Karl Veitschegger

Beiträge zum Thema Karl Veitschegger

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Positionen - Karl Veitschegger
Ein Tropfen Menschlichkeit

Kennen Sie das auch: Sie sitzen vor dem Fernseher, schauen Nachrichten und fühlen sich überfordert? So viel Not in aller Welt: Klimakatastrophen, Pandemie, Kriege …! Was kann ich da als einzelner Mensch tun? Mutlosigkeit beschleicht mich. „Da kann man nur beten“, sagte meine Großmutter in ähnlichen Situationen. Ja, zumindest das kann ich tun, beschließe ich. Und ich bin überzeugt, ein aufrichtiges Gebet hat große Kraft. Aber meist kann ich doch noch etwas mehr tun. Und wenn es nur eine Spende...

  • 25.08.21
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Positionen - Karl Veitschegger
Gnadenbild

Ich jogge in der Früh gerne an der Mur. Es ist für mich eine gute Zeit zum Beten und Meditieren. Vor ein paar Tagen – ich bedenke gerade den Satz „geboren von der Jungfrau Maria“ – kommt mir eine Wallfahrergruppe mit Vortragskreuz entgegen. Es folgt ein freundliches Gespräch, und ich bitte die gut gelaunten Männer und Frauen schließlich, auch meine Anliegen nach Mariazell „mitzunehmen“. Es gibt viele Gründe, warum sich Menschen pilgernd auf den Weg machen, aber es ist auffällig, dass das Ziel...

  • 21.07.21
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Positionen - Karl Veitschegger
Und sie lehren doch

„Dass eine Frau lehrt, erlaube ich nicht!“ (1 Tim 2,12) Dieses mit der Autorität des Paulus untermauerte Bibelwort hätte Päpste dazu bewegen können, allen Frauen für immer zu verbieten, öffentlich den Glauben zu verkünden. „Wir sehen uns nicht bevollmächtigt, das zu erlauben“, hätte ein Papst, auf die Bibel pochend, sagen können. Zum Glück kam es nie dazu. Man erkannte dieses Wort als zeitbedingte Anordnung, bestimmten Situationen geschuldet. Ein zeitloses Verbot wurde nicht daraus. Gott sei...

  • 16.06.21
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Positionen - Karl Veitschegger
Bevorzugt

Es ist geschmacklos, wenn mitten in der Corona-Krise ein Wiener Innenstadt-Priester in der Zeitung ungeniert von seinem Wohlstand labert: „Supermärkte kenne ich nur vom Segnen, nicht vom Einkaufen. Ich wüsste nicht mal, wo ich dort Milch oder Butter finde. Darum nehme ich zurzeit Essensgeschenke gern an.“ Im Lockdown fallen ja Abendtermine mit gutem Essen aus. Über seine Köchin, die für den Mittagstisch sorgt, sagt er: „Fischgerichte waren anfangs nicht ihre Stärke. Ich habe dann Haubenkoch...

  • 12.05.21
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Eine unglaubliche Geschichte?

Schließlich war auch der skeptische Apostel Thomas überzeugt: Der Gekreuzigte lebt, er ist auferstanden! – Aber so eine Botschaft klingt verrückt und gar nicht erfolgversprechend. Denn ein Gekreuzigter galt damals als von Gott verflucht. Mit einer solchen Message war nichts zu holen. Man behält sie besser für sich. Außer man macht eine so tiefe und einmalige Erfahrung, dass man sie nicht verschweigen kann. Pinchas Lapide, der sich als jüdischer Theologe intensiv mit Jesus beschäftigt hat, ohne...

  • 07.04.21
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So arbeitet Gott

„Warum schafft Gott die Bösen nicht einfach ab?“, fragt der kleine Timo seine Eltern. Auch Erwachsene fragen sich manchmal angesichts des Bösen in der Welt: Warum greift er nicht ein? Wer hat sich noch nie gewünscht, Gott möge über Nacht die Welt in ein Reich des Friedens verwandeln? Aber Gott tut das offensichtlich nicht. Er lässt Unkraut neben dem Weizen wachsen und seine Sonne über Gute und Böse scheinen. „Zwangsbeglückungen“ sind nicht seine Sache. Erlösung über die Köpfe hinweg gibt es...

  • 03.03.21
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Kein Moment ohne Gott

Auf die Frage, was ihm persönlich im Leben Orientierung gebe, antwortet der renommierte Quantenpysiker Anton Zeilinger in einem FURCHE-Interview (30. November 2020): „Die Überzeugung, dass es etwas Transzendentes gibt. Manche Menschen nennen das Gott, oder wie auch immer. Für mich ist das sogar mehr als eine Überzeugung, nämlich eine wichtige Erfahrung meines Lebens: dass die Welt nicht nur materiell ist. Diese Erfahrung habe ich interessanterweise schon immer gehabt. In meinem Leben gab es...

  • 27.01.21
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Verloren?

Eine befreundete Lehrerin hat mich darauf aufmerksam gemacht: Das Jugendwort 2020 ist „lost“. Mit diesem englischen Wort bezeichnen Jugendliche jemanden, der unsicher, planlos, überfordert, verloren, also irgendwie neben der Spur ist. Wer „lost“ ist, steht daneben – in Schule, Sozialkontakt, Arbeit oder überhaupt im Leben. Kennen auch Sie dieses Gefühl, „lost“ zu sein? Die Bibel erzählt: Jesus ist gekommen, „zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Mk 2,17). Die, die „lost“ sind, haben einen...

  • 16.12.20
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Herzblut

Die Krankenhausseelsorgerin betritt das Zimmer. Nein, er brauche keine Seelsorge, sagt der Patient. Aber dann wird doch ein tiefes Gespräch daraus, „weil sie“, wie er später an-erkennt, „so ein offener, lieber Mensch ist und etwas vom Leben versteht“. Ein Priester schreibt mir, er ärgere sich über gewisse kirchliche Verordnungen, aber die Begegnung „mit den Menschen vor Ort“ mache ihm täglich viel Freude. „Die Leute“ sind ihm wichtig. Eine Religionslehrerin zeigt mir mit Begeisterung ihre...

  • 11.11.20
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Anstoß aus Dresden

Anstoß aus Dresden. „Sie haben mir ihre Lebens- und Glaubensgeschichten erzählt. Das hat mich bewegt, weil ich gemerkt habe, welch ein Ringen da stattfindet. Sie wollen Christen sein und ihren Glauben auch in der Kirche leben. Und da will ich sie nicht allein lassen.“ Das sagt Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden) nach mehreren intensiven Begegnungen mit schwulen, lesbischen, bi- und transsexuellen Gläubigen in seiner Diözese. Er will die Seelsorge für die Lebenssituation dieser Gläubigen...

  • 07.10.20
  • 1
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Menschlichkeit

Sie wurde zwar evangelisch getauft, fühlte sich aber schon früh als Atheistin und lebte auch so. Erst heftige Angriffe auf die Religion durch fanatische Atheisten weckten in ihr das Interesse an Glaube und  Kirche. Sie wollte sich ihre eigene Meinung bilden. 2018 ist Meike Kröger dann katholisch geworden. Viele Bekannte verstehen diesen Schritt nicht, da Meike nach wie vor den Demokratie-Mangel in der katholischen Kirche kritisiert und die Priesterweihe für Verheiratete und Frauen für...

  • 02.09.20
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Positionen - Karl Veitschegger
Miteinander?!

Wieder einmal ist ein Dokument aus Rom gekommen. Diesmal eine Instruktion über Pfarre und missionarische Seelsorge aus der Kleruskongregation. Nicht, dass ich mir davon besondere neue Impulse erwartet hätte, aber ein bisschen mehr Mut wäre schon schön gewesen. Das Schreiben enthält durchaus stimmige Zeitanalysen und viele wunderbare Zitate von Papst Franziskus, die ich voll mittragen kann. Aber es ist wie so oft bei Mutter Kirche: Man redet gern von Reform, von „pastoralem Miteinander“ und...

  • 29.07.20
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Gott und Twitter

Wer das Wort „Twitter“ hört, denkt rasch an US-Präsident Donald Trump. Er nützt dieses weltweite öffentliche Nachrichtenmedium exzessiv, um seine Sprüche loszulassen, (nachweislich) oft verlogen und inhuman. Schamlos spannt er dafür auch Gott und die Bibel vor seinen politischen Karren. Aber auf „Twitter“ findet man auch andere Stimmen, leisere, zutiefst menschliche. So „twitterte“ am 28. Mai eine junge Frau: „Vor wenigen Wochen haben mein Mann und ich einen Säugling mit Downsyndrom adoptiert....

  • 24.06.20
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Krise und Phantasie

Krisensituationen regen die Phantasie an. Und das ist zunächst einmal gut. Menschen entwickeln erstaunlich gute Ideen, um sich und anderen zu helfen, Not zu lindern, Krankheiten zu besiegen usw. Aber es gibt auch die dunkle Seite: Verschwörungsphantasien. Beim Brand Roms bezichtigte Nero die Christen, Feuer gelegt zu haben; in der Pestzeit beschuldigten Christen die Juden, Brunnen zu vergiften; am Anfang der Neuzeit verurteilten katholische und protestantische Richter Hexen als Ursache für...

  • 19.05.20
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Papst, Frauen, Amazonen

Nein, das Frauenbild, das mein Lieblingspapst im Schreiben Querida Amazonia skizziert, ist gut gemeint, aber überzeugt mich nicht. Meine Großmutter (*1908) hätte es noch bejaht, meine Mutter (*1930) schon bezweifelt, jüngere Frauen lehnen es ab, auf einen „weiblichen Stil“ fixiert zu werden. Dass Frauen nach dem Vorbild Mariens Gottes Zärtlichkeit leben sollen, ist zwar gut und schön, aber gilt das nicht auch für Männer? Und die Sorge, durch eine Weihe würden Frauen gefährlich „klerikalisiert“,...

  • 25.03.20
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Katastophe oder Chance?

Als der heilige Karl Borromäus 1570 als zuständiger Bischof die Schweiz besuchte, stellte ihm der Pfarrer von Altdorf stolz seine acht Kinder vor. Das ist nur eines von vielen Beispielen dafür, dass sich der Priester-Zölibat in der Kirche nie ganz durchgesetzt hat, obwohl Päpste sich bemüht haben, ihn gesetzlich abzusichern, und bis heute viele engagierte Priester nach dem Vorbild Jesu glaubwürdig im Zölibat leben. 2019 hat nun die Amazonien-Synode mit großer Mehrheit Papst Franziskus gebeten,...

  • 25.03.20
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