehenen Stadtrat, der aber als jähzornig, unbeherrscht und regelmäßig Ehebruch begehend beschrieben wird. Mit Geduld und Beharrlichkeit führt sie ihn kurz vor seinem Tod zum Glauben. Ihr Sohn Augustinus schlägt vorerst denselben Weg ein wie sein Vater: Ausschweifendes Leben, Abwendung von der Familie, Reisen nach Karthago, Rom und Mailand. Als „Bischof von Hippo“ wird er schließlich in die Geschichte eingehen.
Monika lässt nicht los. Sie betet, bittet, hofft — jahrelang. Schließlich folgt sie ihm bis nach Mailand, wo sie erlebt, wie Bischof Ambrosius ihren Sohn verändert. 387 lässt der sich taufen. Auf der Heimreise stirbt Monika in Ostia, „ein halbes Jahr nach der Taufe ihres Sohnes“ – erfüllt von dem Wissen, dass ihre Gebete erhört wurden.
Hl. Vinzenz von Paul
- Hl. Vinzenz von Paul
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Gedenktag: 27. September
Darstellung: als Priester, mit Bedürftigen
Attribut: Almosenkorb, Brot, Mantel
Patron: caritative Vereine, Waisen- und Krankenhäuser, Inhaftierte
Vinzenz wächst im 16. Jh. als Sohn einer Bauernfamilie auf und wird früh zum Priester bestimmt. Doch sein Leben beginnt alles andere als heilig: Er macht Schulden, flieht vor Gläubigern und wird – der Überlieferung nach – sogar von Seeräubern verschleppt und als Sklave nach Tunis verkauft. Erst nach einer dramatischen Flucht über das Meer kehrt er zurück nach Frankreich.
In Paris wandelt sich sein Leben. Vinzenz entdeckt seine Berufung: nicht Karriere, sondern Menschen. Er pflegt Bedürftige und Kranke, gründet in kleinen Dörfern erste Bruderschaften der Nächstenliebe, später die Vinzentiner und die Vinzentinerinnen – Gemeinschaften, die Alten, Kranken, Waisen und Gefangenen helfen. So wird aus einem jungen Mann, der nach Sicherheit suchte, einer der klügsten Organisatoren sozialer Hilfe seiner Epoche und Namensgeber einer großen Hilfsorganisation für Menschen in Not.
Maria Wilbrink
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.