15. Sonntag im Jahreskreis | 12. Juli 2026
Kommentar - Bibel und Leben
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Klartext oder durch die Blume?
Die Frage stellt sich unweigerlich, wenn es gilt, jemandem eine unbequeme Nachricht zu überbringen oder eine Rückmeldung zu geben, die auf eine Verhaltensänderung abzielt: Soll ich es der betreffenden Person unverblümt ins Gesicht sagen oder möglichst schonungsvoll beibringen? Welche Worte helfen ihr optimal, die Botschaft anzunehmen, und ermutigen sie dazu, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben? Es hängt ganz wesentlich davon ab, wie sich die Beziehung zu diesem Menschen gestaltet, wie gut man einander kennt, ob ein Vertrauensverhältnis besteht.
Für Jesus stellt sich die Frage im Zusammenhang mit seiner Botschaft vom Himmelreich. Dass er darüber in Gleichnissen spricht und nur vor seinen Jüngern Klartext redet, dürfte damit zu tun haben. Er verkündet keine Geheimlehre, die nur einem elitären Zirkel offenbart wird.
Was den Jüngern gegeben ist, um die „Geheimnisse“ des Gottesreiches zu verstehen, das ist die Gemeinschaft mit Jesus. Bei ihm erleben sie hautnah, wie jemand das Leben gestaltet und Menschen begegnet, der sich im Himmelreich beheimatet weiß, der das Wort Gottes verinnerlicht hat. Diese Erfahrung ist unersetzlich.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.