Texte zum Sonntag

Beiträge zur Rubrik Texte zum Sonntag

29. Sonntag im Jahreskreis |18.10.2020
Kommentar

Geld oder Leben? Die Sprache ist oft verräterisch. Beginnt ein Satz mit den Worten: „Ich sag’s ganz ehrlich …“, kann man fast sicher sein, dass es der oder die Sprechende mit der Wahrheit sonst nicht so genau nimmt. Jemand, der sagt: „Das muss man neidlos anerkennen!“, ist meistens schon ganz gelb vor Neid. Und die Anhänger der Pharisäer und des Herodes, die sich zusammentun, um Jesus aufs Glatteis zu führen, entlarven sich schon bei den Komplimenten, die sie ihm machen. Wenn sie ihm...

  • 14.10.20

29. Sonntag im Jahreskreis |18.10.2020
Meditation

Persönliche Beziehung Der christliche Gott zeigt sich nicht in Büchern oder Philosophien, sondern als Mensch. Er will zu jedem Menschen eine ganz individuelle Beziehung aufbauen, so wie auch Menschen zu anderen Menschen eine je unterschiedliche Beziehung haben. Man kann nicht die ganze Menschheit lieben, sondern immer nur einzelne Menschen und jeden auf andere Weise. Wenn dieser Gott mit jedem Menschen in eine je individuelle Beziehung eintreten will, tut er das nicht ungebeten. Er will...

  • 14.10.20
P. Franz Gassner SVD (3. Reihe, r.) mit Theologie-AbsolventInnen der St. Joseph Universität in Macao. Die Studenten kommen aus zahlreichen südostasiatischen und portugiesischsprachigen Staaten, studieren u. a. Philosophie, Theologie, Psychologie, Erziehungs- und Kommunikationswissenschaften, Wirtschaft, Architektur und Umweltwissenschaften. Macao, seit 1999 eine Autonome Region Chinas (S.A.R.), ist als ehemalige portugiesische Kolonie ein Ort des Studierens und Brückenbauens zwischen China und Europa.

Wort zum Sonntag von P. Franz Gassner SVD
„… und gebt Gott, was Gott gehört!“

Weltmissionssonntag verweist darauf, dass wir die frohe Botschaft empfangen haben, persönlich-individuell, in unserer Familien- und Lerngeschichte, aber auch als Kultur oder Land. „Weltmissionssonntag“ meint auch, unser Glaube ist global, ist relevant für alle Menschen, Kulturen und Zeiten. Für die Weitergabe des Glaubens tragen wir Verantwortung, im Kleinen und im Großen. Dankbar denke ich hier an meine Familie, Nachbarn, Verwandten, Priester und Religionslehrer/innen im Mostviertel. Auch...

  • 14.10.20
Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! (Mt 22,4)
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Gedanken zum Evangelium: 28. Sonntag im Jahreskreis
Gott sucht sehnsüchtige Menschen

Matthäus 22,1-14 In holzschnittartigen Kontrasten erzählt Jesus von einer Hochzeitsgesellschaft. Er redet von der Kirche, er redet vom Leben, er macht Mut, das prickelnde Leben aufzuspüren. Die Geschichte, die Jesus hier erzählt, ist völlig absurd. Gerade zur Zeit Jesu war eine Hochzeit der Inbegriff der Lebensfreude. Da konnte man nach Herzenslust essen und trinken und die tägliche Sorge ums Überleben vergessen. Wenn Jesus diese Geschichte erzählt, dann schwingt darin sein Schmerz...

  • 09.10.20

28. Sonntag im Jahreskreis | 11. Oktober 2020
Kommentar

BIBEL UND LEBEN - Zeit finden für Gott „Save the date!“ Mit diesen Worten wird frühzeitig auf wichtige Ereignisse hingewiesen. Nähere Details, oft auch Anlass und Inhalt des Events – etwa eine Hochzeit –, werden später nachgereicht. Wichtig ist zunächst, dass ich mir den Termin freihalte. Die Einladung zu einer Hochzeit ist in der Regel eine große Freude und Ehre. Sie auszuschlagen wäre nur aus ganz triftigen Gründen denkbar. Sonst würde es mir das Brautpaar sicher übel nehmen. Der König im...

  • 07.10.20

28. Sonntag im Jahreskreis | 11. Oktober 2020
Meditation

Viele Orte des Dankes Danke sagen – in allen Bereichen des Lebens, ob beruflich oder privat – gehört zumindest bei den meisten Menschen zum guten Benehmen. Danke für ein gutes Essen oder ein Geschenk zu sagen ist selbstverständlich. Es ist nachvollziehbar, dass wir uns für Dinge bedanken, die außergewöhnlich scheinen. Was sind aber diese kleinen, alltäglichen Dinge, die für uns selbstverständlich geworden sind und für die wir gar keine spezielle Wahrnehmung mehr haben? Es gibt wohl kaum...

  • 07.10.20
Der Dom zu St. Pölten (hier vom Klangturm beim NÖ Landhaus aus gesehen) ist die Haupt- und Mutterkirche der Diözese St. Pölten, in der sich die dem Bischof anvertraute Gemeinde versammelt.

Jahrestag der Domkirchweihe
Wo wohnt Gott wirklich?

Die Bischofskirche, deren Weihetag in der ganzen Diözese festlich begangen wird, ist „Domus Dei“, das heißt „Haus Gottes“. In der Heiligen Schrift heißt es jedoch: „Der Höchste wohnt nicht in Bauwerken von Menschenhand“ (Apg 7,48). Darüber zu diskutieren, ob Gott hier oder dort – etwa „auf dem Garizim oder in Jerusalem“ – in besonderer Weise anzutreffen und zu verehren sei, ist unnötig, seitdem durch Christi Zeit und Raum überwindende Heilstat die Stunde gekommen ist, da man den Vater...

  • 07.10.20

27. Sonntag im Jahreskreis | 4. Oktober 2020
Kommentar

Seid sorglos – aber nicht gedankenlos Die „Fridays for future“-Bewegung bündelt weltweit junge Menschen, die ihre Stimme erheben, damit endlich ausreichend schnelle und wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz gesetzt werden, bevor der ominöse Kipppunkt überschritten ist. Sie sind die Erben dieser Erde, und ihr Schicksal, ihre zukünftigen Lebensbedingungen hängen davon ab, ob wir jetzt in der Lage sind, unseren Egoismus, unsere Ignoranz und kurzsichtige Profitgier zu überwinden. Die Coronakrise...

  • 30.09.20

27. Sonntag im Jahreskreis | 4. Oktober 2020
Meditation

Die Gesetze des Damspiels An einem Tage des Chanukkafestes kam Rabbi Nachum unerwartet ins Lehrhaus und fand die Schüler beim Damspiel. Er nickte ihnen freundlich zu und sagte: „Ich will euch die Gesetze des Damspiels sagen. Das erste ist, man darf nicht zwei Schritte auf einmal gehen. Das zweite, man darf nur vorwärts gehen und sich nicht rückwärts kehren. Und das dritte, wenn man oben ist, darf man gehen, wohin man will.“ Martin Buber Rabbi Nachum hat erkannt, dass sich hinter den...

  • 30.09.20
Wir sind eingeladen, am Reich Gottes mitzubauen. Wir arbeiten ja nicht nur in Gottes Weinberg – wir sind sein Weinberg!.

Gedanken zum Evangelium: 27. Sonntag im Jahreskreis
Der Weinberg, der mir anvertraut ist

Matthäus 21, 33–42.44.43 Immer wieder wird in der Bibel das Reich Gottes mit einem Weinberg verglichen. Dieses Bild war den Menschen der damaligen Zeit wohl besonders zugänglich. Ein Weinberg bedeutet viel harte Arbeit, bringt aber auch große Freude. Wie ein Weinberg ist uns das Reich Gottes anvertraut – das bedeutet auch, dass Gott von uns Rechenschaft darüber fordern wird. Die Gleichnisse Jesu sind manchmal nicht einfach zu verstehen. Sie wollen bildlich veranschaulichen, was dem...

  • 30.09.20
Das Kreuz auf der Stirn, vom Firmspender mit dem heiligen Chrisam gezeichnet: Erkennt man uns auch in unserem Alltag als Christen, oder leben wir so, dass von unserem Glauben gar nichts zu bemerken ist?

Wort zum Sonntag von KR Mag. Anton Merli
Woran erkennt man einen Christen?

Das Evangelium schließt an die erste Lesung dieses Sonntags an, wo Jesaja über den liebevoll angelegten Weinberg des Freundes spricht, der aber keine guten Früchte bringt. Der Prophet Jesaja beschreibt mit dem unnützen Weinberg die Untreue des Volkes Isra­el gegen seinen sorgenden Gott. Ebenso spricht das Evangeliumsgleichnis vom hartherzigen Unglauben gegen Jesus, den die religiösen Führer in Jerusalem töten werden. Es fallen harte Worte, die besagen, dass es um eine ernste Lebensfrage geht....

  • 30.09.20
Es geht darum, eine Entscheidung im Leben zu treffen.
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Gedanken zum Evangelium: 26. Sonntag im Jahreskreis
„Dunkel war’s, der Mond schien helle …“

Matthäus 21, 28–32 ... Schnee bedeckt die grüne Flur, als ein Auto blitzeschnelle, langsam um die runde Ecke fuhr.“ So beginnt das berühmte Gedicht „Verkehrte Welt“ von Christian Morgenstern (1871-1914). Man könnte in diesem Sinne weiterdichten und sagen: „Gar ferne sind, die nahe stehn, die Braven von der schlimmsten Sort’. Beim Abschaum, da ist klar zu sehn: Der Rand hat in der Mitt’ sein’ Ort.“ Dass Gott den Rand in die Mitte holt, ist typisch für ihn. Es genügt, nur einige Beispiele...

  • 25.09.20
Kann es sein, dass alle Frömmigkeit, Gebete und Gottesdienste vergebens sind? Können nur die reuigen Sünder ins Himmelreich gelangen, jene aber, die ein gottesfürchtiges Leben führen nicht? – Letztlich zählt nicht die vorgespielte Frömmigkeit, sondern die gelebte Treue zu Gott, dem Herrn

Wort zum Sonntag von Quirinus C. Greiwe
Bist du Hure oder Priester?

Ausgerechnet eine Hure soll ins Paradies kommen, du aber nicht? Beinahe jeden Sonntag besuchst du die heilige Messe, fast immer gibst du eine Spende, wenn in der Kirche für einen guten Zweck gesammelt wird; oftmals betest du daheim, wenn du alleine bist und trotz alledem, soll dir das Reich Gottes verschlossen bleiben? Das Gleichnis Jesu von den zwei ungleichen Söhnen (Mt 21,28-32) ist eines von drei aufeinander folgenden Gleichnissen, die als eine Abrechnung Jesu mit den „Hohenpriestern und...

  • 23.09.20
Jesus geht es im Gleichnis von den Erntearbeitern nicht um menschliche Gerechtigkeit, sondern um göttliche Barmherzigkeit: Er lässt uns hoffen, dass am Ende alle zum Weinberg des Herrn kommen

Wort zum Sonntag von Quirinus C. Greiwe
Den Jackpot des Lebens gewinnen

Als Erstes müssen wir den letzten Satz in der Erzählung des Sonntagsevangeliums betrachten und ihn sofort wieder vergessen. Das nachträglich angefügte Sprichwort führt nur zum Missverstehen der Textaussage. Es verwirrt mehr, als dass es erhellt. In der Parabel geht es um die Gerechtigkeit Gottes, nicht um eine politische Gerechtigkeit auf Erden. Das ist der zweite Gedanke, dem wir uns schnell nähern können, denn der Text ist weithin bekannt und gibt zu Missverständnissen Anlass. Jesus...

  • 23.09.20

Kommentar

Wer Gottes Willen erfüllt, findet Erfüllung Oft finde ich mich in der Situation, dass ich widerwillig irgendeine Tätigkeit übernehme, weil mich jemand darum bittet, weil offenbar sonst niemand verfügbar ist, der es machen könnte, oder weil es einfach für den anderen so am bequemsten ist. Und später ärgert es mich, dass ich zugesagt habe, weil ich deswegen schon wieder meine eigenen Projekte zurückstellen muss und mich das unzufrieden macht. Dann bekomme ich oft den gutgemeinten Rat: „Du musst...

  • 23.09.20

26. Sonntag im Jahreskreis | 27. September 2020
Ein Fenster in der Wand

Welches Gedicht braucht die Welt wohl jetzt?, fragt mich die Dichterin. Bevor ich etwas sagen kann, fällt sie mir ins noch nicht gesprochene Wort: Sag jetzt nicht, dass Gedichte schön sind, aber unbrauchbar. Sag jetzt nicht, dass die Welt vor allem Schutzkleidung und Beatmungsgeräte und Wirtschaftshilfen braucht, Gedichte aber nur Zierrat seien. … Wir brauchen Gedichte! Die Kraft des Wortes. Gedichte sind Lebensmittel, wenn Speis und Trank und Medizin versagen. … Wir brauchen Worte, die Kraft...

  • 23.09.20
Welche Gerechtigkeit erwarte ich von Gott?

Gedanken zum Evangelium: 25. Sonntag im Jahreskreis
Der gerechte Lohn

Matthäus 20, 1–16 Ich erinnere mich an eine Diskussion mit meinem Bruder. Wir hatten beide noch keine Kinder und konnten daher sehr unbedarft darüber reden, wie wir einmal Kinder erziehen würden und wie wir sie später, als Erwachsene, finanziell unterstützen wollten. Wir waren uns nicht einig, ob es besser sei, jedem Kind gleich viel Geld zu geben oder jedem so viel zu geben, wie es benötigte. Was würden unsere Kinder als gerechter empfinden? Der Gutsbesitzer des heutigen Evangeliums hat...

  • 18.09.20

25. Sonntag im Jahreskreis | 20. September 2020
Kommentar

Weniger Anstrengung und mehr Freude Mit dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg tun sich viele schwer. Vor allem Menschen, die redlich um ein christliches Leben bemüht sind und dafür vielleicht manches an Entbehrungen auf sich nehmen, fühlen sich da um den Lohn ihrer Anstrengungen betrogen. Auch Petrus fragt ja angesichts dessen, was er alles zurückgelassen hat, um Jesus nachzufolgen: Was werden wir dafür erhalten? Jesus zeigt hier, dass Gott anders rechnet, und fordert uns auf, dass...

  • 17.09.20

25. Sonntag im Jahreskreis | 20.09.2020
Meditation

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“, fragt die Königin in Grimms Märchen „Schneewittchen“ ihren Spiegel. Einige Zeit geht das auch gut, und er gibt ihr die Antwort, die sie hören will: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.“ Aber eines Tages spricht er jene unliebsame Wahrheit aus, die die Königin partout niemals hören wollte: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.“ Da wird die Königin vom Neid...

  • 16.09.20
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