Steiermark | SONNTAGSBLATT - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

SonntagsblattPLUS | 5. Juli 2020
Willkommen in der Sonntagsblatt_Familie

In den letzten Tagen wurde ich, wie wahrscheinlich Sie auch, öfter gefragt: „Was glaubst du, wie es weitergehen wird? Überhaupt, und auch mit der Kirche?“ Gerne hätte ich viel wissender geantwortet, als es möglich war.Diesbezüglich wurde ja schon viel gefragt, räsoniert und gesagt in den letzten Wochen. Von neuer Normalität war da die Rede und von neuer Nachdenklichkeit. Von wirtschaftlichen Herausforderungen und von neuer Bescheidenheit. Von Armutsangst und hoffnungsvollen Impulsen für das...

  • 01.07.20

Aus meiner Sicht
Chefredakteur Herbert Meßner

Das Gute steckt oft in kleinen Buchstaben.Unsere Kolleginnen und Kollegen vom Salzburger „Rupertusblatt“ haben als Werbegeschenk ein Brillenputztuch gestaltet. Darauf ist die Botschaft aus der Schöpfungsgeschichte, „Gott sah, dass es gut war“, mit immer kleiner werdenden Buchstaben geschrieben. So wie ein Sehtest beim Augenarzt. Die Aussage, „dass es gut war“, ist dadurch am schwersten zu lesen. Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Um das Gute zu sehen, muss ich genau hinschauen. Manchmal...

  • 01.07.20

Offen gesagt
Versteckter Rassismus

Gibt es Rassismus in der Steiermark?Vor 20 Jahren war es gang und gäbe, dass Menschen schwarzer Hautfarbe auf der Straße beschimpft wurden, und auch das N-Wort war noch fast selbstverständlich in Verwendung. Schwarze seien ungebildet und unhygienisch, war die landläufige Meinung. Als Mensch mit schwarzer Hautfarbe einen Job zu finden wurde damit fast unmöglich. – Ein Beispiel: Eine junge schwarze Frau hat sich als Verkäuferin in einer Bäckerei beworben und wurde nicht genommen mit der...

  • 01.07.20

Positionen, Alois Strohmaier
Erhebende Gefühle in der Coronazeit

Allein schon der Klang der Kirchenglocken beim ,Z’sammläuten‘ war ein erhebendes Gefühl“, befand ein Leser der Kleinen Zeitung und freute sich, die heilige Messe wieder in der Kirche mitfeiern zu können. Viele Pfarrgemeinden entwickelten in der Coronakrise Möglichkeiten, Gottesdienste ohne die gewohnte Beteiligung vieler Mitfeiernder würdig zu gestalten und sie über die visuellen Medien uns ins Haus zu liefern. Ich denke an den italienischen Pfarrer, der begonnen hat, ihm von seinen...

  • 01.07.20

Aus meiner Sicht
Chefredakteur Herbert Meßner

Eine Woche voller Feste.  Gleich drei Apostel und ein Marienfest werden in dieser Woche gefeiert. Für Petrus und Paulus gibt es einen gemeinsamen Feiertag am 29. Juni. Beide haben in Rom den Tod für ihren Glauben erlitten, Petrus am Kreuz, Paulus durch das Schwert. Auf Bildern und Statuen sind Apostel oft an dem zu erkennen, was sie in den Händen halten. Petrus hat meist den Schlüssel. Er ist eine Schlüsselfigur im Kreis der zwölf engsten Jünger Jesu und in der jungen Kirche. Nicht zu einer...

  • 24.06.20

Offen gesagt
Zweiter Arbeitsmarkt

8525 offene Stellen für 61.122 steirische Arbeitslose Ende Mai. Was tun? Ausgehend von der Erfahrung, dass die allermeisten Menschen arbeiten wollen, sowie der moralischen Verpflichtung, dass jeder mit seiner Arbeit zu seinem Lebensunterhalt beiträgt, ergibt sich ein Auftrag für die Gesellschaft: Allen, die arbeiten wollen, sollte auch die Möglichkeit dazu geboten werden. Demnach wäre der Aufbau eines Sozialökonomischen Sektors („zweiter Arbeitsmarkt“) mit langfristigen, geförderten...

  • 24.06.20

Positionen, Karl Veitschegger
Gott und Twitter

Wer das Wort „Twitter“ hört, denkt rasch an US-Präsident Donald Trump. Er nützt dieses weltweite öffentliche Nachrichtenmedium exzessiv, um seine Sprüche loszulassen, (nachweislich) oft verlogen und inhuman. Schamlos spannt er dafür auch Gott und die Bibel vor seinen politischen Karren. Aber auf „Twitter“ findet man auch andere Stimmen, leisere, zutiefst menschliche. So „twitterte“ am 28. Mai eine junge Frau: „Vor wenigen Wochen haben mein Mann und ich einen Säugling mit Downsyndrom...

  • 24.06.20

Aus meiner Sicht
Chefredakteur Herbert Meßner

Zurück zum Hamsterrad des Pfarrbetriebs? Ein Priester der Erzdiözese Wien hat sich kritische Gedanken gemacht, welche Defizite sich bei der Kirche während der „Corona-Zeit“ gezeigt haben. Er sähe zwar keine spirituellen Folgeschäden, wohl aber einen Mangel an Präsenz der Kirche in der Gesellschaft und an Lebensrelevanz in ihrer Verkündigung. Dabei hinterfragt er das „Hamsterrad des Pfarrbetriebs“. Pfarrroutine und Angebote für eine überschaubare Gruppe würde viele Ressourcen der Seelsorge...

  • 17.06.20
Michaela Ziegler

Offen gesagt
Klimavolksbegehren

Am 22. Juni beginnt die Eintragungswoche für das Klimavolksbegehren. Warum unterschreiben Sie? Das ist eine der wichtigsten Unterschriften, die man zur Zeit leisten kann. Denn jetzt geht es um die Zukunft der kommenden Generationen. Und wir spüren die Auswirkungen des Klimawandels ja auch schon! Damit sich nachhaltig etwas ändert, muss Klimaschutz – so wie es das Volksbegehren fordert – in der Verfassung verankert werden. Nur so wird Klimaschutz auf allen Ebenen ermöglicht und leistbar. Es...

  • 17.06.20

Positionen, Monika Prettenthaler
Be(un)ruhigung!?

Die einen sagen: „Es ist Sommer!“ Und sie liegen richtig, weil der meteorologische Sommerbeginn mit 1. Juni festgelegt ist. Andere sagen: „Endlich beginnt der Sommer!“ Und auch sie haben recht, weil der astronomische Sommer auf der nördlichen Erdhalbkugel am 21. Juni beginnt. Wieder andere sagen: „Ab jetzt werden die Tage wieder kürzer!“ Sie denken auch richtig, denn der 20. Juni ist in diesem Jahr der längste Tag, und mit der Sommersonnenwende nimmt die Tageslänge wieder ab. Noch viele andere...

  • 17.06.20

Aus meiner Sicht
Chefredakteur Herbert Meßner

Zeichen am Wege und eine große Frage. Zu meiner Jungscharzeit haben wir aus der „Bubenweisheit“ gelernt, bei Geländespielen bestimmte Zeichen in der Natur zu hinterlassen und sie zu verstehen. Auch die Pfadfinder verwenden solche Bodenzeichen. Beim Begräbnis des Theologen Philipp Harnoncourt erinnerte dessen Bruder Karl an ein bestimmtes: einen Punkt mit einem Kreis rundherum. Es bedeutet: Ich habe meine Aufgabe erfüllt und bin nach Hause gegangen. Vor kurzem haben wir Christi Himmelfahrt...

  • 09.06.20

Offen gesagt
Vater werden und sein

Wie war das Vaterwerden für Sie? Was für ein Vater wollen Sie sein? Dass ich Vater werden möchte, war für mich schon lange klar. Ich komme aus einer großen Familie, bin das vorletzte von sechs Kindern und wuchs mit jüngeren Nachbarskindern und Nichten und Neffen auf. Kleine Kinder und auch Babies waren mir nie fremd. Ich wollte gerne schon früh selbst Kinder haben, aber meine Frau und ich haben gewartet, bis wir unsere Ausbildungen abgeschlossen hatten. Seit fünf Monaten bereichert nun...

  • 09.06.20

Positionen
Leopold Neuhold

Weil’s Vorschrift ist? Ein Unteroffizier fragt die Rekruten, warum der Gewehrschaft aus Walnussholz ist. Die jungen Soldaten zählen verschiedene mögliche Gründe auf. Weil dieses Holz widerstandsfähiger sei, sagt der eine, der andere erwähnt die glatte Oberfläche des Holzes, wieder ein anderer begründet die Wahl des Holzes damit, dass es so elegant sei. „Alles Blödsinn!“, merkt der Unteroffizier kühl an. Und gibt dann den seines Erachtens wahren Grund zum Besten: „Weil es so Vorschrift...

  • 09.06.20

Aus meiner Sicht
Chefredakteur Herbert Meßner

Ein Gott, der uns gewogen bleibt. „Bleib mir gewogen!“ So verabschiedete sich Professor Philipp Harnoncourt gern, wenn er uns in der Redaktion besuchte. Das Wirken dieses vielseitigen Theologen, der am 25. Mai gestorben ist, hat eine reiche Ernte hinterlassen. Zu seinem 80. Geburtstag hatte er eine geistige Auseinandersetzung mit der Vorstellung und den Bildern vom dreifaltigen Gott angeregt, verbunden mit einem künstlerischen, literarischen und musikalischen Wettbewerb dazu. Bei einer...

  • 03.06.20

Offen gesagt
Schau auf das Mögliche

Momentan ist durch Corona vieles ungewiss. Was kann helfen, damit umzugehen? Was immer hilft, ist Struktur. Gerade wenn man momentan mehr zu Hause ist als sonst, ist es hilfreich, den Tagesablauf zu strukturieren. Wenn keine Verabredungen oder Termine anstehen, sich trotzdem so anziehen, als würde man aus dem Haus gehen. Wenn man von zu Hause arbeitet, Pausen einplanen und auch wirklich machen. Alles, was einem selbst guttut, hilft, eine Krise leichter zu durchschreiten. Dazu gehört auch...

  • 03.06.20

Positionen, Elisabeth Wimmer
Auf dem Seil

Frühmorgens in Manhattan: Ein paar Menschen schauen nach oben zu den Türmen des World Trade Center. Es ist der 7. August 1974, und die Twin Towers stehen noch unfertig und einigermaßen unhinterfragt an ihrem Platz. Doch dazwischen, in gut 400 Metern Höhe, geht jetzt jemand auf einem gespannten Seil einige Male von dem einen Gebäude zum anderen und zurück, legt sich gar zwischendurch auf das Seil. Diese Geschichte ist wahr und tatsächlich passiert. Der Franzose Philippe Petit hatte seinen...

  • 03.06.20

Aus meiner Sicht
Chefredakteur Herbert Meßner

„Danke sehr herzlich und vergnügt!“ Auf meinem Handy ist eine SMS vom 30. April gespeichert: „Danke sehr herzlich und vergnügt. jw.“ Dieser Dank von Bischof Johann Weber bezog sich auf ein Foto aus der Studentenzeit von ihm und seinem priesterlichen Weggefährten Leopold Städtler, das wir anlässlich hoher Geburtstage der beiden gebracht hatten. „Danke sehr herzlich und vergnügt.“ Das letzte Wort, das Bischof Weber an mich persönlich gerichtet hat. Sein Abschiedswort. Eine Zusammenfassung...

  • 27.05.20

Offen gesagt
Wieder in der Schule

Wie war die Zeit des Home-schooling, und wie ist es jetzt wieder in der Schule? Es war schon cool, so lange Zeit zu Hause zu sein. Gott sei Dank wohne ich mit meiner Familie in einem Haus mit großem Garten. Mit meiner Mama habe ich immer Zeiten ausgemacht, wann gelernt werden muss. Einiges habe ich mir auch selbst eingeteilt. Wenn das Wetter schön war, bin ich viel draußen gesessen und hab draußen gelernt, zum Beispiel die Englisch-Vokabeln. Meistens hat sich meine Katze dazugesetzt – und es...

  • 27.05.20

Positionen, Alois Strohmaier
Vom großen Glück der Nähe

Von „herzzerreißenden Szenen“ während der Corona-Krise erzählt Mustafa Salkovic, Hausleiter in einem Klosterneuburger Seniorenheim. Der „Kurier“ berichtete in Wort und Bild: Eine betagte Frau mit einem Sträußchen Tulpen im Arm steht vor dem mit Plexiglas abgesicherten Besucherraum. Durch das Glas hindurch sieht man ihren Gatten im Rollstuhl. Seit 60 Jahren sind die beiden verheiratet. Jeden Tag besucht die Frau ihren Mann, um dank der vom Haustechniker geschaffenen „Besucherschleuse“ ein...

  • 27.05.20

Aus meiner Sicht
Eine Flamme, die nicht erlischt

Manchmal ist es eine Geburtstagsüberraschung oder einfach ein Gag, wenn die Kerzen auf der Torte sich nicht ausblasen lassen. Das kann manch Überraschten auch verwirren. So wie mich eine Kerze, mit der ich beim ersten wieder größeren Sonntagsgottesdienst mit der Gemeinde unsere Osterkerze anzünden wollte. Da das Ewige Licht, von dem ich mittels einer schmalen Hilfskerze das Licht zur Osterkerze bringen wollte, schon tief drin im Gefäß brannte, habe ich vorher ausprobiert, ob das klappt. Dann...

  • 19.05.20

Offen gesagt
Kirchenmusik anders

Wie waren die letzten Wochen für Sie als Kirchenmusiker? Für mich persönlich waren sie nicht ganz schlimm, da ich mit meiner Familie in Thörl auf einem kleinen Bauernhof lebe. Dort habe ich auch eine Übe-Orgel, und in den letzten Wochen hatte ich viel Gelegenheit zu üben. Auch bin ich endlich dazugekommen, Noten zu sortieren – zu Hause wie auch in der Pfarre. Mein Dienst bei den Gottesdiensten war natürlich nicht möglich, und auch die Chorproben der Stadtpfarrkantorei und des Kinderchores...

  • 19.05.20

Positionen, Karl Veitschegger
Krise und Phantasie

Krisensituationen regen die Phantasie an. Und das ist zunächst einmal gut. Menschen entwickeln erstaunlich gute Ideen, um sich und anderen zu helfen, Not zu lindern, Krankheiten zu besiegen usw. Aber es gibt auch die dunkle Seite: Verschwörungsphantasien. Beim Brand Roms bezichtigte Nero die Christen, Feuer gelegt zu haben; in der Pestzeit beschuldigten Christen die Juden, Brunnen zu vergiften; am Anfang der Neuzeit verurteilten katholische und protestantische Richter Hexen als Ursache für...

  • 19.05.20

Aus meiner Sicht
Begegnung in der U-Bahn

Der seinerzeitige französische Außenminister Robert Schumann trat einmal in der Metro einer Dame unabsichtlich auf den Fuß. Diese fuhr ihn barsch an, warum er nicht besser aufpasse. Dann schaute sie auf, und als sie sein Gesicht sah, entschuldigte sie sich zerknirscht und meinte: Verzeihen Sie meine rüde Ausdrucksweise, aber ich habe geglaubt, es ist mein Mann. Robert Schumann gehört zu den Gründervätern der Europäischen Union, deren erster Vorläufer, die Montanunion, vor 70 Jahren gegründet...

  • 13.05.20

Offen gesagt
Corona-Kirchenpflege

Was ist bei der Kirchenpflege in Zeiten von Corona zu beachten? Eines vorweg: Niemand muss Angst davor haben, eine Kirche zu betreten. Die Mesnerinnen und Mesner und alle, die sich um die Kirchen kümmern, werden von uns gut informiert, wie sie auch in diesen Zeiten unsere Kirchen hygienisch halten. Rechtzeitig sollen außerdem alle Pfarren mit Hygienematerial versorgt werden, damit sie im Eingangsbereich der Kirchen Desinfektionsmittel für die BesucherInnen zur Verfügung stellen können. Denn...

  • 13.05.20

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