Offen gesagt - Sigrid Wimmer
Menschen versorgen

Foto: VinziWerke

Ist der VinziMarkt ein Supermarkt?

Im VinziMarkt dürfen Menschen einkaufen, die über ein sehr geringes Einkommen verfügen und ihr tägliches Leben damit nicht mehr finanzieren können. Sie erhalten Waren, die gespendet wurden, um einen Preis, der höchstens 30 Prozent des Marktwertes entspricht. Die Biografien der Personen, die in diese Kategorie fallen, haben sich in den vergangenen vier Jahren massiv verändert. Wir sprechen hier von Alleinerziehenden, von Pensionierten, von Teilzeitbeschäftigten, immer öfter auch von Menschen mit Behinderung, die in Armut leben müssen.

Mitunter kommt es zu Missverständnissen, wenn sie durch unsere Regale streifen: Wieso gibt es keine Suppenwürfel mehr? Warum darf ich nur einen Sack Kartoffeln mitnehmen? Gibt es keine „schönen“ Bananen? Das liegt daran, dass wir eben kein Supermarkt sind. Wir sind eine Sozialeinrichtung, die darauf bedacht ist, möglichst viele Menschen mit den Waren, die uns zur Verfügung stehen und die sie dringend brauchen, zu versorgen. Auch wenn dabei Lücken entstehen, so sind wir doch dankbar, dass sich zahlreiche Menschen und Unternehmen bereit erklären, jenen zu geben, die in Not sind. Und diese Nächstenliebe ist ein Gut, das man in „normalen“ Supermärkten seltener findet.

Sigrid Wimmer leitet den VinziMarkt in der Karl-Morre-Straße in Graz.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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