Steiermark | SONNTAGSBLATT - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Lichtmomente

Letztes Wochenende haben wir die Uhren von Sommer- auf Winterzeit umgestellt. Morgens ist es damit jetzt (eine Weile) früher hell. Dafür wird es abends nun spürbar schneller finster. Es ist nicht mehr zu übersehen: Die Tage werden laufend kürzer. Für manche ist das die gemütlichste Zeit im Jahr. Andere – so wie ich – tun sich mit der Dunkelheit eher schwer. Im Dunkeln aus dem Haus zu gehen und meist erst heimzukommen, wenn es bereits wieder dunkel ist – das schlägt mir an manchen Tagen aufs...

  • 28.10.26

Offen gesagt - Petra Vonier-Pösel
Ein Schutzraum

Ignatianisch beten: Die Welt dreht sich so schnell, dass wir oft gar keine Zeit haben, darüber nachzudenken, was gestern oder vor einer Woche war. Genau das aber wäre wichtig. Dazu helfen regelmäßige Zeiten der Reflexion. Die Ordensschwester Igna Kramp nennt sie „Schutzräume für den Blick auf die geistlichen Vitalfunktionen“. Diese ermöglichen, immer wieder zu überprüfen, ob ich noch in der richtigen Richtung unterwegs bin. Und sie helfen, das, was ich einmal als wesentlich erkannt habe, zu...

  • 28.10.26

Positionen - Christian Teissl
Unverlierbarer Verlust

Dieser Tage habe ich meine Grazer Wohnung aufgelöst und bin dabei vor Fragen gestanden, die sich in solchen Situationen immer stellen: Was nehme ich mit? Was gebe ich aus der Hand? Was ist wichtig, was überflüssig? Was werde ich auch weiterhin brauchen und was ist nur noch Ballast? Schließlich bin ich draufgekommen, dass jene Dinge, von denen ich mich auf keinen Fall trennen möchte, in eine einzige Handtasche passen; darunter auch ein Klassenfoto aus meiner Volksschulzeit, jenes der dritten...

  • 28.10.26

Mutworte - Christa Carina Kokol
Glorios

„Glorious!“, ein Schauspiel mit Musik von Peter Quilter, erzählt die wahre, berührende und zugleich urkomische Geschichte von Florence Foster Jenkins, die im New York der 1940er-Jahre als „schlechteste Sängerin der Welt“ berühmt wurde. Auch wenn Florence kaum einen Ton richtig traf, schaffte sie es mit unerschütterlicher Leidenschaft bis in die ausverkaufte Carnegie Hall. Ihr Mangel an musikalischem Talent schmerzte nicht nur ihren treuen Pianisten. Dennoch machte er der begeisterten „Diva“...

  • 28.10.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Technische Hilfsmittel

Wer an Technik denkt, denkt meist nicht an einen Friedhof. Dabei kann sie selbst dort wertvolle Dienste leisten. Rund um Allerheiligen zeigt sich das besonders deutlich. Die Internetseite der Katholischen Kirche Steiermark verzeichnet in diesen Tagen regelmäßig einen ihrer stärksten Zugriffswerte des Jahres. Viele Menschen suchen dort nach Zeiten und Orten der Gräbersegnungen. Auch bei der Suche nach einem konkreten Grab kann Technik unterstützen. Die App Stiller Begleiter erleichtert das...

  • 21.10.26

Offen gesagt - Monika Brottrager-Jury
endlich.leben

Du bist verantwortlich für endlich.leben.Lebenskunst am Zentralfriedhof Leoben: Passen Leben und Friedhof zusammen? Das passt gut – denn am Friedhof begegnet mir neben dem Tod auch das Leben! Eines meiner Hauptanliegen ist es, Sorgegemeinschaften am Friedhof zu stärken. Drei Dinge haben sich dabei bewährt: 1. Begegnungsräume im Lebensraum Friedhof schaffen: Ich will den Friedhof, gemeinsam mit anderen, als öffentlichen Raum der gewollten und zufälligen Begegnungen denken lernen. 2. Angebote...

  • 21.10.26

Positionen - Elisabeth Wimmer
Funken sprühen

Zu den prominentesten 100er-Geburtstagskindern dieses Jahres gehört der französische Philosoph Michel Foucault. Es heißt, er habe einmal gesagt, er wolle „Buchbomben“ schreiben. Also Bücher, die in dem Augenblick wirksam wären, in dem sie geschrieben oder gelesen werden. Sie sprühten Funken, setzten etwas in Gang und verschwänden dann. „Buchbomben“? In meinen Ohren ist das ein zu gewalttätiges Bild für die Inspirationskraft von Büchern. Mir gefällt aber die Aufmerksamkeit für den...

  • 21.10.26

Gut beraten - Heidi Grafeneder
Wenn Kinder trauern

Die Welt eines Kindes steht Kopf, wenn ein geliebter Mensch stirbt, sie sich von Gewohntem verabschieden müssen oder die Trennung der Eltern auch in ihrem Leben einiges durcheinanderbringt. Kinder reagieren in diesen Situationen oft mit kurzen, intensiven Trauerphasen: Sie weinen heftig – und im nächsten Moment spielen oder lachen sie wieder unbeschwert. Das ist nicht ungewöhnlich und dient dem Selbstschutz. Es ist unsere Aufgabe, Gefühlen wie Wut, Traurigkeit oder Verzweiflung einen...

  • 21.10.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Segel setzen

Nach einem Frühstückstee, den meine Mama aus ihren getrockneten Kräutern mischt, sowie einem ersten frühmorgendlichen Kaffee, ist ein Grüntee aus dem Weltladen meist mein drittes Heißgetränk am Tag. Neben dem fein-herben Geschmack begeistern mich vor allem die Sinnsprüche, die in der Grünteepackung auf kleinen Zettelchen schlummern. Derjenige von heute lautet: „Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel neu setzen.“ Ich hole Luft und atme durch. Von wem auch immer dieser Spruch...

  • 14.10.26

Offen gesagt - Nicole Neuwirth
Sich ein Urteil bilden

Schulfach „Medien & Demokratie“ – wozu? Jugendliche informieren sich heute oft dort über die Welt, wo Nachrichten, Werbung, Meinung und Unterhaltung ineinanderfließen. Soziale Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube beeinflussen zunehmend das Demokratieverständnis junger Menschen. Dabei begegnen ihnen Inhalte, die zu einem großen Teil unkontrolliert und unreflektiert im digitalen Raum existieren. Darum ist es wichtig, SchülerInnen dabei zu helfen, die Flut an Informationen einzuordnen...

  • 14.10.26

Positionen - Leopold Neuhold
Einfach & bequem

Ein Geisterfahrer wird von der Polizei angehalten. „Sie fahren in die falsche Richtung!“ Empört der Gestoppte: „Wie wollen Sie das wissen! Sie haben keine Ahnung, wohin ich will!“ Wir haben einen Weg gewählt, vielleicht haben wir uns diesen Weg auf einem Navigationsgerät festlegen lassen. Das ist bequem und erspart langes Überlegen. Das im schnellen Denken, mit welchen Mitteln der sogenannten künstlichen Intelligenz auch immer erworbene Wissen drängt auf Umsetzung, Einwände von anderen Seiten...

  • 14.10.26

Mutworte - Josef Promitzer
Lachen macht Mut

In den 70er Jahren wurde bei dem Journalisten Norman Cousins eine schwere Erkrankung des Rückenmarks festgestellt. Nicht bereit, in Traurigkeit darüber zu versinken, entschied er sich, so viel lachen zu wollen wie möglich. Lustige Videos und Freunde halfen ihm dabei. Als er wieder gesund war, schrieb er dem Lachen, neben seiner medizinischen Behandlung, einen großen Anteil an seiner Heilung zu. Norman Cousins Fall löste weltweites Interesse aus und gilt als Beginn der Lachforschung, welche sich...

  • 14.10.26

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Gut gegen Armut

In den elitären Kreisen der Hightech-Unternehmer im Silicon Valley liegt diese Haltung sehr im Trend: Zuerst werde ich Milliardär, dann kann ich mit meinem Vermögen viel Gutes tun und es im Dienst an der Menschheit einsetzen. Ein armer Mensch hingegen könne, selbst mit noch so edler Gesinnung, nur sehr wenig bewirken. Als Nicht-Milliardär und Mensch, der nie versucht hat, einer zu werden, habe ich gegenüber dieser Auslegung von Nächstenliebe meine Vorbehalte. Da stellt sich zunächst die Frage,...

  • 07.10.26

Offen gesagt - Walter Drexler
Die Zeit der Ernte

Gedanken zu Erntedank: Auf dem Küchentisch liegt ein Apfel, gelb und rotbackig, so richtig zum Hineinbeißen. Ich habe ihn heute beim Spaziergang gefunden. Nun erfüllt sein Duft den ganzen Raum. Ich nehme ihn in meine Hände, bestaune seine Farben, fühle die glatte Schale, schicke meine Gedanken in sein Inneres, wo die Kerne schlummern, die ich in die Erde stecken könnte, um einen neuen Apfelbaum wachsen zu lassen. Und zugleich denke ich, wie gleichgültig wir oft so eine köstliche Frucht...

  • 07.10.26

Positionen - Svjetlana Wisiak
Ausgebremst

„Der Widerstand liegt in dir!“, meinte meine Kollegin neulich, als ich bei unserem Betriebsausflug laut schnaufend beteuerte, dass unsere Draisine gegen einen Widerstand ankämpft. Ich ersparte uns beiden eine Antwort, auch mangels Luftzufuhr in der Lunge. Als ich in der Werbebranche anfing, versuchte man mir einzubläuen: „Wer gut genug ist, kann für alle Branchen gut texten.“ Wenn aber das Projekt eines ungeliebten Kunden anstand, sträubte sich alles in mir – und meine Texte klangen, als hätte...

  • 07.10.26

Mutworte - Sabine Petritsch
Wer braucht Mut?

Wir machen ein Picknick. Das Kind mit seinem Freund und ich. Achtsam bereiten sie alles vor: was es zu essen und was es zu trinken gibt. Und das Süße darf natürlich nicht fehlen. Die Wespen haben unser Vorhaben auch schon entdeckt. Die Kinder unterhalten sich. Ich staune, wie sehr sich ihre Gesprächsthemen von denen in meiner Kindheit unterscheiden. Die beiden kommen aufs Schwimmen zu sprechen, dann auf die ersten Abenteuer, die sie ohne Eltern erlebt haben. Zum Beispiel das erste Mal mit...

  • 07.10.26

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Nachhaltig geprägt

Ein Mann in einem grob gewebten Kleidungsstück läuft durch hohes Gras. Mehrere junge Frauen und Männer folgen ihm. Sie versprühen Leichtigkeit. An mehr erinnere ich mich nicht. Es ist eine Szene aus einem Film, den ich einst im Religionsunterricht gesehen habe. Er handelt vom heiligen Franz von Assisi, zu dessen 800. Todestag diese Ausgabe viele Schwerpunkte setzt. Der 4. Oktober ist auch Welttierschutztag. Das Datum ist nicht zufällig gewählt, wie wir auf Seite 16 lernen. Als Jorge Mario...

  • 30.09.26

Offen gesagt - Sr. Magda Schmidt
Hoffnungsträger

Was inspiriert Sie am hl. Franz von Assisi? Er hat als Einzelner seine persönliche Berufung konsequent gelebt. Welche Bewegung ist in die Kirche gekommen, bis heute! Drei Berufungserfahrungen haben sein Leben geprägt: 1. Im geringsten Menschen, einem Aussätzigen, hat er Gott entdeckt. 2. Im Gebet vor dem Kreuzbild erhielt er den Auftrag, die Kirche aufzubauen. 3. Beim Hören des Evangeliums von der Aussendung der Jünger erfuhr er die Lebensform: durch die Welt ziehen und die Botschaft der...

  • 30.09.26

Positionen - Karl Veitschegger
Alles für die Katz?

Ein ukrainischer Bub in einem Grazer Kindergarten, der rasch Deutsch gelernt hat, will seiner Sprachförderin ein Geschenk machen. Er bastelt aus Karton eine Pistole. (Der Krieg hat offenkundig seine Seele geprägt.) Die Pädagogin reagiert nicht belehrend, aber sagt: „Ich mag keine Waffen.“ Der Bub überlegt kurz und fragt: „Magst du Tiere? Willst du lieber Katze oder Hund?“ „Eine Katze bitte!“, antwortet sie. Da nimmt der Bub die Pistole und bastelt daraus eine Katze. Aus einem Symbol der Gewalt...

  • 30.09.26

Mutworte - Christa Carina Kokol
Reden mit dem Wolf

„Mich hat der hl. Franziskus schon als Kind fasziniert“, begeistert sich eine Gesprächsteilnehmerin. „Er konnte mit Tieren reden und verstand ihre Sprache.“ Vielleicht dachte die Frau an die Legende über Franziskus und den Wolf, der einst in der Stadt Gubbio Angst und Schrecken verbreitet haben soll. Franziskus ging dem Gefürchteten entgegen, obwohl dieser, von Hunger getrieben, sich auf ihn stürzen wollte. Franz blieb ruhig, nannte ihn Bruder und machte ihm ein Friedensangebot: Der Wolf soll...

  • 30.09.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Entfaltung

Ich habe viele positive Rückmeldungen auf unsere Heiligen-Serie von Maria Wilbrink bekommen. Es ist beeindruckend, wie viele Heilige schwierige Seiten und Zeiten gehabt haben. Gott hat in ihnen dennoch etwas Besonderes gesehen. Durch Zufall (?) hat mir „das Internet“ einen Vortrag des Autors Simon Sinek eingespielt. Dieser untersucht, wie aus scheinbar durchschnittlichen Menschen erfolgreiche Persönlichkeiten werden. Seine Antwort: Es braucht mindestens einen, der an dich glaubt. Diese Person...

  • 23.09.26

Offen gesagt - Ida Ronchetti
Kinder brauchen Eltern

Einfach zum Nachdenken – Aufgaben der Schule: Schule. Das ist der Ort, an dem man lernt. Am besten für das Leben außerhalb der Schule. Schule ist vielleicht auch der Ort, wo manche das erste Mal still sitzen lernen. Oder das Grüßen von Erwachsenen. Was Schule aber meiner Auffassung nach nicht ist beziehungsweise sein soll, ist der Ort, an dem alle Probleme der Familie und Gesellschaft gelöst werden. Oder Kinder zum ersten Mal Konsequenzen erfahren. Das schafft Schule nicht. In meinen Klassen...

  • 23.09.26

Positionen - Theresia Heimerl
Rechts und links

„Manche meinen / lechts und rinks / kann man nicht / velwechsern / werch ein illtum“, schrieb der großartige Ernst Jandl vor vielen Jahren. Seine anarchistische Leserverwirrung kommt mir in der letzten Zeit in den Sinn, wenn ich Nachrichten über das politische Leben und Leiden unserer deutschen Nachbarn konsumiere. Mein Urlaub führte mich just nach Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Auf der Insel Rügen gibt es an einem der endlosen, sandigen Küstenstreifen eine Ferienanlage, erbaut von...

  • 23.09.26

Gut beraten - Doris Putzer-Maier
Einsam ist man nicht allein!

Die Tage werden kürzer, Nebelschwaden ziehen übers Land – für die einen ein romantisches Herbstbild, bei anderen weckt es graue, quälende Gefühle, begleitet von unfreiwilligem Alleinsein. Einsamkeit ist keine medizinisch definierte Krankheit, wird jedoch spätestens seit der Corona-Pandemie in unterschiedlichsten Kontexten häufig zitiert – auch ein Blick in die Medien zeigt zunehmendes Interesse (was keinesfalls heißt, dass es Einsamkeit nicht schon vor Corona gab). In Arztpraxen und...

  • 23.09.26

Beiträge zu Kommentare & Blogs aus

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ