Positionen - Karl Veitschegger
„Madre di Dio!“
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Der Hochstapler und Kunstdieb Allmen wird im Zuge seiner Betrügereien von einem Rivalen angeschossen. Eine Frau eilt ihm zu Hilfe, versorgt die Wunde und ruft spontan: „Madre di Dio!“ Allmen ist irritiert und meint, ein Gebet sei wohl nicht angebracht. Doch sie beharrt darauf und sagt über die Gottesmutter Maria: „Sie ist immer da, auch wenn man selbst schuld ist.“
Diese Worte aus einem Allmen-Krimi haben mich tief berührt und durch den Marienmonat Mai begleitet. Es steckt viel Evangelium darin: Liebe, die nicht abwägt, wer würdig ist; die nicht erst dann gilt, wenn wir alles richtig gemacht haben, sondern gerade dann, wenn wir uns verfehlt haben. „Gott liebt uns nicht, weil wir schön sind, sondern damit wir schön werden können“ (Augustinus). Maria verkörpert für viele diese Zuwendung Gottes. In unzähligen Wallfahrtskirchen zeigt sie uns ihren Sohn. Es sind „Gnadenbilder“, weil sie zum Vertrauen ermutigen.
Seit ich den Krimi gesehen habe, denke ich beim Ansehen von Marienbildern an dieses Wort: „Sie ist immer da, auch wenn man selbst schuld ist.“
Laut Theologie ist Maria das Urbild der Kirche. Vielleicht sucht Maria weniger Verehrer als vertrauensvolle Nachahmer.
Karl Veitschegger
redaktion@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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