APROPOS Jesus | 60 Fragen - 60 Antworten
59. Irene, welche Jesus-Worte sind dir besonders wichtig?
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Es gibt Worte, die mir – im buchstäblichen Sinn – unter die Haut gegangen sind.
In meiner Herkunftsfamilie gibt es einen Lieblingsspruch, der immer wieder auftaucht: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20) – Ob auf dem Elektrikerkasten meines Bruders Thomas geschrieben oder schön ausgedruckt in einem goldenen Rahmen im Vorhaus platziert oder eben als tätowierter mit Efeu bekränzter Schriftzug auf Französisch: „Et voici, je suis avec vous tous les jours jusqu’à la fin du monde.“
Diese Worte haben uns geprägt und immer begleitet. Unser Vater, selbst ein tiefgläubiger und kreativer Mensch, hat uns Kindern bei Selbstzweifeln und Ängsten immer wieder in Erinnerung gerufen: „Jesus Christus hat uns versprochen, dass er uns nicht allein lässt! Habt Vertrauen. Ihr wisst, er ist bei uns bis ans Ende der Welt! Ihr könnt alles schaffen, wenn ihr nur vertraut und auf den Herrn setzt.“ – Das hat mich immer berührt, dass unser Papa – auch wenn er schon hier auf Erden einen lieben und fürsorglichen Vater hatte – einen noch größeren „im Himmel“ anerkennt und anbetet. Ich habe selbstverständlich mitgemacht und nie am unverbrüchlichen Dasein und am Schutz Gottes gezweifelt.
Dasselbe gilt für meine Mutter: „Stell Gott in die Mitte!“ – So ihre tiefernsten Worte.
Doch war es für sie weniger der schutzbietende „Vater im Himmel“, sondern der liebende und hingebungsvolle „Sohn Gottes“, den sie Zeit ihres Lebens verehrte. War es nun die erste große Liebe, die uns im jungen Erwachsenenalter in aller Kraft erfasste und für die wir bei unserer Mama Rat einholten oder ein größeres persönliches Vorhaben, sie mahnte immer das Christuswort aus dem Johannes-evangelium ein: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6) – Alles glückt, wenn man seinen Fokus nicht zu sehr auf Irdisches und Vergängliches richtet. Wenn ein Paar den Glauben ins Zentrum seiner Liebe stellt, kann diese Liebe auch ein Leben lang halten. Diese Einstellung hat mich immer fasziniert!
Auch wenn man laut mosaischem Gesetz (Lev 19,28: „Ihr dürft euch keine Zeichen einritzen lassen.“) vielleicht besser auf dauerhafte Motive auf der Haut verzichten sollte, war mir klar, dass ich es so in Erinnerung behalten möchte: Auf Christus schauen. – Ja, ich habe mir mit Anfang 20 ein Logo der Diözese Graz-Seckau tätowieren lassen. Auch eine kleine Liebeserklärung, wenn man so will.
So viel zum Fundament, das mich trägt. Aber als Erwachsene gibt es angesichts der ganz natürlichen Alltagssorgen und täglichen Herausforderungen, die sich eben durch das „Sich-der-Welt-Stellen“ ergeben, auch eine Reifung im Glauben und meine eigenen Jesus-Worte, die sich bewährt haben.
Besonders die Seligpreisungen, die mir als „Christo-Logik“ in schwierigen Zeiten viel Halt geben: „Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“ (Mt 5,4–9)
Meine liebsten Jesus-Worte also?
„Selig, die Frieden stiften!“ (Mt 5,9) – oder wortwörtlich im Griechischen makάrioi oἱ eἰrênopoioί: Glücklich die Friedenmacher!
Irene Maria Unger
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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