Steiermark | SONNTAGSBLATT - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Positionen - Elisabeth Wimmer
Die siebte Blume

Kürzlich wurde ich auf zwei Blumen-Ereignisse aufmerksam: Eine Musiklehrerin möchte ihren sieben Klavier-SchülerInnen nach dem Vorspielabend als Anerkennung je eine Rose überreichen. Kurz vor Konzertbeginn stellt sie erschrocken fest, dass sie nur sechs Blumen vorbereitet hat, eine zu wenig. Die Rettung: ihr Teenagersohn. Flink besorgt er die fehlende Rose und bringt sie nach. Und da ist das befreundete Paar auf der Durchreise, das uns mit seinem Spontanbesuch überrascht. Mit prächtigen...

  • 29.07.26

Positionen - Leopold Neuhold
Mein Weg, nicht der Weg

Ein Fußballer zum Pfarrer: „Ist es Sünde, wenn ich am Sonntag Fußball spiele?“ Des Pfarrers Antwort: „Nicht, dass du spielst, ist eine Sünde, sondern wie.“ Die Fußball-WM ist beendet. Im Letzten zählt nur der Sieg – nicht, wie gespielt wird. Die Frage nach dem Wie ist trotzdem berechtigt. Bei manchen Spielen beschlich mich ein Gefühl, das sich im Satz spiegelt: „Als ich um 11 Uhr auf die Uhr schaute, sah ich, dass es erst 9 war.“ Dies hat auch mit Systemfußball zu tun und indirekt mit der...

  • 29.07.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Krankenhauskeime

Aufgrund von Krankheitsfällen in meiner Familie habe ich in den vergangenen Wochen den Krankenhausbetrieb intensiver erlebt als sonst. Dabei hat mich etwas überrascht: die Freundlichkeit der Pflegekräfte. Jeden Tag. Bei großer Hitze, zu frühen oder späten Stunden und bei offensichtlich hoher Belastung. Dennoch waren sie ansteckend zuversichtlich, hatten einen guten Schmäh und vermittelten eine gewisse Leichtigkeit. Wohlgemerkt im ganz normalen LKH-Alltag, in der sogenannten „Holzklasse“. Ich...

  • 29.07.26

Offen gesagt - Sigrun Zwanzger
Gerechtigkeit ist unteilbar

Kirchliche Organisationen unterstützen seit Jahrzehnten Menschen auf der ganzen Welt. Warum ist Hilfe immer noch nötig? Globale Gerechtigkeit ist unteilbar. Deshalb unterstützt die Kirche weiterhin Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in unterschiedlichen Teilen der Welt. Die christliche Soziallehre verpflichtet dazu, an der Seite der Armen zu stehen – besonders dort, wo Menschen unter ungerechten politischen und wirtschaftlichen Strukturen leiden. Aus diesem Grund muss auch die europäische...

  • 29.07.26

Mutworte - Christa Carina Kokol
Gutes Garteln

Wenn man auf die Bühnen dieser Welt schaut, hat man den beängstigenden Eindruck, dass nur die Macht menschenverachtender Worte und die daraus folgenden Taten zählen. Das Recht des skrupellos Stärkeren. „Die Macht der Menschlichkeit“ lautet das Motto der Bühne Baden. Mit dem Anspruch, die Sehnsüchte einer gespaltenen Welt auf das Wesentliche hinzuführen: auf Empathie, Mitgefühl und Verantwortung. Eine Bühne, die nicht nur spielen, sondern zu Herz, Verstand und Seele sprechen will. Um diese...

  • 29.07.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Luxus vor der Tür

Am Samstag hab ich Brennnesseln gebrockt. Weil sich ein Familienmitglied Spinat gewünscht hat, mache ich mich – mit Strohhut, Schere und Gartenhandschuhen ausgestattet – auf in die Natur. Vor der Haustüre das vorzufinden, was man zum Leben braucht, ist ein Geschenk, denke ich mir und sage der gemäßigten Klimazone, die Leben hierzulande mitermöglicht, im Geiste „danke“. Als ich vor Jahren beim Mittagessen Betram Gordon Kuol (S. 24) fragte, wie oft die Menschen in seiner Heimat Südsudan denn...

  • 22.07.26

Positionen - Peter Bohynik
Christliches Handeln ehren

Warum verleiht die Österreichische Ordenskonferenz den „Preis der Orden“? Die Wirksamkeit der Orden ist geprägt vom vernetzten Denken und Handeln. Ordensgemeinschaften verstehen ihr Wirken als Antwort auf die Herausforderungen und Nöte der Gesellschaft. Die Grenze ihrer Wirksamkeit endet nicht an der Klostermauer – sie sind dort wirksam, wo sie sich mit der Welt auseinandersetzen und gemeinsam mit anderen Verantwortung übernehmen. Diesen Grundgedanken macht der „Preis der Orden“ alle zwei Jahre...

  • 22.07.26

Mutworte - P. Georg Sporschill SJ
Gott ist nahe

Wir wollten an die Wurzel gehen, dorthin, wo die Not herkommt. Unserem Werk gaben wir den Namen „Elijah“. Der Prophet erweckte das tote Kind einer armen Witwe zum Leben. Allerdings verlangte er etwas von der Witwe. Mit dem letzten Mehl und Öl, das sie im Topf hatte, sollte sie für ihn Brot backen. Er zeigte der Witwe, dass sie nicht armselige Empfängerin, sondern Gastgeberin war. Noch heute staune ich, wenn ich in die Hütten der Roma-Familien komme. Wie viele Kinder und Verwandte leben da in...

  • 22.07.26

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Wege zu mir selbst

So sicher, wie der Sommer ins Land zieht, kommt Jahr für Jahr ein Film über das Pilgern am Jakobsweg ins Kino. Der diesjährige nennt sich „Die Camino-Therapie“. Meist finden in solchen Filmen, die längst ein eigenes Genre bilden, höchst unterschiedliche Menschen zusammen, voll bepackt mit Problemen und Ungereimtheiten. Inmitten malerischer Landschaften werden heftig Konflikte ausgetragen, Schatten aus der Vergangenheit kommen ans Licht und der Weg nach Santiago erweist sich als schmerzhafter,...

  • 15.07.26

Offen gesagt - Maria Elßer
Verantwortung konkret

Was ist eigentlich die Initiative „FairStyria“? Das Land Steiermark unterstützt seit dem Jahr 1981 Projekte und Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation und der Zukunftsperspektiven von Menschen im sogenannten Globalen Süden. Träger dieser wichtigen Arbeit sind die vielen steirischen Vereine, Organisationen und kirchlichen Gruppen, die sich mit großem ehrenamtlichem Engagement für eine gerechte Welt einsetzen. Seit 20 Jahren werden am jährlich stattfindenden FairStyria-Tag diese Projekte...

  • 15.07.26

Positionen - Svjetlana Wisiak
Fischbrötchen mit Glubschaugen

Städtetrip nach Hamburg. Der logische erste Stopp führt zu den Landungsbrücken, wo die Vorfreude auf Fischbrötchen der legendären „Brücke 10“ kaum auszuhalten ist. Noch bevor wir uns mit dem Inhalt der überfüllten Weckerl anpatzen können, zieht ein Vorfall unsere Aufmerksamkeit auf sich: Ein älterer Herr aus Dänemark landet nicht etwa mit dem Schiff, sondern mit seinem Auto auf einem Steg. Schnell bildet sich eine Menschentraube um den roten Kleinwagen, dessen Fahrer – halb verwirrt, halb...

  • 15.07.26

Gut beraten
Familienurlaub – (Alb)Traum?

Urlaub gilt als die schönste Zeit des Jahres. Viele Familien hoffen auf Erholung, schöne Erlebnisse und eine unbeschwerte gemeinsame Zeit. Gleichzeitig entstehen gerade im Urlaub oft Spannungen. Während im Alltag Schule, Arbeit und Termine für Struktur sorgen, verbringen Familien in den Ferien mehr Zeit miteinander, wodurch unterschiedliche Bedürfnisse ans Licht kommen: Eltern sehnen sich nach Erholung, Kinder wollen oft Abenteuer und Jugendliche brauchen mehr Freiraum. So können...

  • 15.07.26

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Umkehren üben

Zwei Wege führen auf den Gipfel: ein kurzer an der Felskante – technisch anspruchsvoll; ein längerer quer durch ein großes Geröllfeld. Ich entscheide mich, den längeren zu erkunden, denn wir haben unseren Hund dabei. Es ist wie vermutet: Das Geröll rutscht unter den Bergschuhen weg. Zu gefährlich – erst recht für Hundepfoten. Wir treffen die einzig sichere Entscheidung: Umkehren. „Kehrt um!“, appellierte Papst Leo XIV. „voller christlicher Zuneigung“ letzte Woche an die Piusbruderschaft, bevor...

  • 08.07.26

Offen gesagt - Johanna Wäger
Erlebnisse, die bleiben

Was steckt hinter dem „Kaleidio“? Seit 2012 veranstaltet die Katholische Jungschar das österreichweite Jungschar- und MinistrantInnenlager „Kaleidio“. Der Name leitet sich vom Kaleidoskop ab – einem Instrument, das aus vielen bunten Teilen immer wieder neue, einzigartige Bilder entstehen lässt. Genau das spiegelt die Großveranstaltung auch wider: Kinder und GruppenleiterInnen bringen ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten, Erfahrungen, Talente und Sichtweisen mit und kommen in spannenden...

  • 08.07.26

Positionen - Karl Veitschegger
Echt katholisch

„Alles ist möglich, aber nix is fix“ — dieses Lebensgefühl prägt heute viele. Alles wird hinterfragt: Geschlechter, Menschenrechte, religiöse Normen. Das verunsichert. Und unglücklich Unsichere suchen Halt in Bewegungen, Parteien oder religiösen Gruppen, die geschlossene Weltbilder, fixe „Wahrheiten“ und emotionale Heimat anbieten. „Rückwärtsgewandtheit ist in Mode“, warnte Papst Franziskus. So halten etwa die „Piusbrüder“ ein Stück kirchlicher Vergangenheit für den „Katholizismus“ schlechthin....

  • 08.07.26

Mutworte - Josef Promitzer
Mut zum Hören

Aktuell grassiert, so scheint es, eine besondere (Un-)Art der Kommunikation: Die Lust am Missverständnis. Ob in den Nachrichten oder beim Gespräch zwischen Tür und Angel – der Eifer, an einzelnen Worten und Begriffen hängen zu bleiben, statt sich auf den eigentlichen Inhalt des Gesagten zu konzentrieren, kann Beobachtende oftmals verblüffen. Woran liegt das? Möchte man vielleicht, indem man vorschnell urteilt, verhindern, dass die eigene Weltsicht ins Wanken gerät? Im Alltag hat sich vielfach...

  • 08.07.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Mehr als nur Management

Bei einer Veranstaltung für Führungskräfte unserer Diözese hielt Pater Christian Marte SJ den Hauptvortrag. Eingeladen waren Verantwortliche aus Ordinariat, Caritas und den Seelsorgeräumen – Menschen, die täglich zwischen geistlichem Auftrag und organisatorischer Realität stehen. Sie erleben viele Herausforderungen des klassischen Managements: Zeitdruck, knappe Ressourcen, komplexe Entscheidungen. Und doch bewegen sie sich in einem Feld, in dem Sinnfragen und Glaubenszeugnis untrennbar...

  • 01.07.26

Offen gesagt - Marko Lantos
Kraft und Orientierung

Warum gehen Lehrlinge auf Wallfahrt? Um Gemeinschaft zu erleben, den Glauben zu stärken und über Zukunft nachzudenken. Das gemeinsame Unterwegssein fördert Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung; abseits des Alltags findet man Zeit für Gespräche und für Reflexion. Ins Leben gerufen hat die Lehrlingswallfahrt Religionsfachinspektor Andreas Gieferl († 2025). Angeregt durch die „Wallfahrt der Völker“ beim Mitteleuropäischen Katholikentag 2004, hatte er die Vision, dass auch wir...

  • 01.07.26

Positionen - Theresia Heimerl
Vorgeschmack auf das Höllenfeuer?

Ein älterer Kollege und ich pflegten einander in der heißen Jahreszeit oft angesichts der überhitzten Büroräume wie folgt zu begrüßen: „Es ist so heiß!“ – „Besser in dieser Welt schwitzen als in der nächsten ...“ (gemeint ist das Höllenfeuer). Mittlerweile ist es noch heißer geworden, Klimaanlage gibt es noch immer keine, der Kollege ist in Pension und ich, wenn möglich, im Homeoffice. Es sieht so aus, als bräuchten wir sehr bald das Höllenfeuer nicht mehr zu fürchten. Schließlich sind wir...

  • 01.07.26

Mutworte - Christa Carina Kokol
Notfall egal

Diese Mutworte schreibe ich heute als Fortsetzungsgeschichte: Vielleicht erinnern Sie sich noch an meinen schmerzhaften Insektenstich. Tags darauf musste ich deswegen einen Termin im Wirbelsäule-Fitnesscenter absagen. Dort meldete sich „Assistent Andy“. Bald wusste ich, dass ich es mit KI zu tun hatte. Das Gespräch konnte beginnen. Er: „Was ist dein Anliegen? Ich: Terminabsage“. Er: „Wann?“ Da diese zu kurzfristig war, wollte er sie nicht akzeptieren. Ich: „Kann ich den Chef sprechen?“ Er: „Ich...

  • 01.07.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Fürs Stammbuch

Zu den großen Schätzen aus meiner Kindheit zählt ein Stammbuch. Den grünen Ledereinband ziert eine Goldprägung, und im Laufe meiner Schulzeit füllten sich die blütenweißen Seiten mit Zeichnungen und Sprüchen. Einer davon begleitet mich bis heute: „Man sieht nur mit dem Herzen gut – das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.“ Im Lauf der Zeit lerne ich die Worte besser kennen. Erfahre, von wem sie stammen – dem französischen Piloten und Autor Antoine de Saint-Exupéry. Bekomme eine Idee davon,...

  • 24.06.26

Offen gesagt - Gerlinde Paar
Miteinander statt allein

Der Diözesanrat schrieb einen offenen Brief an die Landesregierung – warum? Als Diözesanrat muss man manchmal auch laut sein. Als Vertretung von rund 700.000 steirischen KatholikInnen gibt es kaum ein wichtigeres Thema für uns als ein gelingendes, friedliches Zusammenleben. Seit 2011 bildet die „Charta des Zusammenlebens in Vielfalt“ die Basis für eine einzigartige Integrationspartnerschaft. Über Parteigrenzen und Konfessionen hinweg haben 43 Organisationen dieses Fundament mitgetragen. Es hat...

  • 24.06.26

Positionen - Christian Teissl
Von Abschied zu Abschied

Du bist zum ersten Mal in einem fremden Haus zu Gast; ein lange geplantes Gespräch kommt endlich zustande; die Stunden vergehen wie im Flug. Als du aufbrichst, begleiten deine Gastgeber dich zur Tür. Du verreist für ein paar Wochen; deine Liebsten begleiten dich zum Zug. Ihr winkt einander zu, bis ihr den Blickkontakt verliert, dann schreibt ihr euch noch ein paar Zeilen: „Alles Gute unterwegs!“ – „Auf Wiedersehen im Herbst!“. Du verlässt bei Dienstschluss das Büro. Dein Gegenüber unterbricht...

  • 24.06.26

Mutworte - Ruth Zenkert
Wer Glut haben will

Eines Tages erhielten wir eine unverhoffte Einladung: Zwei Mädchen überbrachten sie von ihrem Chef. Wir würden staunen, wer es sei! Neugierig gingen wir mit. Vor einem Abbruchhaus erschien Mihai, unser gefürchteter „Rocker“. Er beherbergte hier neun Jugendliche, mit denen wir nicht fertiggeworden waren. Er berichtete, dass er morgens alle wecke und jeder eine Aufgabe habe. Sogar ein Abendgebet hatte er eingeführt. Als wir aufbrechen wollten, verriet er sein Anliegen. Jetzt kommt der Preis für...

  • 24.06.26

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