Positionen - Leopold Neuhold
Licht der Hoffnung
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Die Kerzen am Adventkranz brennen vor sich hin, so still, dass man hören kann, wie sie reden. Die erste Kerze stöhnt: „Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden.“ Und sie erlischt. Die zweite Kerze, der Glaube, fühlt sich überflüssig, weil die Menschen nichts von Gott wissen wollen, und die Flamme fällt in sich zusammen. Traurig seufzt die dritte Kerze. „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr. Die Menschen sehen nur sich selbst.“ Mit einem letzten Aufflackern erlischt auch sie. Ein Kind, das in den Raum kommt, ist traurig, die Lichter erloschen zu sehen. Da meldet sich die vierte Kerze. „Hab’ keine Angst! Solange ich, die Hoffnung, brenne, können wir die anderen Kerzen wieder anzünden.“ Das Kind nimmt Licht von dieser flackernden Flamme und bringt die anderen zum Leuchten.
Die Flamme der Hoffnung wird gespeist vom Glanz der Krippe. Im Gemälde „Die Heilige Nacht“ zeigt uns Correggio, dass das Licht, das vom Kinde ausgeht, alles an-, aber nicht ausleuchtet. Es gibt der Hoffnung Raum, die nicht schon Lösung ist, sondern den Weg zum Heil, zum Kind in der Krippe, erhellt. Jeder kann diesen Weg finden, indem er Glaube, Liebe und Frieden für sich und andere.
Leopold Neuhold
redaktion@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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