Kirche Österreich
Klare Botschaft
- Von links: Renate Wieser, Angelika Magnes (beide PPH Augustinum), Sabine Weisz (PPH Burgenland), Nikolaus Janovsky (KPH Edith Stein), Andrea Seel (PPH Augustinum), Katharina Pyschny (Theologische Fakultät Graz) und Anna Hollwöger (Diözese Graz-Seckau) stehen ein für die Stärkung der Demokratie.
- Foto: Mandl/PPH Augustinum
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Gegen rechts. Österreichs Theologische Fakultäten und Hochschulen rufen zur Positionierung gegen christlichen Nationalismus auf.
Mit einer gemeinsamen Erklärung haben die Katholisch-Theologischen Fakultäten und Kirchlichen Pädagogischen Hochschulen in Österreich gegen rechte Tendenzen in Gesellschaft und Kirche Stellung bezogen und diese scharf verurteilt. Auch in Österreich würden „christlich-nationalistische Strömungen“ wie etwa der „Neo-Integralismus“ zunehmend an Sichtbarkeit und Einfluss gewinnen – eine Entwicklung, die man mit Sorgen beobachte, da sie „religiöse Sprache, christliche Symbolik und das christliche Gottesbild“ politisch missbrauche, „um antidemokratische, antifeministische und ausgrenzende Ideologien zu legitimieren“, heißt es in der am 1. Juli veröffentlichten Erklärung. Auf diese Weise werde Religion ihrer befreienden, die Menschenwürde und Pluralität fördernden Dimension beraubt, für die Katholisch-Theologische Fakultäten und kirchliche Bildungseinrichtungen einstünden.
Mit Bildung Demokratie stärken
„Wir treten jeglicher Form von Diskriminierung, Antifeminismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit entschieden entgegen“, betonen die Unterzeichnenden und verpflichten sich, „eine theologisch fundierte und zugleich pluralitätssensible Bildung zu fördern und so einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung demokratischer Resilienz und zur Prävention gegenüber religiös legitimierten Extremismen in Kirche und Gesellschaft zu leisten“.
Gerade katholische bzw. kirchliche Bildungseinrichtungen seien Orte, an denen Studierende befähigt würden, „politisch aufgeladene religiöse Narrative und Symboliken kritisch zu hinterfragen, Machtstrukturen in religiöser Sprache zu erkennen und zwischen authentischem Glaubenszeugen und ideologischer Vereinnahmung zu unterscheiden“.
Man rufe die VerantwortungsträgerInnen in Kirche, Politik, Wissenschaft und Bildung dazu auf, „sich klar und unmissverständlich gegen christlich-nationalistische Gruppierungen zu positionieren und gemeinsam für eine offene, demokratische und menschenwürdige Gesellschaft einzutreten“.
Quelle: Kathpress
Der Neo-Integralismus
ist eine politische und religiöse Strömung innerhalb des Katholizismus, die seit den 2010er-Jahren vor allem in den USA, aber auch in Europa Aufmerksamkeit erlangt hat. Sie fordert, dass Staat und Politik wieder stärker an der katholischen Glaubenslehre ausgerichtet werden sollten – bis zur Unterordnung staatlicher Autorität unter die Kirche. Damit steht der Neo-Integralismus in deutlichem Gegensatz zu modernen liberalen Demokratien mit dem Prinzip der Trennung von Staat und Kirche sowie ihren Grundsätzen von Meinungs-, Interessens- oder Religionsfreiheit.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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