Positionen - Karl Veitschegger
Er fehlt mir
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Am 21. April jährt sich sein Todestag. Von den sieben Päpsten, die ich bisher erlebte, war er mir der liebste: Franziskus.
„Todos, todos, todos!“ — alle sollen die Liebe Gottes spüren: Gefangene, Geflüchtete, Menschen in kirchenrechtlich „irregulären Beziehungen“, queere Menschen … Darum ging es ihm. Sakramente verstand er nicht als Belohnung für „Brave“, sondern als Hilfe für jene, die sich mit dem Leben und oft auch dem Christsein schwertun. Synodalität, gemeinsames Suchen und Finden, sollte die Kirche zukunftsfit machen.
Herzlich umarmte er Rabbiner, Imame und die lutherische Erzbischöfin von Schweden. Er redete nicht nur von Geschwisterlichkeit, er lebte sie. Er hungerte nach Gerechtigkeit, wetterte gegen zügellosen Kapitalismus und die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, gegen Angriffskriege und Wettrüsten. Er hörte den Schrei der ausgebeuteten Erde, die „unser gemeinsames Haus“ ist und bleiben soll.
Freilich war auch er nur ein Mensch. Er hatte Grenzen, sagte Unbedachtes, verstand manche Entwicklung nicht mehr; zögerte, weil er Reformunwillige „mitnehmen“ wollte in die „Freude des Evangeliums“.
Ja, er fehlt mir. Aber er bleibt mir Vorbild — und ein Freund im Himmel. Danke!
Karl Veitschegger
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Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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