Suizidprävention
Zuhören und Leben schützen

Ein Gespräch kann entlasten und Hoffnung schenken. Das bietet die TelefonSeelsorge kostenlos und rund um die Uhr. Suizidprävention lebt von Menschen die hinschauen und zuhören.  | Foto: T. Miroshnichenko/Pexels
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  • Ein Gespräch kann entlasten und Hoffnung schenken. Das bietet die TelefonSeelsorge kostenlos und rund um die Uhr. Suizidprävention lebt von Menschen die hinschauen und zuhören.
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Hoffnung stärken. Zum Welttag der Suizidprävention am 10. September beschreibt der Leiter der TelefonSeelsorge, wie man Menschen in Krisen unterstützen kann.

Manchmal wird das Leben für Menschen so schwer, dass sie keinen Ausweg mehr sehen. Gedanken daran, dem eigenen Leben ein Ende zu setzen, sind dann oft Ausdruck tiefer Verzweiflung, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit. Gerade deshalb ist es wichtig, dass niemand mit seiner Not allein bleiben muss.

Aus dieser Überzeugung entstand 1953 die erste TelefonSeelsorge. Der englische Pfarrer Chad Varah erkannte, dass Menschen in existenziellen Krisen oft niemanden hatten, mit dem sie offen sprechen konnten. Seine Idee war ebenso einfach wie wirkungsvoll: Rund um die Uhr sollte jemand telefonisch erreichbar sein, der zuhört.
Die Idee verbreitete sich rasch über die ganze Welt und kam 1966 nach Österreich. Heute führen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TelefonSeelsorge österreichweit jedes Jahr rund 200.000 Gespräche am Telefon. Dazu kommen etwa 14.000 Beratungen per Chat, E-Mail oder WhatsApp.

Die TelefonSeelsorge ist damit zu einem wichtigen Bestandteil der Suizidprävention geworden. Unter der kostenlosen Notrufnummer 142 ist sie Tag und Nacht erreichbar. Die Gespräche sind vertraulich, wertschätzend und kostenlos. Menschen mit Suizidgedanken erleben dort, dass sie ihre Ängste und Sorgen aussprechen können, ohne bewertet oder verurteilt zu werden. Das löst noch kein Problem, kann aber entlasten, neue Hoffnung schenken und den Weg zu weiterer Hilfe eröffnen.
Dass Prävention wirkt, zeigt die Entwicklung der Suizidzahlen in Österreich. Seit den 1980er-Jahren hat sich die Suizidrate etwa halbiert. Dazu beigetragen haben auch strengere Waffengesetze, eine verantwortungsvollere Berichterstattung der Medien, bessere Behandlungsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen sowie der Ausbau von Beratungs- und Krisenangeboten.

Suizidprävention ist jedoch nicht nur Aufgabe von Fachleuten. Sie beginnt im Alltag: dort, wo Menschen aufeinander achten, nachfragen und füreinander da sind. Wer zuhört, Interesse zeigt und Belastungen nicht übersieht, stärkt seelische Gesundheit. Soziale Verbundenheit, ein leichter Zugang zu Hilfe und die Bereitschaft, offen über psychische Krisen zu sprechen, sind wichtige Schutzfaktoren.
Bedeutsam ist auch die Selbstfürsorge. Tragfähige Beziehungen, ausreichend Erholung, Bewegung, Momente der Dankbarkeit und sinnstiftende Aufgaben stärken die eigene seelische Gesundheit.
Suizidprävention lebt von Menschen, die hinschauen statt wegzusehen, zuhören statt zu urteilen und begleiten statt allein zu lassen. Niemand muss seinen Weg durch eine schwere Krise allein gehen. Hilfe ist da. Und manchmal kann ein Gespräch den entscheidenden Unterschied machen.

Christian Ortner,
Leiter der TelefonSeelsorge in der Steiermark

Erreichbar
Kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter 142. In Krisen, bei Einsamkeit, Überforderung oder Suizidgedanken. Onlineberatung per Chat, E-Mail und Messenger unter telefonseelsorge-graz.at

Mehr Informationen bei GO-ON Suizidprävention Steiermark unter suizidprävention-stmk.at

Ein Gespräch kann entlasten und Hoffnung schenken. Das bietet die TelefonSeelsorge kostenlos und rund um die Uhr. Suizidprävention lebt von Menschen die hinschauen und zuhören.  | Foto: T. Miroshnichenko/Pexels
Christian Ortner leitet die TelefonSeelsorge in der Steiermark. Dass Suizidprävention wirkt, zeigen die Suizidzahlen, die sich in Österreich seit den 1980er-Jahren halbiert haben. | Foto: Neuhold
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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