Positionen - Karl Veitschegger
Echt katholisch
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„Alles ist möglich, aber nix is fix“ — dieses Lebensgefühl prägt heute viele. Alles wird hinterfragt: Geschlechter, Menschenrechte, religiöse Normen. Das verunsichert. Und unglücklich Unsichere suchen Halt in Bewegungen, Parteien oder religiösen Gruppen, die geschlossene Weltbilder, fixe „Wahrheiten“ und emotionale Heimat anbieten.
„Rückwärtsgewandtheit ist in Mode“, warnte Papst Franziskus. So halten etwa die „Piusbrüder“ ein Stück kirchlicher Vergangenheit für den „Katholizismus“ schlechthin.
Doch die Wirklichkeit ist immer größer als der Erkenntnisstand einer Ära. „Stückwerk ist unser Erkennen.“ (1 Kor 13,9) Christsein ist ein Weg in die Zukunft. Jesu Geist verlangt auch Offenheit für Neues.
Ich mochte das Wort „Katholizismus“ nie, weil es nach ideologischer Verengung riecht. Lieber spreche ich von katholischem Christsein, katholischem Glauben, lebendiger (!) Tradition, von Katholizität statt „Katholizismus“. Denn „katholisch“ bedeutet ursprünglich: universal, offen für alle, aus dem vollen Reichtum Christi lebend. Gott mutet uns zu, Unsicherheiten auszuhalten und mit allen Menschen guten Willens unterwegs zu bleiben — suchend, lernend, hoffend, liebend.
Karl Veitschegger
redaktion@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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