Mutworte

Beiträge zum Thema Mutworte

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Mutworte - Josef Promitzer
Gott glaubt an dich

Oft ist von einer „schwachen Kirche“ die Rede. Die Kirche, so sagen uns theologische Fachleute, müsse sich noch geringer machen, um die Menschen zu erreichen. Nichts gegen Demut. Aber mal ganz ehrlich: Möchten Sie wirklich einer Gemeinschaft angehören, die sich selbst ständig klein halten will? Die nur mehr wenig auf ihre eigene Botschaft hält? Ich jedenfalls meine, dass diese Sichtweise zu weit geht. Natürlich soll Kirche nicht triumphal und selbstherrlich auftreten. Es braucht eine Kirche,...

  • 02.06.26
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Mutworte - Ruth Zenkert
Schlecht oder gut?

„Die Zigeuner wollen nicht arbeiten und nicht lernen, sie haben keine Uhr und halten sich an keine Regel … .“ Wie oft hörten wir diese Sätze, als wir in Nou mit Musikunterricht begannen! In der Schule durften wir einen Raum nutzen. Zur ersten Stunde kam eine kleine Schar, aber von Tag zu Tag wurden es mehr. Wir brauchten mehr Räume. Da wurde es dem Schuldirektor unheimlich, er schickte Kon-trollen. „Aha, da sind fast nur Zigeunerkinder dabei, die gar nicht in die Schule gehen!“ Nun sollten nur...

  • 27.05.26
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Geistesblitz

In Öffis wird man zu Mithörenden von mehr oder weniger geistvollen Unterhaltungen. Oft auch lautstarken. Unlängst spitzte ich aber meine Ohren, als zwischen jungen Leuten dieser Satz fiel: „Für das, was ich denke, bin ich nicht verantwortlich, nur für meine Entscheidungen, was ich daraus mache.“ Diese Worte trafen mich wie ein pfingstlicher Geistesblitz. Unsere Gedanken kommen aus unserem Psychophysikum und können vorerst weder Gutes noch Schlechtes bewirken. Doch meine menschliche...

  • 20.05.26
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Mutworte - Sabine Petritsch
Sichtbare und unsichtbare Mütter

Muttertag ist überlagert von Bildern: glückliche Familien und dankbare Kinder. Gesellschaftliche Erwartungen, politische Narrative und wirtschaftliche Interessen formen ein Ideal, das uns beeinflusst. Aber das ist nur die eine Seite. Die andere beginnt, wo Frauen sich auf den Weg in die Mutterschaft machen – und erfahren, wie unberechenbar dieser sein kann. Wie gering der eigene Einfluss auf den Ausgang einer Schwangerschaft oft bleibt. Ich habe Frauen begleitet, die „stille Mütter“ sind –...

  • 06.05.26
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Mutworte - Josef Promitzer
Der Rede wert?

Die Frau: „Du hast mir schon lange nicht mehr gesagt, dass du mich liebst!“ Darauf der Mann: „Wozu? Ich geb dir Bescheid, wenn sich was ändert.“ Vielleicht sind sich die Beiden so vertraut, dass es Liebesschwüre nicht (mehr) braucht. Möglicherweise zeigt dieses Paar seine Liebe regelmäßig in Gesten wie gegenseitiger Unterstützung oder kleinen Geschenken. Warum dann über Liebe sprechen? Ich denke, dass es in Beziehungen jeglicher Art nicht nur Taten, sondern auch Worte braucht. Ein aufrichtiges...

  • 28.04.26
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Mutworte - Ruth Zenkert
Mitglied im CLUB E

Grinsend stehen ein paar Burschen am Zaun. Gerade haben sie die Müllcontainer der Schule in den Bach des kleinen rumänischen Dorfes gestoßen. Stefan führt die Bande an. Abends streunt er mit seinen Freunden herum. Oft landen sie in der Bar. Damit nicht alle Jugendlichen in die Bande schlitterten, haben wir einen Jugendclub eröffnet. Rauchen und Alkohol ist verboten. Die Attraktion: ein Billardtisch. Stefan und seine Freunde kamen vorbei, lachten über den „Kindergarten“, bedrohten die Mädchen...

  • 22.04.26
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Mutworte - Josef Promitzer
Gott retten

Papst Leo erwähnt sie öfters in seinen Ansprachen. Die Rede ist von Etty Hillesum (1914–1943), einer jüdischen Denkerin, die während der deutschen Besetzung der Niederlande Tagebuch führte. Hillesums Aufzeichnungen gewähren Einblicke in ihr Inneres und zeigen, was in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in menschlicher und geistlicher Hinsicht in ihr vorging. In einem Eintrag vom 12. Juli 1942 formulierte sie: „Es ist das Einzige, auf das es ankommt: ein Stück von dir in uns selbst zu retten, Gott.“...

  • 15.04.26
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Mutworte - Sabine Petritsch
Vom Mut, keine Marionette zu sein

Rafik Schamis Kinderbuch „Meister Marios Geschichte“ erzählt von Marionetten, die vorgegebene Rollen spielen, die sie nicht mögen. Sie fassen den Mut und befreien sich davon. Die Puppen durchschneiden den Faden, plumpsen auf den Boden und lernen langsam, sich aufzurichten, sich zu spüren und sich des neu gewonnenen Spielraums gewahr zu werden. Es ist ein Akt der Selbstständigkeit. Beachtlich finde ich, dass sie sich nicht von Mario, dem Marionettenspieler, befreien, sondern in eine neue...

  • 08.04.26
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Dornenblüten

Die Vorbereitung auf Ostern begann in meiner Kindheit mit einer gezeichneten Dornenkrone. Doch dann fing es erst richtig an: Wenn ich etwas Gutes geteilt, meiner Oma geholfen, eine Biene gerettet, mich für Fehler entschuldigt oder die kranke Nachbarin besucht habe … , durfte ich aus den Dornen bunte Blumen malen. Es fühlt sich befreiend an, wenn aus schmerzhaften Stacheln ein fröhlich-heilsamer Blütenkranz ersteht. Auch durch mich und meine Entscheidungen. „Jesus ist Gottes JA zu den Menschen.“...

  • 01.04.26
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Mutworte - Sarah Knolly
Von Palmeseln

Bei uns „dahoam“, in einem kleinen schwäbischen Dorf, gibt es die Tradition des Palmesels. Wer jetzt denkt, das ist ein besonderer liturgischer Dienst oder ein jährlich wechselnder Ehrentitel, den muss ich leider enttäuschen: „Palmesel“ wird jenes Familienmitglied, das am Palmsonntag am längsten schläft. Lange Zeit ist es mir gelungen, den Titel „Palmesel“ erfolgreich zu verteidigen und die Eselsohren (oder Krone!) zu behaupten, und als Mama hab ich den Brauch in meiner Familie weitergeführt....

  • 25.03.26
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Mutworte - Sabine Petritsch
Mutige Narzissen

Transformation, also Veränderung, fasziniert mich seit jeher. Ganz gleich, worum es geht: Menschen, die sich verändern; Organisationen, die sich neu ordnen. Doch am meisten staune ich über die Wandlungen der Natur. Noch vor Kurzem lag zentimeterhoher Schnee über Gras, Bäumen und Sträuchern. Und jetzt beginnt es schon zu sprießen – zaghaft, aber auch überraschend üppig. Die Narzissen auf der Wiese gehören zu den ersten, die sich zeigen, Jahr für Jahr, als wüssten sie genau, wann ihre Zeit...

  • 18.03.26
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Mutworte - Josef Promitzer
Lob für die Mutigen

Wann waren Sie das letzte Mal richtig mutig? Ist es Ihnen in diesem Moment leicht gefallen, Mut zu zeigen? Vielleicht wurde Ihnen ein gewisser Mut bereits in die Wiege gelegt. Möglicherweise kostet es Sie aber auch immer wieder Kraft und Überwindung, mutig für sich oder für Andere einzustehen. Ich kenne zum Glück einige Menschen, die mir immer wieder vorleben, was es heißt, mutig zu sein. Die sich nicht verbiegen lassen möchten und daher öfters anecken, auch im Familien- oder Freundeskreis. Die...

  • 11.03.26
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Mutworte - Sabine Petritsch
Mutige Fragen

Ich sitze in einem Austausch über Führungskompetenz für Gegenwart und Zukunft. Lösungsorientiertheit steht im Fokus. Immer wieder geht bei Beispielen die Frage in die Runde: Was brauchst du, um zu einer guten Lösung zu kommen? Ich spüre mein Fremdsein in diesem Kontext und es fällt mir schwer zu benennen, was mein Unbehagen auslöst. Ich erlebe die Gruppe in einer Freude darüber, dass sie eine Lösung nach der anderen generiert. Ich versuche mitzuspielen. Ja, ich sehe es als Spiel, und bin Teil...

  • 04.03.26
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Sterngucker

Ich verliere meist jene Dinge, die ich besonders mag. Nicht die grauen Handschuhe – nein – die mit dem hübschen Muster. Während ich resigniert die Suche beende, wähle ich die Nummer eines ehemaligen Kollegen. Der Mann war Betriebsratsobmann, sehr kontaktfreudig, täglich viele Kilometer unterwegs. Nach einigen Stürzen und Operationen lebt er im Heim. Er musste seine Wohnung aufgeben, sein Auto abmelden und viele seiner früheren Kontakte beenden. Wer aber meint, dass unser Gespräch bedrückend...

  • 25.02.26
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Mutworte - Sarah Knolly
Stars des Glaubens

Für so manchen Fan geht ein Traum in Erfüllung, wenn er oder sie auf das eigene Idol trifft. Egal, ob man als Sportfan oder Musik-LiebhaberIn das Handeln eines Leinwand-Stars oder einer anderen Person des öffentlichen Lebens mitverfolgt: Hört man den Namen oder trifft vielleicht sogar auf eben diesen Menschen, lässt einen das ehrfürchtig staunen oder erstarren. So etwas gibt es auch im theologischen Bereich. Dort sind es zwar keine Rockstars oder Fußballprofis. Dafür aber Menschen, die...

  • 18.02.26
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Mutworte - Josef Promitzer
Über Mut

Was ist Übermut? Schnell denke ich an Situationen, die mit Unvernunft und Übertreibung einhergehen. Andererseits fällt mir auch eine heiter-ernstgemeinte Bemerkung der Theologin und Kirchen-Clownin Gisela Matthiae ein: Übermut bedeutet für sie, dass viel Mut übrig ist. Ein schöner Gedanke: Ich habe noch mehr als genug Mut vorrätig, um auch spontan in herausfordernden Momenten über meinen Schatten springen zu können. Vielleicht kann man auch Jesus als übermütig bezeichnen, weil er offenbar die...

  • 11.02.26
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Mutworte - Ruth Zenkert
Der Roma-Junge auf dem Papststuhl

Bevor die Wächter herbeieilen konnten, war Catalin wieder aufgesprungen. Einmal, nur kurz, hatte er in der Audienzhalle des Vatikans auf dem weißgepolsterten Stuhl sitzen wollen, auf dem sonst nur der Papst sitzen darf. Rasch war der Bub wieder bei seinen Freunden, mit denen er aus Rumänien nach Rom angereist war. Vor acht Jahren standen wir in einer kleinen Hütte am Bett seiner kranken Mutter und beteten. Der Krebs war stärker als sie. In der Nacht starb sie. Der Vater wusste nicht, wie er...

  • 04.02.26
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Mutworte - Josef Promitzer
Zeit der Mutigen

Anfang dieses Jahres habe ich es, nach langem Zögern, endlich getan: Ich habe mich einem Buchklub angeschlossen. Seither treffe ich mich regelmäßig mit Anderen, die so gerne lesen wie ich. Der Schritt brauchte bei mir Überwindung. Denn es ist nicht einfach, sich neu einer Gruppe anzunähern, in der bisherige Mitglieder einander kennen und in der es eigene, erst zu entdeckende Regeln gibt. Auf die Frage, welches Buch ich zuletzt gelesen habe, antwortete ich mit „Zeit der Mutigen“. Das...

  • 28.01.26
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Achtung, Hundstrümmerl!

Ist jeder Mensch ersetzbar? Ja, in meinen Funktionen, in dem, was ich tue. Nicht aber im Wie. Denn was wäre an Gutem nicht in der Welt, wenn es mich nicht gäbe? Als Mensch bin ich nicht ersetzbar wie ein Pflasterstein, sondern einzigartiges und daher notwendiges „Puzzleteil“. Unser persönliches Leben ist wie ein unvollständiges Mosaik, mit farbenprächtig hellen Steinen, aber auch dunklen und schweren. Alle gehören dazu. Und es ist eine tiefe menschliche Erfahrung, dass gerade dunkle Steine, die...

  • 22.01.26
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Mutworte - Petra Unterberger
Die Suppe am Herd

Nach einer Rodelpartie oder einem langen Spaziergang im verschneiten Wald freue ich mich auf eine heiße Suppe. Beim Umrühren meiner bunten Gemüsebouillon erinnere ich mich an die heiß begehrte Suppe mit klein aufgeschnittenen Frankfurter Würsteln in der Kindheit. Beim Schöpfen versuchte jedes Kind, so viele Würstel wie möglich zu „fischen“. Die errungene Beute legten wir sorgfältig am Tellerrand ab, um sie zum Schluss zu genießen. Mein Leben scheint so ähnlich wie diese Suppe am Herd, mit jedem...

  • 14.01.26
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Mutworte - Sabine Petritsch
Mut zu lernen

Vor zwanzig Jahren habe ich bei einem Lehrgang eine Teilnehmerin kennengelernt, die dreißig Jahre älter war als ich. Wir verstanden uns auf Anhieb – unabhängig vom Alter. Es entstand eine Freundschaft. Heute ist sie über siebzig. Im Sommer ging es ihr nicht gut, und wohl stellte sich die Frage nach dem Sinn des Lebens neu. In ihrer Umgebung warte man entweder darauf, die Enkelkinder zu bespaßen, oder bereits auf den Friedhof, der durch das Sterben vieler FreundInnen näher rücke, erzählte sie...

  • 07.01.26
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Mutworte - Ruth Zenkert
Der göttliche Bund

Sie seien Könige, daher der Name „königliche Truppe“, erklärte Țuca, der Lehrer der Musikgruppe „Șatra regala“. Begeistert spielen seine SchülerInnen Roma-Lieder. Doch sie nennen sich nicht Roma – „Diese Bezeichnung kommt von anderen, das sind nicht wir!“ –, sondern țigan, Zigeuner. In der Ceaușescu-Zeit wurde ihnen versprochen, dass sie alle gleich seien – wenn sie ihre Traditionen und Sprache ablegten. Sie wurden umgesiedelt, bekamen Arbeit in den Fabriken, Wohnungen im Plattenbau, legten die...

  • 30.12.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Himmelstor

„Es hat sich heut eröffnet das himmlische Tor“, singen die Menschen in der kleinen Kirche und klatschen freudig in die Hände. Ihr Jesuskind aus der Weihnachtskrippe, das für einige Tage – wie auch immer – entschwunden war, kehrt unversehrt zur Mette zurück. Für Umkehr ist es nie zu spät. So der Sinngehalt dieser Weihnachtserzählung. Auch in einem Adventgespräch der Kleinen Zeitung mit Richter Thomas Tovilo-Moik geht es um Umkehr. Der Richter unterstreicht die Bedeutung von Respekt und...

  • 17.12.25
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Mutworte - Sabine Petritsch
Mutige Vorfahrin gewesen sein

Ich treffe mich mit einer Freundin. Sie sagt, dass sie vor einer Entscheidung stehe, ihr aber der Mut fehle. Im Gespräch erwähnt sie, allen Frauen ihrer Familie habe der Mut gefehlt; sie hätten sich angepasst und seien ihr keine guten Vorbilder für ein selbstbestimmtes Leben gewesen. Innerlich spürte ich, dass ich das nicht glauben konnte. Ich geriet in eine Art Verteidigungshaltung und plötzliche Solidarität mit ihren Ahninnen. Andere Themen kamen, wir verabschiedeten uns gewohnt freundlich....

  • 10.12.25

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