Positionen - Theresia Heimerl
Tiere und Menschen
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Frösche im Nachbarteich sind zu laut, befand jüngst ein Gericht. Zootiere werden so lange gezüchtet, bis sie zu viele sind und getötet werden müssen, und Haustiere kann man für die noch lebenden Zoo-(Raub-)Tiere zur Fütterung abgeben.
Kein Wunder, dass Nessie aus dem schottischen Hochland heuer schön untergetaucht bleibt im Sommerloch. So ganz geheuer sind sie uns nicht, unsere mehrbeinigen Schöpfungsgenossen, seit wir das Paradies verlassen haben (bzw. man uns rausgeworfen hat). Wir brauchen und lieben sie, oder wir missbrauchen und verachten sie, manchmal wohl auch alles zugleich aus tierischer Perspektive. Hauptsache, wir behalten die Kontrolle.
Ein Frosch, der einfach so quakt in der Nacht, muss weg. Am besten ganz nachhaltig in den Zoo, wo er an ein anderes Tier verfüttert wird. Oder er wird in Kunstharz für die Kunstwelt verewigt. Arm ist so ein Frosch dann, viel ärmer als seine heimatteichlosen Artgenossen, die dem Lärmschutz weichen mussten und auf todbringenden Straßen umherirren.
Bleibt nur noch die theologisch sogar vom hl. Augustinus ausgesparte Frage: Waren die Frösche im Paradies auch schon so laut, oder waren sie damals noch Schöpfung anstatt Lärm?
Theresia Heimerl
redaktion@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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