Positionen

Beiträge zum Thema Positionen

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Positionen - Monika Prettenthaler
Sich unterbrechen

Wir kennen die eine Seite: (Nicht nur) PolitikerInnen unterbrechen einander in hitzigen Debatten. Leute am Handy lassen sich von nichts und niemandem unterbrechen. An jeder Ecke gibt es Speisen und Getränke to go, um Arbeit oder Weg nicht unterbrechen zu müssen. Gefragt wäre die andere Seite: jene, die Ausdruck unserer menschlichen Würde ist. Unterbrechen wir unser Tun und gestalten wir den Sonntag so, dass er das Geschenk einer großen Freiheit wahrnehmen lässt. Freuen wir uns über eine rote...

  • 11.09.24
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Positionen - Leopold Neuhold
Gestalten in Verantwortung

Ein Chirurg, ein Architekt und ein Netzwerkverwalter streiten, wessen Berufsstand der älteste sei. Der Chirurg meint: „Gott entnahm Adam eine Rippe und schuf Eva. Die erste Tat war eine Operation!“ Der Architekt widerspricht: „Vor Adam und Eva herrschte Chaos. Gott baute die Welt. Die erste Tat war eine architektonische Leistung.“ Der Netzwerkverwalter triumphierend: „Und von wem stammt das Chaos?“ Die Menschen gestalten die Erde, um die Welt zu einem fruchtbringenden Garten zu machen. Dieses...

  • 04.09.24
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Positionen - Karl Veitschegger
Ent-feindung

Ein Bekannter hat sich durch Äußerungen von mir, die gar nicht ihm gegolten haben, angegriffen gefühlt und, ohne mir die Chance zu geben, das Missverständnis zu klären, den Kontakt zu mir abgebrochen. Bitter. Aber ich lerne daraus: Bevor wir uns beleidigt oder verspottet fühlen, sollten wir nachfragen, ob wir überhaupt gemeint sind. Vielleicht wäre auch der Konflikt um die „Mahlszene“ bei der Olympia-Eröffnung anders gelaufen, hätte man das beachtet. (Ich bin sicher, es ging nicht gegen die...

  • 28.08.24
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Positionen - Elisabeth Wimmer
Mit Annika mutig

Papst Franziskus hat einen Brief geschrieben: Über die Bedeutung der Literatur in der Bildung. Es geht ihm, schreibt er, um „den Wert der Lektüre von Romanen und Gedichten auf dem Weg der persönlichen Reifung“. Darüber denke ich nach. Wie kann das Lesen Menschen reifer machen? Indem man mit den Figuren erlebt, was sie beschäftigt: Mit Robinson eine Insel entdecken, sich mit Tommy und Annika ein bisschen was trauen oder von Mascha Kalekos Gedichten verstanden fühlen, mit Kafkas Figuren die Welt...

  • 21.08.24
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Positionen - Christian Teissl
Lob des Schweigens

Unter all den Worten des Dankes und des Gedenkens für Herbert Meßner, den langjährigen Sonntagsblatt-Chefredakteur, ist mir eines besonders nahegegangen: „Man konnte gut mit ihm schweigen.“ In unserer redseligen Epoche eine seltene Qualität, die kaum wer zu würdigen weiß. Man ist froh, wenn man jemanden gefunden hat, mit dem man gut reden kann, in allen Lebenslagen, offen und ehrlich; nach jemandem aber, mit dem man gut schweigen könnte, hält man gar nicht erst Ausschau. Miteinander schweigen –...

  • 14.08.24
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Positionen - Monika Prettenthaler
Warum so?

Neben sommerlicher Leichtigkeit drängt sich mir eine belastende Frage auf: Wie kommt es dazu, dass Menschen – einzeln und in Gruppen – zerstörerische Gewalt anwenden, wenn jemand oder etwas nicht ihren Vorstellungen entspricht? Da werden politisch Andersdenkende mit Waffen angegriffen. Da wird – wie in schlimmsten Zeiten des Bildersturms – ein Kunstwerk grausam zerstört, in dem eine Künstlerin die zentrale Grundlage des christlichen Glaubens, die Fleischwerdung Gottes in Jesus (Joh 1,14),...

  • 07.08.24
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Positionen - Svjetlana Wisiak
„Sollen sie doch Wasser trinken!“

Man könnte ihn als Mahnung oder Erinnerung bezeichnen, oder als Gefahr für elektronische Geräte: den Wasserkrug auf meinem Schreibtisch. Ein- bis zweimal täglich wird er mit frischem Wasser gefüllt. Bei den aktuellen Temperaturen könnte man nach einer halben Stunde eigentlich schon von Tee sprechen. Da wird die kalte Limonade im Kühlschrank zum Highlight des Tages. Ein gespritzter Holundersaft löscht den Durst nach dem Sport schneller als Wasser; ein Saftpackerl verwandelt weinende Kinderaugen...

  • 31.07.24
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Positionen - Leopold Neuhold
Vom Siegen

Olympische Spiele: Eine Flutwelle überrascht die Schwimmer im offenen Meer und tötet viele. Die Toten werden aufgebahrt. Eine Frau findet ihren Mann auf der dritten Bahre. Beruhigt sagt sie: „Gott sei Dank, auf dem Stockerl ist er!“ Der Kampf um den Sieg verkommt oft zum Krampf des unbedingten Siegenwollens. „Dabeisein ist alles“, dieses olympische Motiv gilt schon lange nicht mehr. Ist es nicht sowieso unangebracht? Natürlich will jede/r den Sieg, wenigstens einen guten Platz erreichen. Das...

  • 24.07.24
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Positionen - Ernest Theußl
Heute noch

Das Lukasevangelium überliefert uns einen bemerkenswerten Satz, den der sterbende Jesus am Kreuz zum reumütigen Schächer gesagt hat: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lk 22,43) Dieser Satz hat immer schon meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Haben wir doch in der Dogmatik gelernt, dass wir bis zum Jüngsten Tag warten müssen, und bekennen wir nicht bei jedem Begräbnis: Der Herr wird dich auferwecken am Jüngsten Tag? Musste nicht auch Jesus vierzig Tage warten, bis er heimkehren...

  • 17.07.24
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Positionen - Karl Veitschegger
Eine Zumutung

Es hat Jahrhunderte gedauert, ehe man gewagt hat, das qualvolle Sterben Jesu „realistisch“ darzustellen. Inzwischen hat man sich an die Kreuze mit Corpus gewöhnt, und Gläubige verteidigen sie vehement gegen Kritik: Gott ist in Jesus wirklich Mensch geworden und hat als solcher furchtbar gelitten — mit uns und für uns. Diese Botschaft muss zumutbar sein, sagen sie. Nun hat die Künstlerin Esther Strauß gewagt, auch Jesu Geburt „realistisch“ darzustellen. Eine Skulptur, die Maria in gebärender...

  • 10.07.24
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Positionen - Elisabeth Wimmer
Eine lila Fee

Auf speziellen Wunsch einer jungen Leserin handelt diese Kolumne von einer Fee. Von der lila Fee namens Galaktika aus einem Lied der Berliner Liedermacherin Dota Kehr. Ich mag es. Es ruft die Fee vom fernen Stern Andromeda, sie möge doch – bitte! – auf die Erde kommen und alles einrenken, womit wir nicht zurechtkommen. Mach, dass es geht!, lautet der kindlich formulierte Wunsch: Frieden stiften, wo alle sich streiten, Lösungen bringen. Zauber das gute Leben für alle. Wir woll’n Nachhaltigkeit,...

  • 03.07.24
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Positionen - Svjetlana Wisiak
In 20.000 Schritten zur Erkenntnis

„Und, habt ihr euch gut vertragen?“, wurde ich neulich gefragt. Gerade war ich von einem viertägigen Städtetrip mit einer Freundin zurückgekehrt. 20.000 Schritte haben wir am Tag zurückgelegt, 37 Grad überlebt, unzählige Fotos geschossen. Haben wir uns gut vertragen? Zumindest sind keine Tränen geflossen. Ein voller Erfolg, würde ich sagen. Nur: Wie kann es denn sein, dass es im Landesinneren keinen frischen Meeresfisch gibt? Und der Aperol ist richtig teuer. Wieso werden auf diesem Flohmarkt...

  • 26.06.24
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Positionen - Christian Teissl
Unwiederbringlich

Verliert man seinen Reisepass oder andere wichtige persönliche Dokumente, ist man laut Gesetz dazu verpflichtet, den Verlust zu melden. Dafür gibt es eigene Ämter, Fristen und Formulare. Allerdings: Bei den meisten Verlusten, die man im Laufe des Lebens erleidet, besteht keine Möglichkeit einer Verlustanzeige. Und selbst wenn sie bestünde: Man würde wohl keinen Gebrauch davon machen, ist man sich doch meist gar nicht im Klaren, etwas verloren zu haben. Es sind Verluste, die sich auf vielerlei...

  • 19.06.24
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Positionen - Monika Prettenthaler
Bunte Mitte

Es ist die Zeit der Jahresmitte und wir sind mittendrin … Ich meine nicht die dichte Prüfungszeit kurz vor dem Semester- und Schuljahresende, ich denke auch nicht an die Heuernte, die sich heuer durch das wechselhafte Wetter hinauszögert. Ich meine den Pride-Monat, den wir von den USA ausgehend im Juni feiern. Dabei wird an den Aufstand 1969 in einer New Yorker Bar gedacht, der eine weltweite Bewegung für die Gleichstellung von LGBTQI+ Menschen auslöste. Wer sich mit dem Verstehen der Abkürzung...

  • 12.06.24
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Positionen - Leopold Neuhold
Trost und Übung

Nach einer komplizierten Handoperation ist die Patientin niedergeschlagen. Der Arzt versucht sie zu trösten: „Nach nur einem Monat werden Sie Klavier spielen können!“ Die so Getröstete: „Das ist wunderbar: Ich kann nämlich gar nicht Klavier spielen!“ Ein versuchter Trost, der nicht mit den Gegebenheiten rechnet, wird leicht zu einer nicht einholbaren Ver-tröstung. Auf der anderen Seite führt der Einbruch des Augenblicks, der die gegenwärtige Herausforderung als nicht zu bewältigen erscheinen...

  • 05.06.24
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Positionen - Karl Veitschegger
Qual der Wahl?

Bald ist EU-Wahl und viele fragen sich: Was bzw. wen soll ich wählen? Zum Besten, was die katholische Kirche je hervorgebracht hat, gehört ihre Soziallehre. Nimmt man sie als Basis, kann man sich vor der Wahl Folgendes fragen: 1. Wer zeigt in seinem Reden und Tun Respekt vor der Personwürde jedes Menschen, unabhängig von Alter, Nation, Religion usw.? 2. Wem ist das Gemeinwohl aller Menschen ein Anliegen, nicht nur der Wohlstand einzelner Nationen und Gruppen? 3. Wer kämpft für Solidarität der...

  • 28.05.24
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Positionen - Elisabeth Wimmer
An die Wand malen

Wie ist das mit dem Teufel an der Wand? Früher glaubten Menschen, man hole ihn damit ins Haus. Und heute? Derzeit wird viel gewarnt: vor Verrohung der Sprache und des Umgangs miteinander, privat wie öffentlich. Davor, dass menschliche Werte zurückgedrängt werden, politisches Tun zu wenig das Miteinander im Blick hat, gar einzelne Gruppen herabgewürdigt werden. Vor Gesundheits-, Wirtschafts-, Sicherheitsproblemen, die durch die Klimaveränderung drohen  … Und oft sagt dann rasch jemand: „Mal doch...

  • 22.05.24
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Vergeudete Zeit?

Es war Wochenende und ich tief in einer wohligen Wolke aus Nichtstun versunken. Eine Kombination aus Urlaub, Fenster- und Feiertagen hatte den stressigen Alltagstrott in die Versenkung geschickt. Meine Bettlektüre zog mich genauso wenig an wie die Wochenendzeitungen oder die Lust aufs Kochen. Und ich genoss es in vollen Zügen. Läufer nennen ihn den „Mann mit dem Hammer“. Es ist der Moment beim Marathon, in dem sich die anfängliche Selbstüberschätzung rächt und du plötzlich keinen Schritt mehr...

  • 15.05.24
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Positionen - Christian Teissl
Wann wird es Mai?

„markierung einer wende“, so heißt ein Gedicht von Ernst Jandl. Im Rahmen einer Zeitungskolumne kann man es nicht zitieren, nur versuchen, es zu beschreiben. Seine Worte wollen nicht gelesen, sie wollen betrachtet werden; ein Stück visueller Poesie, besteht es nicht aus zwei Strophen, sondern aus zwei Spalten. In der linken Spalte steht unter der Jahreszahl 1944 zwölfmal kleingeschrieben das Wort „krieg“, in der rechten steht obenan die Jahreszahl 1945 und darunter viermal „krieg“, das fünfte...

  • 07.05.24
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Positionen - Monika Prettenthaler
(Nicht) perfekt?!

In Museumsshops oder Buchhandlungen entdecke ich oft Karten, die mich mit ihrer pointierten Weisheit beeindrucken. Viele davon landen auch in meinem persönlichen Fundus. Eine solche Karte leitet meine Überlegungen zu einem Thema, das von SchülerInnen vor einigen Tagen im Religionsunterricht diskutiert und reflektiert wurde: Die Nutzung digitaler Medien – hier vor allem kurze Videos (Reels) und Fotos – ist selbstverständlich und stellt Kinder und Jugendliche vor große Herausforderungen. Es geht...

  • 30.04.24
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Positionen - Leopold Neuhold
Nicht zwanghaft – schöpferisch

Kunde: „Ich brauche ein Geschenk für meinen Freund. Er hat sich bei einem Spiel zu sehr aufgeregt und liegt nun wegen Herzinfarkts im Krankenhaus.“ Der Verkäufer: „Wie wäre es mit ‚Mensch ärgere dich nicht!‘“ Ja, es ist oft ärgerlich, im Spiel zu verlieren, aber gleich Herzinfarkt? Spiele sollten ja nicht nur in eine andere Welt führen, sondern den Menschen auch über sich selbst hinaus. Das wird schwierig, wenn wir zwanghaft nur auf das Resultat schauen. Dann wird die Überwindung von...

  • 24.04.24
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Positionen - Karl Veitschegger
Haciendo lìo!

In seinem Buch „Leben“ schreibt Papst Franziskus: „Es freut mich, wenn ich sehe, wie engagiert Jugendliche … für den Erhalt unseres Planeten kämpfen und gegen die Entscheidungen der Regierungen protestieren, die nicht genügend gegen den Klimawandel unternehmen. Die Zeit läuft uns davon, es bleibt uns nicht mehr viel, um den Planeten zu retten, und wenn ich an die jungen Leute denke, […] sage ich immer: Haciendo lío, macht Radau, aber nur unter der Bedingung, dass die Demonstrationen nicht in...

  • 17.04.24
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Positionen - Elisabeth Wimmer
Fisch und Himmel

In einem Roman habe ich von der Eigenart alt-grönländischer Sprachen gelesen, Wörter aneinanderzufügen. Ich weiß nicht, ob das sprachwissenschaftlich fundiert ist oder einfach der Kreativität der Autorin entsprang: „‚Ich mag Fisch‘ könnte in ihrer Sprache womöglich lauten ‚glücklich köstlich lieben wollen Art von Fisch, Jahreszeit in der er gefangen wird, mag ihn so wie der Großvater ihn zubereitet hat an den Rändern knusprig und über Steinen gebraten… dankt dem Geist des Fisches, vermisst den...

  • 10.04.24
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Positionen - Svjetlana Wisiak
Mehr als tausend Worte

Als leidenschaftliche Hobby-Joggerin bevorzuge ich für meine Trainingseinheiten den frühen Morgen. Jetzt könnte ich Ihnen Gründe dafür nennen, wie Motivationsschub nutzen, gut in den Tag starten, frische Energie tanken. Fakt ist, in der Früh hast’ halt auch einfach deine Ruh’ – und die schätze ich fast am meisten, wenn ich meine Runden drehe. Mitunter kommt es allerdings vor, dass ich in meiner Idylle gestört werde. Von Baustellen, von Hindernissen, von Hundehaufen. Sie werden dafür mit...

  • 03.04.24

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