Alfred Jokesch

Beiträge zum Thema Alfred Jokesch

Texte zum Sonntag

3. Sonntag der Osterzeit | 19. April 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Erzählen geht tiefer als erklären Wenn etwas so ganz und gar nicht erklärbar ist oder die Begrifflichkeiten unserer Erfahrungsräume weit übersteigt, dann kann es helfen, das Erlebte in eine Geschichte zu verpacken. Die narrative Form, die Möglichkeit, in Metaphern, Seelenbildern, Analogien oder Gleichnissen zu sprechen, öffnet einen Weg, auf dem das Unsagbare bis in die Tiefe des Herzens einsickern und darin einen Widerhall hervorrufen kann. Die Auferstehung ist ein solches Ereignis. Man kann...

  • 15.04.26
Texte zum Sonntag

2. Sonntag der Osterzeit - 12. April 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Das Osterwunder begreifen Wie können Wege zum Frieden gefunden werden? Angesichts aktueller geopolitischer Brandherde ein schier aussichtsloses Unterfangen. Dafür wird uns Tag für Tag vorexerziert, was keinen Frieden bringt, nämlich Allmachtsfantasien, Gewalteskalationen, Drohgebärden, Demütigungen und Beleidigungen. All dem war auch Jesus ausgesetzt, und seine Friedensmission, die auf jegliche erniedrigende und gewaltvolle Verhaltensweise verzichtet hat, endete tragisch am Kreuz. Seine Jünger...

  • 08.04.26
Texte zum Sonntag

Kommentar - Bibel und Leben

Ein Wettlauf gegen den Tod Wir kennen Situationen, in denen mit hektischer Betriebsamkeit um das Leben eines Menschen gerungen wird – sei es im Operations­saal eines Spitals oder an einer Unfallstelle. Geht dieser Kampf trotz aller Anstrengungen verloren, dann stellt sich meist eine betretene, resignierte Ruhe ein, verbunden mit der ganzen Bandbreite an Gefühlen, die einen tonnenschwer zu Boden sinken lassen. Es gilt, die Unerbittlichkeit des Todes zu akzeptieren. Am Ostermorgen ist das...

  • 01.04.26
Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Regimewechsel

Die weltpolitischen Erschütterungen dieser Tage bringen nicht nur unsägliches Leid über Millionen von Menschen, sondern wirken sehr konkret in unser aller tägliches Leben hinein. Mit Erschütterungen konfrontiert uns auch die nun beginnende Karwoche, wenn wir uns existenziell darauf einlassen, woran wir an Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und zu Ostern denken. Ich sehe darin den entscheidenden Kreuzungspunkt der Menschheitsgeschichte. Jesus zeigt auf, was einen Regimewechsel in der Welt...

  • 25.03.26
Texte zum Sonntag

5. Sonntag der Fastenzeit | 22. März 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Todesorte werden Orte des Lebens Als letztes und größtes der Heilszeichen Jesu inszeniert das Johannesevangelium in bewegender Dramaturgie die Auferweckung des Lazarus. Manches am Verhalten oder an den Worten Jesu erscheint recht befremdlich: die Krankheit diene der Verherrlichung Gottes, das lange Zuwarten Jesu, das Gebet, das er am Grab nur der Menge wegen spricht. Das wirkt wie eine genau geplante Aktion. Andererseits wird die enge Beziehung zwischen Jesus und Lazarus hervorgehoben, die...

  • 18.03.26
Glaube & Spiritualität
Im Film „Über die Unendlichkeit“ zeigt Roy Andersson Miniaturen alltäglicher Tristesse – etwa den Albtraum eines Priesters, der den Platz Jesu beim Kreuzweg einnimmt. | Foto: Neue Visionen Film
2 Bilder

Glaube
Im Leid begegnet uns Christus

Stichwort: Die Passion im Film „Passionen“ nennt Alfred Jokesch sein demnächst erscheinendes Buch, das zu einer spirituellen Entdeckungsreise durch ausgewählte zeitgenössische Filme einlädt. Wahrscheinlich ist sie die am öftesten erzählte Geschichte der Menschheit: die Passion, das Leiden und Sterben Jesu Christi. Sie gehört zu den größten geistigen Schätzen der Menschheit und vermag seit zweitausend Jahren zutiefst zu berühren. Sie inspirierte Komponisten wie Johann Sebastian Bach zu...

  • 18.03.26
Texte zum Sonntag

3. Sonntag der Fastenzeit | 8. März 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Vom Brunnen zur Quelle Ein Wesenszug, der bei Jesus auffällt, ist sein besonderer Umgang mit Frauen. Er lässt sich nicht von Konventionen und Ausgrenzungsmechanismen bremsen, sondern begegnet ihnen mit großer Unbefangenheit, mit Wertschätzung und Respekt. Bei ihm erleben sie keine Herabsetzung oder Ausbeutung, sondern Bestärkung, Ermutigung und Ermächtigung. Ein schönes Beispiel dafür ist die Begegnung mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Laut Gepflogenheit hätte sie gar nicht zustande kommen...

  • 04.03.26
Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Online oder Offline?

In unserer Redaktionssitzung tauchte neulich ein Begriff auf, der im gesprochenen Wort unterschiedlich verstanden werden kann. Ging es um „Online Fasten“ oder um „Onlinefasten“? Erstes würde bedeuten, das Internet oder das Smartphone heranzuziehen, um mich in meinen Fastenvorsätzen zu unterstützen. Zweites hieße, dass mein Fastenopfer darin besteht, auf Online-Medien zu verzichten und eine Zeit lang offline zu bleiben. Sowohl das eine wie auch das andere hat seine Vorzüge. Natürlich finde ich...

  • 25.02.26
Texte zum Sonntag

1. Sonntag der Fastenzeit | 22. Februar 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Der Atem verbindet mit Gott Durch den Atem Gottes, so erzählt die Schöpfungsgeschichte, wird der Mensch lebendig. Das Atmen ist demnach nicht nur der fundamentalste Lebensvollzug, sondern auch jener, der uns besonders mit Gott verbindet. Jeder Atemzug macht uns bewusst, dass Leben nichts Statisches ist, sondern Dynamik, dass wir es nicht selbstbezogen bewältigen können, sondern nur in Beziehung und Austausch, im pulsierenden Rhythmus von Empfangen und Loslassen. Wenn ein Mensch diese Dimension...

  • 18.02.26
Texte zum Sonntag

6. Sonntag im Jahreskreis | 15. Februar 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Braucht es Gebote? Das Interesse von sehr vielen / gilt momentan den Winterspielen. / Bei Olympia kommt’s drauf an, / wer am Tag X abliefern kann. / Im Kampf um Bronze, Silber, Gold / das Schicksal ist nicht jedem hold. / Gerade unter den fünf Ringen / lässt sich das Glück oft nicht erzwingen. Die Fairness zählt sehr viel im Sport / darum gibt’s strenge Regeln dort. / Wenn einer sich daran nicht hält, / wird er verbannt vom Starterfeld. / Wer ein Tor nicht korrekt passiert, / sogleich wird...

  • 11.02.26
Texte zum Sonntag

5. Sonntag im Jahreskreis | 8. Februar 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Gut genießbar sein Auf die Vorkommen seltener Mineralien richtet sich das Visier der Begehrlichkeit im derzeitigen geopolitischen Kräftemessen. Diese kostbaren Rohstoffe spielen im Zeitalter der Elektronik eine entscheidende Rolle. Auch virtuelle Welten und „Künstliche Intelligenz“ kommen nicht ohne eine physische, materielle Verortung aus. Und sie brauchen gigantisch viel Energie. Salz ist kein seltenes Mineral, sondern eines, von dem weltweit reichlich vorhanden ist. Und es ist ein...

  • 04.02.26
Glaube & Spiritualität

Stichwort: Krankensalbung
In das Kraftfeld Jesu eintauchen

Nicht „Letzte Ölung“, sondern umfassende Heilung. Das Sakrament der Krankensalbung ist kein Sterberitual, sondern Stärkung zum Leben. Bei mir ist es noch nicht so weit!“ Jeder Priester wird schon erlebt haben, dass ihm beim Betreten eines Krankenzimmers diese Worte entgegenschallen. Wenn der Pfarrer kommt, so schlussfolgern viele, dann steht das Ende unmittelbar bevor. Wenn Ärzte und Pflegende nichts mehr ausrichten können und jede Hoffnung begraben ist, dann soll der Priester „übernehmen“, der...

  • 04.02.26
Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Eine Verfrühung

Die Deutsche Bahn ist wegen ihrer notorischen Verspätungen in Verruf geraten. Bei meiner Heimreise vom Filmfestival in Saarbrücken erlebte ich das Gegenteil. Ein bestens gelaunter schwäbischer Zugführer machte die Durchsage: „Wir erreichen Ulm 13 Minuten früher als geplant. Ich bitte Sie, die durch diese Verfrühung entstehenden Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Die Verfrühung wird Ihnen selbstverständlich bei der nächsten Verspätung gutgeschrieben.“ In unserem meist minutiös getakteten Leben...

  • 28.01.26
Texte zum Sonntag

4. Sonntag im Jahreskreis | 1. Februar 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Trost oder nur Vertröstung? „Der ist nicht ganz bei Trost!“ Wenn jemand sich anschickt, mit den Empfehlungen der Bergpredigt Ernst zu machen, sind ihm Kommentare wie dieser sicher. Als naiv, realitätsverweigernd und weltfremd gelten die ethischen Leit-linien Jesu. Angesichts der Sachzwänge dieser Welt sei es alternativlos, Stärke und Abschreckung zu zeigen. Die Seligpreisungen der Bergpredigt werden eher als Vertröstung auf eine ausgleichende Gerechtigkeit im Jenseits betrachtet. Ich denke,...

  • 28.01.26
Texte zum Sonntag

2. Sonntag im Jahreskreis | 18. Jänner 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Es geht ums Kennen Das Wort „kennen“ hat eine große Spannweite an Bedeutungen. Wir behaupten, einen Menschen zu kennen, wenn wir seinen Namen schon einmal gehört haben und sein Gesicht wiedererkennen. Andererseits müssen wir uns oft eingestehen, dass wir einen Menschen, der uns seit langem nahesteht und mit dem wir viele gemeinsame Erlebnisse teilen, nicht wirklich kennen, dass plötzlich Wesensmerkmale an ihm hervortreten, die uns völlig fremd sind. Zweimal sagt Johannes der Täufer über Jesus:...

  • 14.01.26
Texte zum Sonntag

Taufe des Herren | 11. Jänner 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Was zum wahren Menschsein gehört Das Wasser ist das Grund­element des Lebens. Die ersten Lebewesen entstanden im Wasser. Ohne Wasser ist kein Leben möglich und wenn bei der Erforschung eines fremden Planeten die Existenz von Wasser nachgewiesen wird, folgt meistens gleich die Vermutung, es könnte dort Formen von Leben geben. Auf dem Weg zum menschlichen Leben war zunächst der Schritt nötig, aus dem Wasser herauszutreten. Der Mensch braucht die Luft zum Atmen und das Land als Lebensraum. Jesus...

  • 07.01.26
Texte zum Sonntag

2. Sonntag nach Weihnachten | 4. Jänner 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Der geistige Code Wenn ich ein Buch lese, achte ich gerne darauf, wie der erste Satz formuliert ist. Manche Geschichten beginnen ganz banal, oft wird man mit dem Schauplatz der Handlung oder dem Wesen der Hauptfigur vertraut gemacht. Wahre Könner schaffen es mit wenigen Worten, die Neugier zu wecken und zum Weiterlesen zu animieren. Sie schaffen eine Sphäre des Geheimnisvollen. Die wahrscheinlich berühmteste Eröffnung der Literaturgeschichte bietet das Johannesevangelium mit seinem rätselhaft...

  • 30.12.25
Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Die Zweier-Frage

Mein leider viel zu früh von uns gegangener Praktikumspfarrer Peter Schleicher hat mich – als aufmerksamer Beobachter meines Werdeganges – oft mit einem hintergründigen Lächeln gefragt: „Wann sehe ich Dich auf der Seite 2?“ Ich habe ihm stets versichert, dass ich mich auf der Seite 22 sehr gut aufgehoben fühle. Und viele würden ohnehin das SONNTAGSBLATT von hinten zu lesen beginnen – angefangen bei den Witzen. Nun also doch die Seite 2. Ab sofort werde – abwechselnd mit Katharina Grager, Anna...

  • 30.12.25
Texte zum Sonntag

Fest der Heiligen Familie
Kommentar - Bibel und Leben

Mit Wagemut ins Abenteuer Leben Ein solches Vertrauen ist schon bewundernswert. Gerade erst ist Josef, weil er auf die Traumbotschaft des Engels gehört hat, völlig unverhofft zum Vater geworden. Da folgt schon die nächste nächtliche Erscheinung, und die ist wahrlich ein Albtraum. Er soll in ein fremdes Land flüchten, weil das Leben dieses Kindes, das er so bereitwillig als sein eigenes angenommen hat, in Gefahr sei. Dadurch gerät sein Leben endgültig aus den Fugen und entwickelt sich zu einem...

  • 23.12.25
Texte zum Sonntag

4. Adventsonntag | 21.12.2025
Kommentar - Bibel und Leben

Erwartungsvoll leben „Die Zukunft war früher auch besser.“ Diese einst von Karl Valentin ausgesprochene tiefsinnige Bestandsaufnahme trifft auch unsere heutige Befindlichkeit sehr präzise. Erwartungen an die Zukunft sind nicht sehr rosig, die meisten wären schon zufrieden, wenn es bliebe, wie es ist. Auf eine Verbesserung der Lebensbedingungen und eine verheißungsvolle Zukunft setzen die wenigsten. Der judäische König Ahas dürfte ebenfalls ein Vertreter dieser retrospektiven Lebenshaltung...

  • 17.12.25
Texte zum Sonntag

3. Adventsonntag | 14.12.2025
Kommentar - Bibel und Leben

Was gibt im Zweifel neuen Mut? Johannes der Täufer ist als donnernder Bußprediger bekannt, der unerschrocken die Mächtigen mit der Wahrheit ihres Lebens konfrontiert hat. Was hätte er wohl den Mächtigen unserer Zeit alles ins Stammbuch zu schreiben? Sein Einsatz hatte jedoch einen hohen Preis – Johannes ist schließlich im Kerker gelandet. Auch dieses Schicksal teilen viele Regimekritiker unserer Tage mit ihm. Dort zeigt er – was gut nachvollziehbar ist – eine ganz andere Seite. Er beginnt zu...

  • 10.12.25
Texte zum Sonntag

2. Adventsonntag | 07.12.2025
Kommentar - Bibel und Leben

Wo Hoffnung keimt Das Heilige Jahr, das uns darin bestärkt hat, unser gemeinsames Unterwegssein inmitten der Menschheitsfamilie als Pilgerschaft der Hoffnung zu gestalten, neigt sich dem Ende zu. Wir durchschreiten dabei den Advent, in dem uns Hoffnung entgegenleuchtet vom Kommen des Erlösers. So wird er vom Propheten Jesaja angekündigt: Er urteilt nicht nach Äußerlichkeiten und nach dem Gerede, sondern so, wie es dem Menschen in seinen Bedürfnissen und seiner Würde gerecht wird. Er schlägt...

  • 03.12.25
Texte zum Sonntag

Kommentar - Bibel und Leben

Nicht gleichgültig, sondern wachsam Von großer Not und düsteren, unheilvollen Ereignissen spricht Jesus am Ölberg zu seinen Jüngern. Heute fühlen sich diese apokalyptischen Ankündigungen unheimlich real an. Angesichts der vielfältigen und sich gegenseitig verstärkenden Krisenerscheinungen unserer Zeit reagieren Menschen in unterschiedlicher Weise. Die einen erstarren vor Angst, empfinden Ohnmacht und Überforderung, weil die Krisen durch das eigene Handeln nicht abwendbar sind. Andere verfallen...

  • 26.11.25
Texte zum Sonntag

33. Sonntag im Jahreskreis | 16. November 2025
Kommentar - Bibel und Leben

Keine Angst vor Veränderung Viele wünschten sich heute, dass die Gegenwart ewig weitergeht, sagte Philipp Blom bei einem Vortrag in Graz. Die großen Verheißungen einer besseren Zukunft seien verflogen. An ihre Stelle treten apokalyptische Ängste. Die Klimakatastrophe scheint nicht mehr abwendbar zu sein, zahllose Tier- und Pflanzenarten gehen unwiederbringlich verloren, und bei der „Künstlichen Intelligenz“ stehen wir erst am Anfang einer Entwicklung, deren Auswirkungen niemand abschätzen kann....

  • 12.11.25

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