Steiermark | SONNTAGSBLATT - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt
Konfetti & Klarheit

Einmal im Jahr spielt uns der Kalender eine kleine Pointe zu. In dieser Ausgabe des SONNTAGSBLATT treffen der Höhepunkt des Faschings und der Beginn der Fastenzeit aufeinander. Der christliche Glaube erwartet nicht, das Leben auf eine einzige Farbe zu reduzieren. Er kennt das Bunte und das Ernste, das Leichte und das Schwere. Fasching schenkt uns einen Blick auf die heitere Seite – was viele lustige pfarrliche Veranstaltungen auf unseren Hinweisseiten verdeutlichen. Und dann beginnt die...

  • 11.02.26

Positionen - Elisabeth Wimmer
„Veronika“

Jö, eine g’scheite Kuh! Tierbilder sind beliebt: wie jüngst das Foto von der Kuh Veronika aus dem Gailtal, die sich mit einem Lang-stiel-Besen das Fell kratzt. Berühmt wurde das Tier nicht, weil es uns unterhält, sondern weil es so klug ist. Forscher der Wiener Veterinärmedizinischen Universität haben von ihren Studienergebnissen berichtet: Veronika kann einen Besen gezielt als „Mehr-zweck-Werkzeug“ benutzen. Sie dreht den Besen um, je nachdem, wo es juckt. Das hat man bei Rindern bisher noch...

  • 11.02.26

Mutworte - Josef Promitzer
Über Mut

Was ist Übermut? Schnell denke ich an Situationen, die mit Unvernunft und Übertreibung einhergehen. Andererseits fällt mir auch eine heiter-ernstgemeinte Bemerkung der Theologin und Kirchen-Clownin Gisela Matthiae ein: Übermut bedeutet für sie, dass viel Mut übrig ist. Ein schöner Gedanke: Ich habe noch mehr als genug Mut vorrätig, um auch spontan in herausfordernden Momenten über meinen Schatten springen zu können. Vielleicht kann man auch Jesus als übermütig bezeichnen, weil er offenbar die...

  • 11.02.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Hirte, Herde, Lamm

In Österreichs Kirchen haben kürzlich Leitungswechsel stattgefunden: Da wurde Josef Grünwidl zum neuen Wiener Erzbischof geweiht, und die Evangelische Kirche Kärnten/Osttirol führte Andrea Mattioli feierlich ins Amt der neuen Superintendentin ein. Kirchen, Gemeinden oder gar ein Land gut weiterzuentwickeln – das erwarten wir von Menschen, die in leitenden Funktionen tätig sind. Selbst dann, wenn uns die „Oberhäupter“ jeglichen Geschlechts nicht zu Gesichte stehen. Ob auf meiner Wellenlänge oder...

  • 04.02.26

Offen gesagt - Sr. Franziska Madl
Keine Massenbewegung

Sind Ordensgelübde noch zeitgemäß? Wir versprechen in unseren Gelübden, nach den evangelischen Räten zu leben. Dazu gehören Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Sie leiten sich aus den Schriften des heiligen Paulus ab und nennen sich bewusst „Räte“, denn es sind keine Anweisungen oder Befehle. Sondern es ist ein Rat, an den man sich halten kann – und Ordensleute entscheiden sich nach eingehender Vorbereitungszeit bewusst, sich daran zu halten. Diese Gelübde waren nie zeitgemäß und müssen es nicht...

  • 04.02.26

Positionen - Leopold Neuhold
Narr in Christo

Schon im Mittelalter wurde das Fest der Narren gefeiert. Im Rahmen des Narrentreibens übernahm etwa der jüngste Ministrant für einen Tag das Bischofsamt, der „Dorftrottel“ das des Bürgermeisters. Solches Treiben war der Obrigkeit ein Dorn im Auge, es nagte an ihrer Autorität. Mit diesem Umsturz der sozialen Ordnung – für einen Tag – sollte gezeigt werden: Es könnte anders sein – und besser. Also Narren an die Macht? Diese Forderung scheint heute überflüssig, weil mancherorts erfüllt. Aber wird...

  • 04.02.26

Mutworte - Ruth Zenkert
Der Roma-Junge auf dem Papststuhl

Bevor die Wächter herbeieilen konnten, war Catalin wieder aufgesprungen. Einmal, nur kurz, hatte er in der Audienzhalle des Vatikans auf dem weißgepolsterten Stuhl sitzen wollen, auf dem sonst nur der Papst sitzen darf. Rasch war der Bub wieder bei seinen Freunden, mit denen er aus Rumänien nach Rom angereist war. Vor acht Jahren standen wir in einer kleinen Hütte am Bett seiner kranken Mutter und beteten. Der Krebs war stärker als sie. In der Nacht starb sie. Der Vater wusste nicht, wie er...

  • 04.02.26

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Eine Verfrühung

Die Deutsche Bahn ist wegen ihrer notorischen Verspätungen in Verruf geraten. Bei meiner Heimreise vom Filmfestival in Saarbrücken erlebte ich das Gegenteil. Ein bestens gelaunter schwäbischer Zugführer machte die Durchsage: „Wir erreichen Ulm 13 Minuten früher als geplant. Ich bitte Sie, die durch diese Verfrühung entstehenden Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Die Verfrühung wird Ihnen selbstverständlich bei der nächsten Verspätung gutgeschrieben.“ In unserem meist minutiös getakteten Leben...

  • 28.01.26

Offen gesagt - Bianca Friesenbichler
Selbstbestimmt Frau sein

An wen richtet sich euer neues Projekt und was wird angeboten? Selbstbestimmt Frau sein“ ist ein neues Bildungs- und Vernetzungsprojekt. Es richtet sich an Frauen im ländlichen Raum, die beruflich, familiär oder ehrenamtlich viel leisten und sich selbst dabei manchmal zu wenig Raum geben. Wir wollen Frauen dabei unterstützen, ihre Selbstbestimmung zu stärken, berufliche Chancen zu erkennen und die Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Ehrenamt neu zu denken. In verschiedenen Veranstaltungen...

  • 28.01.26

Positionen - Svjetlana Wisiak
Einmal „mit ohne“

Recht hell, so ein alkoholfreier Radler, denke ich mir, während ich beim Einschenken unter Einsatz all meiner Talente eine Schaumkrone ins Glas modelliere. Nicht lange dauert es, bis ich mir die Sinnfrage stelle: Ist es denn so ein kümmerliches Schaumhäufchen wert, das Kalorienkonto des heutigen Tages zu belasten? Schon längst ist der Grübel-Apparat voll im Gange und einmal mehr sind wir an dem Punkt angelangt, die Faszination am „Dry January“ – also dem Alkoholverzicht im Jänner – zu...

  • 28.01.26

Mutworte - Josef Promitzer
Zeit der Mutigen

Anfang dieses Jahres habe ich es, nach langem Zögern, endlich getan: Ich habe mich einem Buchklub angeschlossen. Seither treffe ich mich regelmäßig mit Anderen, die so gerne lesen wie ich. Der Schritt brauchte bei mir Überwindung. Denn es ist nicht einfach, sich neu einer Gruppe anzunähern, in der bisherige Mitglieder einander kennen und in der es eigene, erst zu entdeckende Regeln gibt. Auf die Frage, welches Buch ich zuletzt gelesen habe, antwortete ich mit „Zeit der Mutigen“. Das...

  • 28.01.26

Aus meiner Sicht
Sprache hat Wirkung

In den ersten beiden Wochen dieses Jahres wurden in Österreich bereits zwei junge Frauen ermordet. Was die Fälle verbindet? Der Täter war kein Fremder, sondern ein Lebens- oder Sexualpartner. Bei solchen Nachrichten überkommt mich ein Gefühl der Machtlosigkeit: Was könnte ich als Einzelperson überhaupt tun, damit in Beziehungen weniger Gewalt geschieht? Als ich meine Ratlosigkeit auf einer Social-Media-Plattform teilte, bekam ich einen klugen Gedanken zurück: Wir alle können uns darum mühen,...

  • 22.01.26

Positionen - Karl Veitschegger
Gott inkognito

Eine ältere Dame betritt das Studio der TV-Sendung „Bares für Rares“ mit einem wunderschönen Ring. Diesen Ring, erzählt sie, habe ihre Tante in den 30er-Jahren von ihrem Geliebten erhalten. Der Mann war verheiratet und Jude. Unter dem Nazi-Regime drohte ihm und seiner Familie grausame Vernichtung. Die Geliebte versuchte, dem Geliebten und seiner Familie über einen bekannten SS-Mann zur Flucht zu verhelfen. Der SS-Mann war dazu bereit, verlangte aber als Gegenleistung, dass sie ihm sexuell zu...

  • 22.01.26

Offen gesagt - Saskia Löser
Das Wort im Mittelpunkt

Was ist was? Wortgottesdienst und Wort-Gottes-Feier Der Wortgottesdienst ist ein Teil der hl. Messe mit ein oder zwei Lesungen (Altes und Neues Testament außer Evangelien), Antwortpsalm nach der ersten Lesung, Ruf vor dem Evangelium (Halleluja bzw. in der Fastenzeit ein anderer Ruf), Evangelium, (Homilie, Glaubensbekenntnis) und den Fürbitten. An diesen Teil der hl. Messe schließt sich die Eucharistiefeier an. Die Tische des Wortes und des Brotes sind gedeckt, Christus ist real präsent im Wort...

  • 22.01.26

Mutworte - Christa Carina Kokol
Achtung, Hundstrümmerl!

Ist jeder Mensch ersetzbar? Ja, in meinen Funktionen, in dem, was ich tue. Nicht aber im Wie. Denn was wäre an Gutem nicht in der Welt, wenn es mich nicht gäbe? Als Mensch bin ich nicht ersetzbar wie ein Pflasterstein, sondern einzigartiges und daher notwendiges „Puzzleteil“. Unser persönliches Leben ist wie ein unvollständiges Mosaik, mit farbenprächtig hellen Steinen, aber auch dunklen und schweren. Alle gehören dazu. Und es ist eine tiefe menschliche Erfahrung, dass gerade dunkle Steine, die...

  • 22.01.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Bitte anstecken

Die Grippewelle rollt durchs Land. Händewaschen, Hustensaft und ein hohes Maß an Vorsicht prägen den Alltag. Doch wir wissen: Nicht nur Viren sind erfahrungsgemäß ansteckend, auch Angst breitet sich in Windeseile aus. Gerade jetzt, wo vertraute Strukturen ins Wanken geraten und die Landkarte für uns alle neu gezeichnet wird, fühlen sich viele von Verunsicherung erfasst. Psychologen sagen, dass unser Gehirn über unsere Wahrnehmung unausgewogen entscheidet: Negatives bleibt hängen, Gutes rutscht...

  • 14.01.26

Offen gesagt - Peter Ebenbauer
„Die Wurzel trägt dich“

Warum feiern Christinnen und Christen einen „Tag des Judentums“ (17. Jänner)? Die Idee entstand im Jahr 1997 auf der „Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung“ in Graz. Zwei Jahre später beschloss der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich, alljährlich am 17. Jänner wie einige andere Länder den „Tag des Judentums“ zu begehen. Dieser Termin ist bewusst gewählt, denn unmittelbar vor der „Weltgebetswoche für die Einheit der Christen“ (mehr dazu siehe Seite 14) feiern die Kirchen am „Tag...

  • 14.01.26

Positionen - Theresia Heimerl
Der Fremde auf Österreichisch

Anfang Jänner kam eine Neuverfilmung von Albert Camus’ Klassiker des Existenzialismus ins Kino: „Der Fremde“ (L’Étranger, 1942). Ein Wiedersehen mit der einstigen Schullektüre fördert interessante Perspektiven zutage: War der weiße französische Protagonist nicht ohnehin ein Fremder in einem fernen Land, ganz ohne philosophischen Überbau? Wie würde die Handlung „europäischer Mann tötet Araber“ heute in sozialen Medien reflektiert werden – oder würde Camus heute einen Araber den weißen Franzosen...

  • 14.01.26

Mutworte - Petra Unterberger
Die Suppe am Herd

Nach einer Rodelpartie oder einem langen Spaziergang im verschneiten Wald freue ich mich auf eine heiße Suppe. Beim Umrühren meiner bunten Gemüsebouillon erinnere ich mich an die heiß begehrte Suppe mit klein aufgeschnittenen Frankfurter Würsteln in der Kindheit. Beim Schöpfen versuchte jedes Kind, so viele Würstel wie möglich zu „fischen“. Die errungene Beute legten wir sorgfältig am Tellerrand ab, um sie zum Schluss zu genießen. Mein Leben scheint so ähnlich wie diese Suppe am Herd, mit jedem...

  • 14.01.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Vorsatz

„Gott, gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Dieser Spruch, der mich seit vielen Jahren begleitet, wird als „Gelassenheitsgebet“ bezeichnet. Der US-amerikanische Theologe Reinhold Niebuhr (1892–1971) hatte ihn einst als Mut-Aufruf verfasst. Im erst so jungen neuen Jahr musste ich schon öfters an diese Zeilen denken. Die schlimme Brandkatastrophe in der...

  • 07.01.26

Offen gesagt - Hannes Derler
Zeit für einen Besuch

Warum sind Sie ehrenamtlich in der Aufsuchenden Seelsorge tätig? Es erfüllt mich, bei den Begegnungen im Pflegeheim zu hören, was alles an Talenten und Fähigkeiten in einem Leben zur Anwendung kommen kann und was alles gut läuft und manchmal eben nicht. Ich habe einen großen Respekt vor der Lebenserfahrung und den Lebenswegen der Menschen. Oft gelingt es uns, gemeinsam zu lachen. Zum Abschluss sprechen wir oder nur ich, wenn es passt, ein Gebet, oder ich lese eine Bibelstelle vor und wir...

  • 07.01.26

Positionen - Christian Teissl
Gute Geister

Ein bekanntes Naturphänomen: die Flüsse im Karst, die plötzlich in ihrem Flussbett verschwinden, um an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Nicht wenige Beziehungen, die unser Leben bestimmen, es tragen und durchdringen, ihm Farbe und Rhythmus verleihen, ähneln in ihrem Verlauf diesen Flüssen. Auf einmal scheinen sie an ein Ende zu kommen: Die Worte versiegen, die Nachrichten gehen immer spärlicher hin und her, bis sie schließlich ausbleiben. Man weiß zwar noch voneinander, verliert einander...

  • 07.01.26

Mutworte - Sabine Petritsch
Mut zu lernen

Vor zwanzig Jahren habe ich bei einem Lehrgang eine Teilnehmerin kennengelernt, die dreißig Jahre älter war als ich. Wir verstanden uns auf Anhieb – unabhängig vom Alter. Es entstand eine Freundschaft. Heute ist sie über siebzig. Im Sommer ging es ihr nicht gut, und wohl stellte sich die Frage nach dem Sinn des Lebens neu. In ihrer Umgebung warte man entweder darauf, die Enkelkinder zu bespaßen, oder bereits auf den Friedhof, der durch das Sterben vieler FreundInnen näher rücke, erzählte sie...

  • 07.01.26

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Die Zweier-Frage

Mein leider viel zu früh von uns gegangener Praktikumspfarrer Peter Schleicher hat mich – als aufmerksamer Beobachter meines Werdeganges – oft mit einem hintergründigen Lächeln gefragt: „Wann sehe ich Dich auf der Seite 2?“ Ich habe ihm stets versichert, dass ich mich auf der Seite 22 sehr gut aufgehoben fühle. Und viele würden ohnehin das SONNTAGSBLATT von hinten zu lesen beginnen – angefangen bei den Witzen. Nun also doch die Seite 2. Ab sofort werde – abwechselnd mit Katharina Grager, Anna...

  • 30.12.25

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