Positionen - Svjetlana Wisiak
Künstliche Unintelligenz
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Neulich frage ich die KI, wie ich mein neues Kätzchen – das ich mit acht Wochen bekommen werde – davon abhalten kann, meine Couch zu zerstören. Jene der jetzigen Ziehmutter sieht aus, als sei beim Reinigen der Staubsauger mit einer Flex verwechselt worden. Zunächst mahnt mein digitaler Ratgeber, die Katze sei noch zu jung, um vom Muttertier getrennt zu werden. Auf mein trotziges „ich will aber“ antwortet die KI sogleich mit einer Liste von Vorteilen, wenn Baby-Miau doch jetzt schon zu mir kommt. Nun würde ich mich als halbwegs vernünftigen Menschen bezeichnen und auch, wenn die KI es diktiert, werde ich meiner Katze nicht alle Krallen ziehen. Und dennoch kenne ich Menschen, die dank „qualifizierten KI-Rats“ von Zahnweh auf einen Herzinfarkt geschlossen haben und vor lauter Sorgen fast tatsächlich einen solchen erlitten hätten. Noch mehr beunruhigen mich Berichte von KI-gesteuerten Kriegswaffen, die täglich geschickt werden, um Leben auszulöschen.
Dass Papst Leo gerade dieses Thema in seiner Enzyklika in den Vordergrund rückt, finde ich unter diesen Gesichtspunkten mehr als notwendig. Ich hoffe, dass sie uns alle dazu motiviert, uns künftig wieder vermehrt mit „echter“ Intelligenz auseinanderzusetzen.
Svjetlana Wisiak
svjetlana@wisiak.net
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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