Positionen

Beiträge zum Thema Positionen

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Positionen - Elisabeth Wimmer
„Veronika“

Jö, eine g’scheite Kuh! Tierbilder sind beliebt: wie jüngst das Foto von der Kuh Veronika aus dem Gailtal, die sich mit einem Lang-stiel-Besen das Fell kratzt. Berühmt wurde das Tier nicht, weil es uns unterhält, sondern weil es so klug ist. Forscher der Wiener Veterinärmedizinischen Universität haben von ihren Studienergebnissen berichtet: Veronika kann einen Besen gezielt als „Mehr-zweck-Werkzeug“ benutzen. Sie dreht den Besen um, je nachdem, wo es juckt. Das hat man bei Rindern bisher noch...

  • 11.02.26
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Positionen - Leopold Neuhold
Narr in Christo

Schon im Mittelalter wurde das Fest der Narren gefeiert. Im Rahmen des Narrentreibens übernahm etwa der jüngste Ministrant für einen Tag das Bischofsamt, der „Dorftrottel“ das des Bürgermeisters. Solches Treiben war der Obrigkeit ein Dorn im Auge, es nagte an ihrer Autorität. Mit diesem Umsturz der sozialen Ordnung – für einen Tag – sollte gezeigt werden: Es könnte anders sein – und besser. Also Narren an die Macht? Diese Forderung scheint heute überflüssig, weil mancherorts erfüllt. Aber wird...

  • 04.02.26
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Einmal „mit ohne“

Recht hell, so ein alkoholfreier Radler, denke ich mir, während ich beim Einschenken unter Einsatz all meiner Talente eine Schaumkrone ins Glas modelliere. Nicht lange dauert es, bis ich mir die Sinnfrage stelle: Ist es denn so ein kümmerliches Schaumhäufchen wert, das Kalorienkonto des heutigen Tages zu belasten? Schon längst ist der Grübel-Apparat voll im Gange und einmal mehr sind wir an dem Punkt angelangt, die Faszination am „Dry January“ – also dem Alkoholverzicht im Jänner – zu...

  • 28.01.26
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Positionen - Karl Veitschegger
Gott inkognito

Eine ältere Dame betritt das Studio der TV-Sendung „Bares für Rares“ mit einem wunderschönen Ring. Diesen Ring, erzählt sie, habe ihre Tante in den 30er-Jahren von ihrem Geliebten erhalten. Der Mann war verheiratet und Jude. Unter dem Nazi-Regime drohte ihm und seiner Familie grausame Vernichtung. Die Geliebte versuchte, dem Geliebten und seiner Familie über einen bekannten SS-Mann zur Flucht zu verhelfen. Der SS-Mann war dazu bereit, verlangte aber als Gegenleistung, dass sie ihm sexuell zu...

  • 22.01.26
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Positionen - Theresia Heimerl
Der Fremde auf Österreichisch

Anfang Jänner kam eine Neuverfilmung von Albert Camus’ Klassiker des Existenzialismus ins Kino: „Der Fremde“ (L’Étranger, 1942). Ein Wiedersehen mit der einstigen Schullektüre fördert interessante Perspektiven zutage: War der weiße französische Protagonist nicht ohnehin ein Fremder in einem fernen Land, ganz ohne philosophischen Überbau? Wie würde die Handlung „europäischer Mann tötet Araber“ heute in sozialen Medien reflektiert werden – oder würde Camus heute einen Araber den weißen Franzosen...

  • 14.01.26
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Positionen - Christian Teissl
Gute Geister

Ein bekanntes Naturphänomen: die Flüsse im Karst, die plötzlich in ihrem Flussbett verschwinden, um an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Nicht wenige Beziehungen, die unser Leben bestimmen, es tragen und durchdringen, ihm Farbe und Rhythmus verleihen, ähneln in ihrem Verlauf diesen Flüssen. Auf einmal scheinen sie an ein Ende zu kommen: Die Worte versiegen, die Nachrichten gehen immer spärlicher hin und her, bis sie schließlich ausbleiben. Man weiß zwar noch voneinander, verliert einander...

  • 07.01.26
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Positionen - Elisabeth Wimmer
Steinsuppe

In dieser Jahresübergangszeit kommt mir das Buch „Steinsuppe“ von Anaïs Vaugelade in den Sinn. Wundervoll illustriert erzählt es von einem Wolf, der an einem Winterabend ins „Dorf der Tiere“ kommt und im Haus der Henne um Einlass bittet: Aufwärmen möchte er sich und eine Steinsuppe kochen; den Stein habe er mit. Der Henne ist das nicht ganz geheuer, doch Steinsuppe würde sie gern kennenlernen. Kann man Sellerie dazugeben? Ja, das geht, sagt der Wolf. Das Schwein macht sich Sorgen, als es den...

  • 30.12.25
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Positionen - Leopold Neuhold
Licht der Hoffnung

Die Kerzen am Adventkranz brennen vor sich hin, so still, dass man hören kann, wie sie reden. Die erste Kerze stöhnt: „Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden.“ Und sie erlischt. Die zweite Kerze, der Glaube, fühlt sich überflüssig, weil die Menschen nichts von Gott wissen wollen, und die Flamme fällt in sich zusammen. Traurig seufzt die dritte Kerze. „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr. Die Menschen sehen nur sich selbst.“ Mit einem letzten...

  • 17.12.25
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Unglückseliges Christkind

Ich bin eine furchtbare Schenkerin. Wochenlang suche ich nach Dingen, die dann doch nicht gut genug sind. Umso froher war ich, als ich eines Tages, einem Tipp folgend, ein besonderes Comicbuch für einen lieben Menschen besorgen konnte. Ein Dreivierteljahr später kündigte ich das Geschenk als Inhalt der kühnsten Träume auf einer Reise an. Zwei Wochen Vorfreude bauten sich zu einem Höhenflug der Glücksmomente auf. Die Heimreise war erfüllt von erwartungsvoller Aufgeregtheit. Als der...

  • 10.12.25
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Positionen - Karl Veitschegger
Ein Hochfest der Resilienz

Heute ist viel von Resilienz die Rede. Gemeint ist die innere Widerstandskraft, mit der man Krisen bewältigt und gestärkt aus ihnen hervorgeht. Hilfen werden angeboten: Atemübungen, Yoga, Sport – „Stressbewältigung“ heißt das Zauberwort. Aber geht es nicht um mehr? Katholischer Glaube kennt noch eine andere, tiefere Form von Resilienz. Er feiert sie am 8. Dezember im Blick auf Maria: die Frau, die immun ist gegen die Pandemie des Bösen. Warum? Weil sie von Anfang an in Gottes Freundschaft lebt....

  • 03.12.25
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Positionen - Theresia Heimerl
Zurück zur Natur, aber nicht zu Fuß

In meiner Jugend, den 80er-Jahren, wo man vor Waldsterben und Ozonloch warnte, fand sich auf so mancher Schulbank und Häuserwand der Spruch: „Zurück zur Natur, aber nicht zu Fuß.“ Die ironische Fortsetzung des Zitats von Jean-Jacques Rousseau könnte man auch gut auf ein Banner am Eingang der kürzlich zu Ende gegangenen Weltklimakonferenz in Brasilien schreiben: Die Mächtigen dieser Welt trafen einander in Belém, einer Stadt unmittelbar am Rand des Regenwaldes – genauer gesagt trafen sie sich in...

  • 26.11.25
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Positionen - Christian Teissl
Unverloren

Man erlebt es immer wieder: Plötzlich zeigen sich haarfeine Risse im Gefüge einer Freundschaft, und man weiß nicht, wie und wodurch sie entstanden sind. Vielleicht war es eine Frage, die ohne Antwort geblieben ist, vielleicht ein unaufgeklärtes Missverständnis, vielleicht eine leise Enttäuschung über eine unterbliebene Geste, ein falsches Wort, ein Zuwenig oder ein Zuviel des Guten. Es lässt sich nicht sicher sagen, man spürt nur – der andere rückt von einem ab, und indem man es spürt oder zu...

  • 19.11.25
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Positionen - Elisabeth Wimmer
Balancieren üben

„Grüß Gott in unserer kuscheligen Kirche“, werden wir mit Schmäh vor der Messe begrüßt. Ich lerne wieder eine Kirche kennen. (Ganz nah ist mir noch der Eindruck vom Dom in Venzone, der – wieder aufgebaut nach den Erdbeben von 1976 – seine Wunden nicht verschweigt.) Das Kirchlein Maria Altötting im steirischen Winklern kommt mir in anderer Weise entgegen. Der Kirchenraum, nach dem Vorbild der Gnadenkapelle von Altötting errichtet, hat tatsächlich etwas Heimeliges, und die freundliche...

  • 12.11.25
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Eine Margerite zum Abschied

Kürzlich habe ich erfahren, dass ein Bewohner einer unserer Einrichtungen verstorben ist. Das kommt ab und zu einmal vor, und es ist jedes Mal traurig. Diesen Bewohner kannte ich aber seit ich bei den VinziWerken angefangen habe. Er war wortkarg, schüchtern und zurückgezogen. Eine Familie hatte er nicht oder hielt zumindest keinen Kontakt zu näheren Verwandten. Mit mir hat er selten gesprochen, höchstens hat er mir ab und zu einen kritischen Blick zugeworfen. Eines Tages ging ich nach einem...

  • 05.11.25
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Positionen - Leopold Neuhold
Durchscheinen lassen

Eine Mutter mit ihrem Sohn in einer Kirche: Die Morgen-sonne strahlt durch die Glasfenster. Eines leuchtet besonders hell im glitzernden Sonnenlicht. Auf die Frage des Kindes, wer das auf dem Glasfenster denn sei, antwortet die Mutter: „Das ist ein Heiliger.“ Am nächsten Tag fragt die Lehrerin in der Schule, was ein Heiliger sei. Der kleine Junge, beeindruckt vom Farbenspiel in der Kirche, antwortet: „Ein Heiliger, das ist ein Mensch, durch den hindurch die Sonne scheint.“ Heilige sind...

  • 29.10.25
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Positionen - Karl Veitschegger
Die Hymne Gottes

„Patriotismus ist wie ein Dirndl: hübsch, wenn’s passt – peinlich, wenn’s zwickt“, sagt ein Bonmot. Und das Christentum? Während Patriotismus oft nur die eigene Heimat im Blick hat, schaut der christliche Glaube weiter – bis ins Reich Gottes. Und das ist universal. Jesus war kein Österreicher. Nicht einmal Römer. Er predigte Nächstenliebe, nicht Vaterlandsliebe. Seine Jünger-innen und Jünger bauten keine Festung, sondern suchten weltweit offene Herzen. Freilich lieben auch Christinnen und...

  • 22.10.25
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Positionen - Theresia Heimerl
Kann Freunden helfen Sünde sein?

Er habe sich nur um das Anliegen eines hilfesuchenden Bürgers gekümmert, begründete ein hochrangiger Politiker vor Kurzem seine Mithilfe bei einer Postenbesetzung zugunsten eines weniger qualifizierten Bewerbers. Ist es nicht ein christliches Grundgebot, seinem (Partei-)Nächsten zu helfen? Die christliche Nächstenliebe und die daraus folgende Unterstützung bezieht sich in den Evangelien auf konkrete Notsituationen: ein Verletzter am Straßenrand, ein Hungernder – ein österreichischer Beamter...

  • 15.10.25
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Positionen - Christian Teissl
Ganz Gegenwart

„Begegnung“: ein Wort, oft bemüht und beschworen, ein Leib- und Seelenwort, ein Name für etwas, das wir ersehnen und das uns immer wieder zwischen den Fingern zerrinnt. Dabei war es noch nie so einfach wie heute, zusammenzukommen, wenn schon nicht face to face, dann wenigstens per Distanz, auf einem der vielen digitalen Kanäle. Wo immer man ist, man ist in Kontakt, gibt Nachricht, sendet und empfängt Zeichen aller Art, vom „Ich brauche von dir dies und das“ bis hin zum schlichten „Ich denke an...

  • 08.10.25
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Positionen - Elisabeth Wimmer
Das Leben bebt

In der Gaststube beim Wirt neben unserer Dorfkirche habe die Deckenlampe gewackelt. Das habe ich als Kind 1976 aufgeschnappt. Erdbeben in Friaul hatten unzählige Häuser zerstört, fast 1000 Menschen getötet, Zehntausende wurden obdachlos. Ich spürte eine existenzielle Unsicherheit: Wenn der Boden selbst wackelt: Wo kann man stehen? Heuer verbrachte ich Urlaubstage in dieser Region. Im Dom von Gemona stehen einige Säulen schief, Zeugen zugleich von Ur-Bedrohung und (erhoffter) Stabilität....

  • 01.10.25
  • 1
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Positionen - Leopold Neuhold
Ich in Beziehung

Eine Rose wurde wegen ihrer Schönheit bewundert. Dies schmeichelte ihr. Aber ihre Bewunderer betrachteten sie nur aus der Distanz. Warum? Ein unansehnlicher Frosch saß in der Nähe der Rose. Sie forderte ihn auf, sich zu entfernen, ihre Schönheit könne dann noch besser gewürdigt werden. Der Frosch gehorchte und ging des Weges. Nun begann die Rose Blätter zu verlieren, das Interesse der Besucher erlahmte. Eine Eidechse eröffnete der Rose den Grund für diese Misere: Der Frosch hatte zuvor die...

  • 24.09.25
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Gute Laune auf Umwegen

Man könnte es einer höheren Gewalt wie der Hitze zuschreiben oder dem durch Baustellen erschwerten Weg zur Arbeit und mangelnder Fahrrad-Wartung – aber wenn ich im Sommer morgens das Büro betrat, so hatte ich schlechte Laune. Die Kolleginnen, die sie ausbaden mussten, gingen zur Praxis über, mich in der ersten halben Stunde nach meinem Eintreffen nicht anzusprechen. Als ich mich eines Morgens in großer Hektik für die Arbeit fertigmachen musste, war Eskalation vorprogrammiert. So erledigte ich...

  • 17.09.25
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Positionen - Karl Veitschegger
Meine Wünsche

Sie sind wieder in der Schule: unsere Kinder, Enkel, Nichten, Neffen … mit ihren Lehrerinnen und Lehrern. Experten geben alljährlich zum Besten, wozu „die Schule“ befähigen muss. Viel Wahres ist darunter. (Freilich kann die Schule allein das nicht leisten.) Ich bin kein Experte, aber habe auch Wünsche für unsere Jungen. So wünsche ich mir, dass sie früh den Unterschied zwischen Fakten und Meinungen erkennen können, ebenso zwischen persönlicher Überzeugung und der Wahrheit selbst, die immer...

  • 10.09.25
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Positionen - Theresia Heimerl
Tiere und Menschen

Frösche im Nachbarteich sind zu laut, befand jüngst ein Gericht. Zootiere werden so lange gezüchtet, bis sie zu viele sind und getötet werden müssen, und Haustiere kann man für die noch lebenden Zoo-(Raub-)Tiere zur Fütterung abgeben. Kein Wunder, dass Nessie aus dem schottischen Hochland heuer schön untergetaucht bleibt im Sommerloch. So ganz geheuer sind sie uns nicht, unsere mehrbeinigen Schöpfungsgenossen, seit wir das Paradies verlassen haben (bzw. man uns rausgeworfen hat). Wir brauchen...

  • 03.09.25
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Positionen - Christian Teissl
Weitergeben

Eine Schriftstellerkollegin war gestorben und so machte ich mich auf den Weg nach E., ihrem Heimatort, um von ihr Abschied zu nehmen. Beim Requiem hielt ihr Sohn, inzwischen selbst ein Mann auf der Höhe des Lebens, die Trauerrede, erzählte vom Leben seiner Mutter, von ihrem großen Talent zur Begeisterung, ihrer Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, und schilderte schließlich die letzte, von Krankheit gezeichnete Etappe ihres Lebensweges, auf der er sie begleitet hatte … Strich um Strich, Zug...

  • 27.08.25

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