Positionen

Beiträge zum Thema Positionen

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POSITIONEN, Alois Strohmaier
Ein Hoch den frechen Spatzen

Wenn ich gelegentlich auf einen Kaffee beim Jakomini-Sorger einkehre, geschieht es, dass ein frecher Spatz ohne Scheu vor den Gästen das Lokal aufsucht. Und geschickt pickt er die Semmel- und Brotbrösel auf dem Boden auf. Da denke ich an den genialen Jugendseelsorger und Gründer des Salesianerordens, Johannes Don Bosco, über den die Dichterin Elisabeth Langgässer gesagt hat, der Heilige sei „wie ein wildes Gebirgswasser“ gewesen, „das gleichzeitig Steine mit sich reißt und Blumen und Tiere...

  • 05.08.20
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Positionen, Karl Veitschegger
Miteinander?!

Wieder einmal ist ein Dokument aus Rom gekommen. Diesmal eine Instruktion über Pfarre und missionarische Seelsorge aus der Kleruskongregation. Nicht, dass ich mir davon besondere neue Impulse erwartet hätte, aber ein bisschen mehr Mut wäre schon schön gewesen. Das Schreiben enthält durchaus stimmige Zeitanalysen und viele wunderbare Zitate von Papst Franziskus, die ich voll mittragen kann. Aber es ist wie so oft bei Mutter Kirche: Man redet gern von Reform, von „pastoralem Miteinander“ und...

  • 29.07.20
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Aus meiner Sicht
Chefredakteur Herbert Meßner

Das Unterwegssein und die Dankbarkeit Während ich diese Zeilen schreibe, wollte ich eigentlich mit einer Sonntagsblatt-Reisegruppe durch Norddeutschland fahren. Durch Corona haben wir jetzt noch ein ganzes Jahr Zeit, uns auf diese Reise zu freuen. Trotzdem sind wir alle auch in diesem Jahr unterwegs. Der Schutzpatron der Reisenden, Christophorus, hat am 24. Juli Namenstag. Der Sonntag darauf gibt uns Anlass für ein Geschenk. Mit diesem Geschenk wollen wir danken für gutes Unterwegssein. Wir...

  • 22.07.20
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Positionen, Monika Prettenthaler
Getragen und tragend

„Ob wirklich passiert oder nicht, das ist egal. Hauptsache, dass die Geschichte wahr ist!“ Dieses Zitat von Erich Kästner bringt das auf den Punkt, worum es auch bei Legenden geht. Anders als ein Bericht, dessen Ziel die sachliche Information ist, erzählen Legenden von einer Wahrheit hinter den Dingen und von einer Wirklichkeit, die weit über exaktes Protokollieren hinausgeht. So auch die Legende von Christophorus, die in vielen Versionen überliefert ist: Ein Mann, groß wie ein Riese, arbeitet...

  • 22.07.20
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Positionen, Leopold Neuhold
Kennst du den Unterschied?

Es gibt sie zur Genüge, die „Kennst du den Unterschied-Witze.“ Zwei Beispiele: Kennst du den Unterschied zwischen einem Fußgänger und einem Fußballer? Der Fußgänger geht bei Grün, der Fußballer bei Rot. Was ist der Unterschied zwischen einem Bankräuber und einem Fußballstar? Der Bankräuber sagt: „Geld her, oder ich schieße!“, der Fußballstar: „Geld her, oder ich schieße nicht.“ Es lassen sich also immer wieder Unterschiede ausmachen, wenn auch manchmal nur sehr gezwungen. Unterschiede machen...

  • 15.07.20
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Positionen, Elisabeth Wimmer
Wes Geistes Blick?

An vielen Orten wurden nun Denkmäler gestürzt, entfernt oder zerstört, zum Verschwinden gebracht: womöglich in tiefen Kellern – was wir nicht hoffen wollen, denn das Verbannen unerwünschter Mächte in unbeleuchtete Winkel hat der menschlichen Seele noch kaum einmal gutgetan; das gilt als verlässliche Erfahrung. Es waren stolze Standbilder von Akteuren denkwürdiger Taten, die man zur Errichtungszeit bedeutsam fand und wohl anders bewertet hat, als wir es heute tun. Wohltäter, die von der...

  • 08.07.20
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Positionen, Alois Strohmaier
Erhebende Gefühle in der Coronazeit

Allein schon der Klang der Kirchenglocken beim ,Z’sammläuten‘ war ein erhebendes Gefühl“, befand ein Leser der Kleinen Zeitung und freute sich, die heilige Messe wieder in der Kirche mitfeiern zu können. Viele Pfarrgemeinden entwickelten in der Coronakrise Möglichkeiten, Gottesdienste ohne die gewohnte Beteiligung vieler Mitfeiernder würdig zu gestalten und sie über die visuellen Medien uns ins Haus zu liefern. Ich denke an den italienischen Pfarrer, der begonnen hat, ihm von seinen...

  • 01.07.20
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Positionen, Karl Veitschegger
Gott und Twitter

Wer das Wort „Twitter“ hört, denkt rasch an US-Präsident Donald Trump. Er nützt dieses weltweite öffentliche Nachrichtenmedium exzessiv, um seine Sprüche loszulassen, (nachweislich) oft verlogen und inhuman. Schamlos spannt er dafür auch Gott und die Bibel vor seinen politischen Karren. Aber auf „Twitter“ findet man auch andere Stimmen, leisere, zutiefst menschliche. So „twitterte“ am 28. Mai eine junge Frau: „Vor wenigen Wochen haben mein Mann und ich einen Säugling mit Downsyndrom...

  • 24.06.20
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Positionen, Monika Prettenthaler
Be(un)ruhigung!?

Die einen sagen: „Es ist Sommer!“ Und sie liegen richtig, weil der meteorologische Sommerbeginn mit 1. Juni festgelegt ist. Andere sagen: „Endlich beginnt der Sommer!“ Und auch sie haben recht, weil der astronomische Sommer auf der nördlichen Erdhalbkugel am 21. Juni beginnt. Wieder andere sagen: „Ab jetzt werden die Tage wieder kürzer!“ Sie denken auch richtig, denn der 20. Juni ist in diesem Jahr der längste Tag, und mit der Sommersonnenwende nimmt die Tageslänge wieder ab. Noch viele andere...

  • 17.06.20
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Positionen
Leopold Neuhold

Weil’s Vorschrift ist? Ein Unteroffizier fragt die Rekruten, warum der Gewehrschaft aus Walnussholz ist. Die jungen Soldaten zählen verschiedene mögliche Gründe auf. Weil dieses Holz widerstandsfähiger sei, sagt der eine, der andere erwähnt die glatte Oberfläche des Holzes, wieder ein anderer begründet die Wahl des Holzes damit, dass es so elegant sei. „Alles Blödsinn!“, merkt der Unteroffizier kühl an. Und gibt dann den seines Erachtens wahren Grund zum Besten: „Weil es so Vorschrift...

  • 09.06.20
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Positionen, Elisabeth Wimmer
Auf dem Seil

Frühmorgens in Manhattan: Ein paar Menschen schauen nach oben zu den Türmen des World Trade Center. Es ist der 7. August 1974, und die Twin Towers stehen noch unfertig und einigermaßen unhinterfragt an ihrem Platz. Doch dazwischen, in gut 400 Metern Höhe, geht jetzt jemand auf einem gespannten Seil einige Male von dem einen Gebäude zum anderen und zurück, legt sich gar zwischendurch auf das Seil. Diese Geschichte ist wahr und tatsächlich passiert. Der Franzose Philippe Petit hatte seinen...

  • 03.06.20
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Positionen, Alois Strohmaier
Vom großen Glück der Nähe

Von „herzzerreißenden Szenen“ während der Corona-Krise erzählt Mustafa Salkovic, Hausleiter in einem Klosterneuburger Seniorenheim. Der „Kurier“ berichtete in Wort und Bild: Eine betagte Frau mit einem Sträußchen Tulpen im Arm steht vor dem mit Plexiglas abgesicherten Besucherraum. Durch das Glas hindurch sieht man ihren Gatten im Rollstuhl. Seit 60 Jahren sind die beiden verheiratet. Jeden Tag besucht die Frau ihren Mann, um dank der vom Haustechniker geschaffenen „Besucherschleuse“ ein...

  • 27.05.20
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Positionen, Karl Veitschegger
Krise und Phantasie

Krisensituationen regen die Phantasie an. Und das ist zunächst einmal gut. Menschen entwickeln erstaunlich gute Ideen, um sich und anderen zu helfen, Not zu lindern, Krankheiten zu besiegen usw. Aber es gibt auch die dunkle Seite: Verschwörungsphantasien. Beim Brand Roms bezichtigte Nero die Christen, Feuer gelegt zu haben; in der Pestzeit beschuldigten Christen die Juden, Brunnen zu vergiften; am Anfang der Neuzeit verurteilten katholische und protestantische Richter Hexen als Ursache für...

  • 19.05.20
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Positionen, Monika Prettenthaler
2.0-Erkenntnisse

Erkenntnis gewinnen wir aus der Verarbeitung von Erfahrungen – das braucht Zeit. Meine Nichte im Gartengespräch: „So oft wie heuer zu Ostern war ich schon lange nicht mehr in der Kirche.“ Nein, sie hat sich nicht in die Stille der Kirche gesetzt und gebetet, sondern von den österlichen Gottesdiensten zu Hause erzählt. Sie weiß, dass auch Familie Kirche ist. – Ein Schüler schickt während des Fernlehre-Religionsunterrichts Fotos und beschreibt, wie er gemeinsam mit Mutter und Cousins die...

  • 13.05.20
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Positionen, Elisabeth Wimmer
Die Hirsch-Seife und das Licht

Die Wochen zwischen Ostern und Pfingsten sind eine besondere Jahreszeit, das empfand ich schon als Kind. In der Kirche sangen wir extra frohe Lieder, und im Freien wurde es verlässlich hell und grün. Nun, das mit dem Gesang in den Kirchen war heuer notgedrungen etwas dünner, aber so ein Osterhalleluja lässt sich nicht so leicht verschrecken: Frisch und klar klingt es, noch hat es sich nicht wieder in gewohnte Jahreskreis-Töne eingereiht. Und dann … bald … kommt das Pfingstfest. Diese Zeit ist...

  • 06.05.20
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Positionen, Leopold Neuhold
Tag der unscheinbaren, unsichtbaren Arbeit

Ein Mann besucht seinen Freund und fragt ihn, was er denn den ganzen Tag so tue. Antwortet dieser: „Nichts!“ Darauf der Besucher: „Komisch, als ich gestern bei dir war und dich fragte, was du tust, hast du auch mit Nichts geantwortet!“ Die lapidare Antwort: „Ich bin damit nicht fertig geworden!“ Ja, das gibt es, auch wenn man nichts tut, kann es passieren, dass man damit nicht fertig wird. Und gerade angesichts von Corona sind ja viele von uns gezwungen, nichts zu tun. Und manche werden damit...

  • 28.04.20
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Positionen, Alois Strohmaier
Singen für Mut und Hoffnung

Es tut gut, wenn wir in schweren Zeiten Stimmen, erfüllt von Mut und Hoffnung, hören; um so mehr, wenn diese Stimmen melodiös und von Musik begleitet an unser Ohr dringen. Deshalb war es berührend, dass ausgerechnet im schwer geprüften Nachbarland Italien in der Coronakrise Musiker und Menschen aus allen Schichten ihre Instrumente auspackten und auf ihren Balkonen die Lieder ihrer Heimat in die verwaisten Straßen und Gassen hinaustrugen. Im „Flashmob sonoro“ durchbrachen die Italiener die...

  • 23.04.20
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Positionen, Karl Veitschegger
Osterglaube

Ich mag ehrliche Atheisten. Dazu gehört die Schriftstellerin Simone de Beauvoir († 1986). Konsequent denkt sie ihren Unglauben zu Ende und gesteht in ihren Memoiren: „Manchmal ist mir der Gedanke, mich ins Nichts aufzulösen, genauso abscheulich wie früher. Voller Melancholie denke ich an all die Bücher, die ich gelesen, an all die Orte, die ich besucht habe, an das Wissen, das sich angehäuft hat und das nicht mehr da sein wird. Die ganze Musik, die ganze Malerei, die ganze Kultur, so viele...

  • 16.04.20
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Positionen
Osteraugen

Die biblischen Erzählungen von den Begegnungen der Jüngerinnen und Jünger mit dem Auferstandenen zeigen ein Phänomen: Sie, die mit Jesus vorher unterwegs waren, erkennen ihn nicht. Sie glauben, dem Gärtner oder einem Fremden gegenüberzustehen. Erst auf den zweiten Blick, der ihnen die vertrauensvolle Beziehung, wertvolle Gemeinschaftserfahrungen und seine Friedensbotschaft für alle in Erinnerung ruft, erkennen die Freundinnen und Freunde den Auferstandenen. Wir Christinnen und Christen feiern...

  • 08.04.20
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Positionen, Leopold Neuhold
"Nur" durchhalten

Die Hosianna-Rufe werden heuer nicht durch die Ortschaften und Straßen klingen, wir werden drinnen bleiben müssen, nicht drinnen in den Kirchen, sondern in unseren vier Wänden, in der Enge unserer Häuser, oft ohne Kinder, Enkel. Die Enge macht Angst, allein sein bedrückt besonders zu gemeinschaftlichen Festen. Auf sich selbst zurückgeworfen zu sein, mit sich selbst auskommen zu müssen. Palmsonntag, das Fest des Außen – führt es aber nicht in die Enge von Jerusalem, dort-hin, wo der Tod Jesus...

  • 01.04.20
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Elisabeth Wimmer, Positionen
Was macht der Mut mit seiner Angst?

Es gibt die märchenartige Geschichte (im letzten Sonntagsblatt unter „Leserbriefe“ zitiert) über die Cholera, die mit dem Dorfheiligen um Menschenleben feilscht. Das Ergebnis: Fünf Einwohner dürfe sie aus dem Leben reißen. Einverstanden, ausgemacht. „Warum starben dann aber 500 Menschen?“ „495 starben an Angst.“ Dieses Märchen kann Empörung hervorrufen, speziell jetzt, da wir uns um viele Menschen Sorgen machen, weil eine nicht vertraute Krankheit ihr Leben bedroht und schon viele aus dem...

  • 25.03.20
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Positionen, Alois Strohmaier
Wo die verschütteten Wurzeln sind

Der Jesuitenpater Georg Sporschill engagiert sich seit vielen Jahren leidenschaftlich in der Aufgabe, sogenannte Straßenkinder in ein menschenwürdiges Leben zu führen. Junge Österreicher, die einen Sozialberuf ergreifen wollen, bewarben sich beim Pater. Sie wollten ein Sozialjahr bei ihm absolvieren, um ein wenig seine Praxis im Umgang mit den Straßenkindern zu studieren. In einem Auswahlgespräch fragte Sporschill die jungen Leute: „Ist es dir klar, dass du in Rumänien oder Moldawien die...

  • 25.03.20
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Positionen, Karl Veitschegger
Papst, Frauen, Amazonen

Nein, das Frauenbild, das mein Lieblingspapst im Schreiben Querida Amazonia skizziert, ist gut gemeint, aber überzeugt mich nicht. Meine Großmutter (*1908) hätte es noch bejaht, meine Mutter (*1930) schon bezweifelt, jüngere Frauen lehnen es ab, auf einen „weiblichen Stil“ fixiert zu werden. Dass Frauen nach dem Vorbild Mariens Gottes Zärtlichkeit leben sollen, ist zwar gut und schön, aber gilt das nicht auch für Männer? Und die Sorge, durch eine Weihe würden Frauen gefährlich „klerikalisiert“,...

  • 25.03.20
Kommentare & Blogs

Positionen, Monika Prettenthaler
Schwindende Hoffnung

Der 8. März ist heuer ein spannender Tag: Internationaler Frauentag und zugleich Sonntag. Wie tun als Frau, die sich weder ins Mittelalter noch ins 19. Jahrhundert oder in andere „gute alte Zeiten“ zurückschicken lassen möchte, in denen Bildung für Mädchen ein Privileg der Reichen war, Gewalt in der Familie als Erziehungsmittel der vermeintlich Mächtigen gegenüber den Schwächeren anerkannt und Leitungsaufgaben für Frauen als utopische Träumereien abgetan wurden? In die Sonntagsmesse gehen,...

  • 25.03.20
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