Steiermark | SONNTAGSBLATT - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Wachsen und Reifen

Leben bedeutet Veränderung. Es steht nie still und es kann sich nur vorwärts bewegen. Wir können nicht zu einer früheren Version unseres Seins zurückkehren. Wir können wachsen und reifen, müssen uns aber auch mit der Vergänglichkeit und Gebrechlichkeit unserer irdischen Existenz anfreunden. Viele betreiben erheblichen Aufwand, um den Ist-Zustand zu konservieren. Gleiches gilt für das kirchliche Leben, die Gestaltung von Gemeinschaft und die Strukturen der Seelsorge. Es bleibt nicht, wie es war....

  • 09.09.26

Offen gesagt - Mag. Karl A. Immervoll
Christliche Werte leben

Was sagt ein römisch-katholischer Theologe zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt? Der jüngste Wahlerfolg der rechtsextremen deutschen Partei Alternative für Deutschland (AfD) und die Tatsache, dass auch Kirchenkreise und christliche Gruppen nicht gegen Populismus immun sind, veranlasst mich, ein paar Zeilen aus dem Manifest „Die Bedrängnis des Evangeliums“ zu zitieren, das die französische katholische Gruppe Anastasis 2022 verfasst hat. Darin heißt es: „Faschismus ist für das Christentum kein...

  • 09.09.26

Positionen - Elisabeth Wimmer
Eh ganz lieb

Das Lamm heißt Liesl. Lebhaft springt es vor der Berghütte in der Wiese herum und hat in den kleinen Söhnen einer Hüttengastfamilie fröhliche Spielgefährten gefunden. Für uns Erwachsene sieht das Spiel richtig süß aus. Doch Schaf- und Menschenkinder können beim Spielen übermütig werden. Dem jüngeren Bub ist das Temperament des Lamms nicht ganz geheuer. Kein Wunder, er ist genauso klein wie das Tier und steht ihm als Einziger wirklich Auge in Auge gegenüber. Mit etwas Respektabstand ist ihm dann...

  • 09.09.26

Mutworte - Sabine Petritsch
ErMUTigung

Es ist wieder so weit. Die Ferien liegen hinter den SchülerInnen – mit unterschiedlichsten Erfahrungen. Schulbeginn. Kinder mit Schultüten, neue Hefte in den Rucksäcken, vertraute Gesichter werden gesucht. Wir alle verbinden damit Erzählungen. Zwischen Freude und Beklemmung ist alles dabei; bei jenen, die neu beginnen, wohl auch Neugier und Erwartung. Dabei beginnen wir alle immer wieder neu. Mitten im Jahr ein Anfang, wenn der Herbst vor der Tür steht, die Landschaft in bunte Farben taucht....

  • 09.09.26

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Diagnose Demenz

Wie geht unser Leben weiter? Wie entwickelt sich die Krankheit? Wird er in ein paar Wochen seine Liebsten noch erkennen? Wie sollen wir das finanziell stemmen, wenn er seinen Job verliert? Die Diagnose Demenz hebt das Leben völlig aus den Angeln. Das erlebte Friederike de Maeyer am eigenen Leib, als ihr Mann mit Mitte Fünfzig mit Demenz diagnostiziert wurde. Mehr lesen Sie auf den Seiten 8 und 9. Falls Sie selbst betroffen oder Angehörige/r einer an Demenz erkrankten Person sind, oder sich...

  • 02.09.26

Positionen - Leopold Neuhold
Unter vier Augen oder für alle Ohren?

Es ist verführerisch, jemandem über die Medien, besonders über die „sozialen“, etwas auszurichten, ihn oder sie eines Fehlers zu bezichtigen. Wo dazu noch mit solchen Aktionen die Genugtuung verbunden ist, sich als der moralisch Bessere zu präsentieren, als einer, der weiß, was richtig ist. Im Evangelium vom Sonntag lesen wir die Aufforderung: „Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht!“ Realitätsfremd? Man wird sich doch nicht die Gelegenheit nehmen...

  • 02.09.26

Gut beraten
Schulstart – zurück in den Alltag

Nach den Ferien kehrt der Schulalltag zurück: Termine, Wege und Absprachen müssen neu koordiniert werden. Nach Wochen mit mehr Freiheit treffen wieder feste Zeiten aufeinander, Routinen müssen sich erst einspielen. Was im Sommer selbstverständlich war, braucht nun erneute Abstimmung. Hilfreich ist es, diese Phase nicht als Rückkehr in den „alten“ Alltag zu sehen, sondern als neues Einpendeln. Gewohnheiten sind unterbrochen, Abläufe müssen sich sortieren. Kinder reagieren oft irritiert auf...

  • 02.09.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Wunden & Wunder

„An seinen Wunden haben sie den Auferstandenen erkannt, nicht an seinen Wundern.“ Dieser Gedanke vom christlichen Liedermacher Arne Kopfermann hat mich nachdenklich und neugierig gemacht. Tatsächlich hielten die Jünger Jesus bei seinen ersten Erscheinungen für einen normalen Mann – (meist) bis er seine Wunden zeigte. Die Osternacht radiert den Karfreitag nicht aus. Sie schreibt die Geschichte weiter. Im Sommer fallen manche Hüllen. Da werden Tattoos sichtbar und auch manches, mit dem man...

  • 26.08.26

Offen gesagt - Thomas Vlk
Rede darüber!

Was sagen Sie einem Mann, der sich in einer persönlichen Krise befindet? Welche Botschaft haben Sie an Väter und Familien – angesichts der Tragödie in Kumberg? Ich bitte ihn, drei Dinge zu verstehen: 1. Du bist nicht allein. Viele Menschen durchleben gerade jetzt – in diesem Augenblick – ebenso wie du eine heftige Lebenskrise. Und es gibt für dich und sie Hilfe und einen positiven Weg hinaus. 2. Du bist kein Loser. Das, was du jetzt durchlebst, ist keine Niederlage. Herausforderungen lassen uns...

  • 26.08.26

Positionen - Svjetlana Wisiak
Lange Haare und laute Musik

„In Tschechien gibt es so ein Metal-Festival. Wollen wir da einmal hingehen?“, fragte mich mein Mann 2022. Ich stimmte zu, obwohl der Gedanke an eine Ansammlung von schwarz gekleideten Menschen mit Tattoos und langen Haaren, die laute Musik machen und hören, für gewisse Skepsis sorgte. Heuer besuchten wir das Festival zum fünften Mal. Denn: Die Stimmung ist großartig, die josephinische Festung, in der es stattfindet, ist beeindruckend; und vor allem: Die Besucher – viele übrigens mit Kindern –...

  • 26.08.26

Mutworte - Sarah Knolly
Mut im Herzen bewahrt

Für meinen Geschmack habe ich in letzter Zeit definitiv zu wenig „Mutworte“ geschrieben. Das ist mir bewusst geworden, als ich mit unserem Hund Leo kürzlich eine gemütliche Morgenrunde gegangen bin. Zumal er mir dies vor Augen geführt hatte und mutig durch eine große Pfütze getapst ist. Gerade er, der Wasser sonst eigentlich nur in seinem Napf gut findet. Dadurch habe ich mir die Frage gestellt: Bin ich nicht aufmerksam genug durchs Leben gegangen? Habe ich „MUTvolles“ aus Unachtsamkeit...

  • 26.08.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Komfortzonen

Gleich neben der Kaffeemaschine, die ich mit BürokollegInnen benutze, lehnt an der Wand ein Thermometer aus Holz. Darauf sind Abschnitte markiert: So etwa ist der Bereich von 23 bis 50 Grad in Rot gekennzeichnet, und „Temperatur senken“ steht groß daneben. Hingegen hatte sich die Quecksilber-Anzeige heute Früh im Bereich „Komfort“ eingependelt – welch eine Freude, nach den Hitzewochen endlich wieder Temperaturen zwischen 15 und 23 Grad Celsius zu spüren. Der Klimawandel verlangt uns Menschen...

  • 19.08.26

Offen gesagt - Elisabeth Eisner
Stimmig und verständlich

Jeden Sonntag und Feiertag wird in den ORF Regionalradios ein Gottesdienst übertragen. Was ist Ihnen dabei wichtig? Seit fast zehn Jahren darf ich die Übertragung von Sonn- und Feiertagsgottesdiensten in den ORF Regionalradios als Aufnahmeleiterin für das Landesstudio Steiermark mitgestalten. In meiner Tätigkeit sehe ich mich als Bindeglied zwischen Pfarrgemeinde und Zuhörenden im Radio. Der Kontakt mit Menschen ist für mich sehr wichtig – ebenso, dass die Pfarrgemeinde einen stimmigen...

  • 19.08.26

Positionen - Theresia Heimerl
Hat Penelope gearbeitet?

Der antike Held Odysseus ist dank des neuesten Films von Christopher Nolan wieder einmal populär. Und auch, wenn der listenreiche Großbauer aus Ithaka eine reichlich ambivalente Gestalt ist (und auch so dargestellt wird), ist er immerhin noch der erste und einzige sympathische Mann unter all den Heroen der Sagen des Altertums. Immerhin will er zu seiner Frau nachhause. Immerhin hat er ihr zugetraut, in seiner Abwesenheit das Anwesen zu verwalten. Und immerhin bemüht er nicht die Götter dafür,...

  • 19.08.26

Mutworte - Christa Carina Kokol
Goethes Geburtstag

„Mein schönes Businessfoto ist geschäftsschädigend. Denn meine Klientinnen sind froh, dass ich in Wirklichkeit nicht so jung aussehe, wie auf dem Bild“, lacht eine Therapeutin selbstironisch. Sie, liebe Lesende, werden bemerken, dass auch ich mich nach über fünf Jahren von meinem Kolumnenfoto (nicht leicht) verabschiedet habe. Doch jeder Abschied ist ein Neubeginn, aus dem Mut und Hoffnung lächeln. Abschied nehmen heißt es oft auch von fixen Vorstellungen. Wie für jene Frau, die von ihrem...

  • 19.08.26

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Zersetzung

Am 9. August jährte sich der Todestag von Franz Jägerstätter. Der Innviertler Bauer, Mesner und Familienvater weigerte sich, am „ungerechten Krieg“ Nazi-Deutschlands mitzuwirken und wurde 1943 wegen „Wehrkraftzersetzung“ hingerichtet. Er berief sich auf seinen Glauben und sein Gewissen, weder Heimatpfarrer noch Bischof konnten ihn umstimmen. „Wenn du aufhörst, um jeden Preis überleben zu wollen, strömt ein neues Licht herein.“ So schrieb Jägerstätter in einem Brief. Und: „Besser die Hände als...

  • 12.08.26

Offen gesagt - Nicole Bauer
Licht der Welt

Stichwort Sonnenfinsternis: Was haben Sonnenkulte mit dem Christentum zu tun? Im Alten Ägypten wurde die Sonne als Gott Re verehrt, in Griechenland als Helios und im Römischen Reich als Sol. Besondere Bedeutung erlangte dort der Kult des Sol Invictus, der „unbesiegten Sonne“, den Kaiser Aurelian seit 274 n. Chr. reichsweit förderte. Münzen zeigen ihn mit Strahlenkrone. Das frühe Christentum entwickelte sich inmitten dieser religiösen Bilderwelt und deutete die Sonnensymbolik auf Christus hin...

  • 12.08.26

Positionen - Christian Teissl
… für ein Morgen

„Was haben die Religionen für eine Zukunft?“ Mit dieser Frage konfrontierte die französische Schriftstellerin Yvonne Chauffin vor bald fünfzig Jahren den damaligen Erzbischof von Wien, Kardinal Franz König. Diese Frage mutet wie eine jener Fragen an, die man offen lassen muss, will man sich nicht in heillosen Spekulationen verlieren, da sie einen Horizont aufspannen, der viel zu weit ist, als dass man ihn erfassen könnte. Die Antwort von Kardinal König jedoch ist alles andere als spekulativ,...

  • 12.08.26

Mutworte - Ruth Zenkert
Himmelschreiend

Elena war nicht zur Arbeit gekommen. Oft kam sie spät, weil es zuhause Probleme gab. Diesmal brachte sie ein Papier von der Polizei. Ihre Chefin Antoaneta las: Elena habe das Auto eines Nachbarn gestohlen und erheblichen Schaden angerichtet. Elenas Blick sagte alles: Ihr Freund war betrunken gewesen. Nun hatte er sie gezwungen, „sich zu stellen“, damit er keine Probleme bekam. Elena brach in Tränen aus. Antoaneta rief einen Polizisten an. Er kam, ging mit Elena zu seinem Auto und bat sie, eine...

  • 12.08.26

Mutworte - Sabine Petritsch
Mut zum Guten

Es ist ein erfrischender Sommertag, an dem eine genehme Hitze Menschen ins Freie zieht. Sommer – da ist auch Zeit für Gespräche und um lange nicht Gesehene zu besuchen. Ich sitze hier mit anderen am Tisch, Lavendelduft liegt in der Luft und der Blick schweift in die Weite der Landschaft. Man spricht über dies und das, lacht und freut sich. Es wird darüber gesprochen, wer Gutes tut – hier in der Nachbarschaft, unter FreundInnen und Bekannten. Uns allen fällt auf, dass Gutes zu tun Erstaunen...

  • 05.08.26

Positionen - Karl Veitschegger
Ganz – mit Leib und Seele

Wir alle kennen den Trend, nur das Erfolgreiche und Effiziente zu akzeptieren. Was misslingt, wird versteckt, was zerbricht, weggeworfen. Mariä Himmelfahrt erzählt eine andere Geschichte. Maria wird „mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen“. Für mich eine der schönsten Botschaften des christlichen Glaubens: Gott nimmt nicht nur die sonnigen Seiten unseres Lebens an, sondern den ganzen Menschen, „wie er leibt und lebt“. Marias Leben kennt Freude, Glück und Erfüllung, aber auch Sorge, Angst...

  • 05.08.26

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Aber Glaube

In meiner Speisekammer hängt ein kleines, getrocknetes Kräuterbüscherl, das mir meine Eltern letztes Jahr zu Mariä Himmelfahrt geschenkt haben. Anfangs hat es noch einen intensiven Duft verbreitet, mittlerweile riecht es nur mehr ganz leicht nach Kräutern, wenn man ihm mit der Nase nahe kommt. Ich glaube, dass Heilkräuter in und für unseren Körper viel Gutes bewirken können. Aber ich glaube nicht, dass ein Blitz eher in ein Haus ohne Kräuterbüscherl einschlägt, als in eines mit. Hoffen tue ich...

  • 05.08.26

Offen gesagt - Manuela Horvath
Glaube und Gemeinschaft

Am 9. August findet zum 30. Mal in Folge die Romawallfahrt in Mariazell statt. Was steht dahinter? Die Romawallfahrt nach Mariazell gibt es bereits seit einigen hundert Jahren. Nachdem die Wallfahrt 1938 verboten worden war, pilgerten Romnija und Roma nach 1945 wieder nach Mariazell – um der KZ-Opfer zu gedenken und für das eigene Überleben zu danken. Seit der Wiederbelebung der Romawallfahrt 1996 kommen Angehörige unserer Volksgruppe aus Österreich und den Nachbarländern wieder in Mariazell...

  • 05.08.26

Positionen - Elisabeth Wimmer
Die siebte Blume

Kürzlich wurde ich auf zwei Blumen-Ereignisse aufmerksam: Eine Musiklehrerin möchte ihren sieben Klavier-SchülerInnen nach dem Vorspielabend als Anerkennung je eine Rose überreichen. Kurz vor Konzertbeginn stellt sie erschrocken fest, dass sie nur sechs Blumen vorbereitet hat, eine zu wenig. Die Rettung: ihr Teenagersohn. Flink besorgt er die fehlende Rose und bringt sie nach. Und da ist das befreundete Paar auf der Durchreise, das uns mit seinem Spontanbesuch überrascht. Mit prächtigen...

  • 29.07.26

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