Alfred Jokesch

Beiträge zum Thema Alfred Jokesch

Texte zum Sonntag

10. Sonntag im Jahreskreis | 07. Juni 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Im Licht der göttlichen Liebe Ein heller Lichtschein fällt auf Matthäus. So deutet der frühbarocke Maler Caravaggio die Berufungsgeschichte des Zöllners, über die das Evangelium nur wenige Sätze verliert. Sein epochales Gemälde besticht durch eine raffinierte Lichtführung. Jesus selbst steht im Schatten, doch er lenkt mit gebieterischer Geste den Lichtstrahl auf die noble Runde, die ihre Finanzgeschäfte abwickelt. Auch das Zollregime des Matthäus dürfte von Willkür und Unverhältnismäßigkeit...

  • 02.06.26
Texte zum Sonntag

Dreifaltigkeitssonntag | 31. Juni 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Was rettet im Zeitalter der KI? Mit großem Interesse wurde die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. erwartet. Zu Pfingsten hat er sie höchstpersönlich der Weltöffentlichkeit vorgestellt – nicht allein, sondern zusammen mit KI-Experten, die in die Überlegungen eingebunden waren. Damit zeigt Leo, dass er auch die Ausübung seines Lehramtes als dialogisches Geschehen betrachtet. Der Kern unseres Glaubens – so schreibt er – sei das „Geheimnis des lebendigen Gottes, der sich in Jesus Christus als...

  • 27.05.26
Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
MUTation

Das Wort „Mut“ ist in dieser Pfingstausgabe des SONNTAGSBLATT sehr prominent vertreten. Der Pfingstgeist wird ja gerne als der Mutbringer bezeichnet, als Zusprecher oder Trostspender, als Beistand, der unseren verzagten Herzen auf die Sprünge hilft. Bei den Aposteln bewirkt er eine wundersame Verwandlung, eine Mutation, wenn man so will. Nachdem sie sich ängstlich zurückgezogen haben, abgekapselt von der „bösen“ Welt, eingebunkert in einem Schutzraum, einer „Bubble“ mit Gleichgesinnten,...

  • 20.05.26
Texte zum Sonntag

7. Sonntag der Osterzeit | 17. Mai 2026
Kommentar - Bibel und Leben

BIBEL & LEBEN Smartes Leben in Verbindung Mit dem Attribut „smart“ werden Dinge versehen, die mit dem Internet verbunden sind und dadurch kabellos oder aus der Ferne bedient werden bzw. selbständig mit anderen Geräten interagieren können. Das geschieht wie von Geisterhand. Es begann mit dem Smart-Phone, mittlerweile gibt es schon ganze Smart-Homes und in Graz sogar eine Smart-City. Wir sind fasziniert von solchen technischen Errungenschaften, verlieren zugleich aber immer mehr aus den Augen,...

  • 12.05.26
Texte zum Sonntag

6. Sonntag der Osterzeit | 10. Mai 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Ein neues Betriebssystem Ein E-Mail unserer IT-Abteilung macht mich darauf aufmerksam, dass auf meinem Computer neue Programme installiert werden. Ich soll dafür sorgen, dass zur angegebenen Zeit das Gerät eingeschaltet und mit dem Internet verbunden ist. Sonst brauche ich nichts tun, alles Weitere geschieht per Fernwartung. Die Veränderungen werden nicht dramatisch ausfallen – ein leicht verändertes Design am Bildschirm und ein paar neue Funktionen. Ganz anders verhält es sich mit dem...

  • 06.05.26
Texte zum Sonntag

5. Sonntag der Osterzeit | 03. Mai 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Das All-inclusive-Angebot Jesu Viele stoßen sich an der Aussage Jesu: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Das ist nicht verwunderlich, denn lange wurde sie als Exklusivanspruch der katholischen Kirche interpretiert, als Überzeugung, außerhalb der Kirche gebe es kein Heil, nur ein durch die Taufe mit Christus verbundener Mensch sei gerettet und habe teil am ewigen Leben. Das Zweite Vatikanische Konzil hat diesen Gedanken, der nie unumstritten war, relativiert und Papst Benedikt XVI....

  • 28.04.26
Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Geistliche Menschen

„In der Liebe verwurzelt.“ Das Plakat zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen zeigt neben diesem Titel ein herzförmiges Blatt in saftig frischem Grün. Das Verwurzelt-Sein in der Liebe, besonders in Jesus Christus, der personifizierten göttlichen Liebe, lässt die Lebenssäfte fließen und hilft uns, als Menschen zu wachsen. Mir gefällt es, dass für und nicht um geistliche Berufungen gebetet wird. Wenn Gott es ist, der Menschen beruft, dann kommt unser ständiges Reden vom Priestermangel doch...

  • 22.04.26
Texte zum Sonntag

3. Sonntag der Osterzeit | 19. April 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Erzählen geht tiefer als erklären Wenn etwas so ganz und gar nicht erklärbar ist oder die Begrifflichkeiten unserer Erfahrungsräume weit übersteigt, dann kann es helfen, das Erlebte in eine Geschichte zu verpacken. Die narrative Form, die Möglichkeit, in Metaphern, Seelenbildern, Analogien oder Gleichnissen zu sprechen, öffnet einen Weg, auf dem das Unsagbare bis in die Tiefe des Herzens einsickern und darin einen Widerhall hervorrufen kann. Die Auferstehung ist ein solches Ereignis. Man kann...

  • 15.04.26
Texte zum Sonntag

2. Sonntag der Osterzeit - 12. April 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Das Osterwunder begreifen Wie können Wege zum Frieden gefunden werden? Angesichts aktueller geopolitischer Brandherde ein schier aussichtsloses Unterfangen. Dafür wird uns Tag für Tag vorexerziert, was keinen Frieden bringt, nämlich Allmachtsfantasien, Gewalteskalationen, Drohgebärden, Demütigungen und Beleidigungen. All dem war auch Jesus ausgesetzt, und seine Friedensmission, die auf jegliche erniedrigende und gewaltvolle Verhaltensweise verzichtet hat, endete tragisch am Kreuz. Seine Jünger...

  • 08.04.26
Texte zum Sonntag

Kommentar - Bibel und Leben

Ein Wettlauf gegen den Tod Wir kennen Situationen, in denen mit hektischer Betriebsamkeit um das Leben eines Menschen gerungen wird – sei es im Operations­saal eines Spitals oder an einer Unfallstelle. Geht dieser Kampf trotz aller Anstrengungen verloren, dann stellt sich meist eine betretene, resignierte Ruhe ein, verbunden mit der ganzen Bandbreite an Gefühlen, die einen tonnenschwer zu Boden sinken lassen. Es gilt, die Unerbittlichkeit des Todes zu akzeptieren. Am Ostermorgen ist das...

  • 01.04.26
Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Regimewechsel

Die weltpolitischen Erschütterungen dieser Tage bringen nicht nur unsägliches Leid über Millionen von Menschen, sondern wirken sehr konkret in unser aller tägliches Leben hinein. Mit Erschütterungen konfrontiert uns auch die nun beginnende Karwoche, wenn wir uns existenziell darauf einlassen, woran wir an Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und zu Ostern denken. Ich sehe darin den entscheidenden Kreuzungspunkt der Menschheitsgeschichte. Jesus zeigt auf, was einen Regimewechsel in der Welt...

  • 25.03.26
Texte zum Sonntag

5. Sonntag der Fastenzeit | 22. März 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Todesorte werden Orte des Lebens Als letztes und größtes der Heilszeichen Jesu inszeniert das Johannesevangelium in bewegender Dramaturgie die Auferweckung des Lazarus. Manches am Verhalten oder an den Worten Jesu erscheint recht befremdlich: die Krankheit diene der Verherrlichung Gottes, das lange Zuwarten Jesu, das Gebet, das er am Grab nur der Menge wegen spricht. Das wirkt wie eine genau geplante Aktion. Andererseits wird die enge Beziehung zwischen Jesus und Lazarus hervorgehoben, die...

  • 18.03.26
Glaube & Spiritualität
Im Film „Über die Unendlichkeit“ zeigt Roy Andersson Miniaturen alltäglicher Tristesse – etwa den Albtraum eines Priesters, der den Platz Jesu beim Kreuzweg einnimmt. | Foto: Neue Visionen Film
2 Bilder

Glaube
Im Leid begegnet uns Christus

Stichwort: Die Passion im Film „Passionen“ nennt Alfred Jokesch sein demnächst erscheinendes Buch, das zu einer spirituellen Entdeckungsreise durch ausgewählte zeitgenössische Filme einlädt. Wahrscheinlich ist sie die am öftesten erzählte Geschichte der Menschheit: die Passion, das Leiden und Sterben Jesu Christi. Sie gehört zu den größten geistigen Schätzen der Menschheit und vermag seit zweitausend Jahren zutiefst zu berühren. Sie inspirierte Komponisten wie Johann Sebastian Bach zu...

  • 18.03.26
Texte zum Sonntag

3. Sonntag der Fastenzeit | 8. März 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Vom Brunnen zur Quelle Ein Wesenszug, der bei Jesus auffällt, ist sein besonderer Umgang mit Frauen. Er lässt sich nicht von Konventionen und Ausgrenzungsmechanismen bremsen, sondern begegnet ihnen mit großer Unbefangenheit, mit Wertschätzung und Respekt. Bei ihm erleben sie keine Herabsetzung oder Ausbeutung, sondern Bestärkung, Ermutigung und Ermächtigung. Ein schönes Beispiel dafür ist die Begegnung mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Laut Gepflogenheit hätte sie gar nicht zustande kommen...

  • 04.03.26
Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Online oder Offline?

In unserer Redaktionssitzung tauchte neulich ein Begriff auf, der im gesprochenen Wort unterschiedlich verstanden werden kann. Ging es um „Online Fasten“ oder um „Onlinefasten“? Erstes würde bedeuten, das Internet oder das Smartphone heranzuziehen, um mich in meinen Fastenvorsätzen zu unterstützen. Zweites hieße, dass mein Fastenopfer darin besteht, auf Online-Medien zu verzichten und eine Zeit lang offline zu bleiben. Sowohl das eine wie auch das andere hat seine Vorzüge. Natürlich finde ich...

  • 25.02.26
Texte zum Sonntag

1. Sonntag der Fastenzeit | 22. Februar 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Der Atem verbindet mit Gott Durch den Atem Gottes, so erzählt die Schöpfungsgeschichte, wird der Mensch lebendig. Das Atmen ist demnach nicht nur der fundamentalste Lebensvollzug, sondern auch jener, der uns besonders mit Gott verbindet. Jeder Atemzug macht uns bewusst, dass Leben nichts Statisches ist, sondern Dynamik, dass wir es nicht selbstbezogen bewältigen können, sondern nur in Beziehung und Austausch, im pulsierenden Rhythmus von Empfangen und Loslassen. Wenn ein Mensch diese Dimension...

  • 18.02.26
Texte zum Sonntag

6. Sonntag im Jahreskreis | 15. Februar 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Braucht es Gebote? Das Interesse von sehr vielen / gilt momentan den Winterspielen. / Bei Olympia kommt’s drauf an, / wer am Tag X abliefern kann. / Im Kampf um Bronze, Silber, Gold / das Schicksal ist nicht jedem hold. / Gerade unter den fünf Ringen / lässt sich das Glück oft nicht erzwingen. Die Fairness zählt sehr viel im Sport / darum gibt’s strenge Regeln dort. / Wenn einer sich daran nicht hält, / wird er verbannt vom Starterfeld. / Wer ein Tor nicht korrekt passiert, / sogleich wird...

  • 11.02.26
Texte zum Sonntag

5. Sonntag im Jahreskreis | 8. Februar 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Gut genießbar sein Auf die Vorkommen seltener Mineralien richtet sich das Visier der Begehrlichkeit im derzeitigen geopolitischen Kräftemessen. Diese kostbaren Rohstoffe spielen im Zeitalter der Elektronik eine entscheidende Rolle. Auch virtuelle Welten und „Künstliche Intelligenz“ kommen nicht ohne eine physische, materielle Verortung aus. Und sie brauchen gigantisch viel Energie. Salz ist kein seltenes Mineral, sondern eines, von dem weltweit reichlich vorhanden ist. Und es ist ein...

  • 04.02.26
Glaube & Spiritualität

Stichwort: Krankensalbung
In das Kraftfeld Jesu eintauchen

Nicht „Letzte Ölung“, sondern umfassende Heilung. Das Sakrament der Krankensalbung ist kein Sterberitual, sondern Stärkung zum Leben. Bei mir ist es noch nicht so weit!“ Jeder Priester wird schon erlebt haben, dass ihm beim Betreten eines Krankenzimmers diese Worte entgegenschallen. Wenn der Pfarrer kommt, so schlussfolgern viele, dann steht das Ende unmittelbar bevor. Wenn Ärzte und Pflegende nichts mehr ausrichten können und jede Hoffnung begraben ist, dann soll der Priester „übernehmen“, der...

  • 04.02.26
Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Eine Verfrühung

Die Deutsche Bahn ist wegen ihrer notorischen Verspätungen in Verruf geraten. Bei meiner Heimreise vom Filmfestival in Saarbrücken erlebte ich das Gegenteil. Ein bestens gelaunter schwäbischer Zugführer machte die Durchsage: „Wir erreichen Ulm 13 Minuten früher als geplant. Ich bitte Sie, die durch diese Verfrühung entstehenden Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Die Verfrühung wird Ihnen selbstverständlich bei der nächsten Verspätung gutgeschrieben.“ In unserem meist minutiös getakteten Leben...

  • 28.01.26
Texte zum Sonntag

4. Sonntag im Jahreskreis | 1. Februar 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Trost oder nur Vertröstung? „Der ist nicht ganz bei Trost!“ Wenn jemand sich anschickt, mit den Empfehlungen der Bergpredigt Ernst zu machen, sind ihm Kommentare wie dieser sicher. Als naiv, realitätsverweigernd und weltfremd gelten die ethischen Leit-linien Jesu. Angesichts der Sachzwänge dieser Welt sei es alternativlos, Stärke und Abschreckung zu zeigen. Die Seligpreisungen der Bergpredigt werden eher als Vertröstung auf eine ausgleichende Gerechtigkeit im Jenseits betrachtet. Ich denke,...

  • 28.01.26
Texte zum Sonntag

2. Sonntag im Jahreskreis | 18. Jänner 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Es geht ums Kennen Das Wort „kennen“ hat eine große Spannweite an Bedeutungen. Wir behaupten, einen Menschen zu kennen, wenn wir seinen Namen schon einmal gehört haben und sein Gesicht wiedererkennen. Andererseits müssen wir uns oft eingestehen, dass wir einen Menschen, der uns seit langem nahesteht und mit dem wir viele gemeinsame Erlebnisse teilen, nicht wirklich kennen, dass plötzlich Wesensmerkmale an ihm hervortreten, die uns völlig fremd sind. Zweimal sagt Johannes der Täufer über Jesus:...

  • 14.01.26
Texte zum Sonntag

Taufe des Herren | 11. Jänner 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Was zum wahren Menschsein gehört Das Wasser ist das Grund­element des Lebens. Die ersten Lebewesen entstanden im Wasser. Ohne Wasser ist kein Leben möglich und wenn bei der Erforschung eines fremden Planeten die Existenz von Wasser nachgewiesen wird, folgt meistens gleich die Vermutung, es könnte dort Formen von Leben geben. Auf dem Weg zum menschlichen Leben war zunächst der Schritt nötig, aus dem Wasser herauszutreten. Der Mensch braucht die Luft zum Atmen und das Land als Lebensraum. Jesus...

  • 07.01.26
Texte zum Sonntag

2. Sonntag nach Weihnachten | 4. Jänner 2026
Kommentar - Bibel und Leben

Der geistige Code Wenn ich ein Buch lese, achte ich gerne darauf, wie der erste Satz formuliert ist. Manche Geschichten beginnen ganz banal, oft wird man mit dem Schauplatz der Handlung oder dem Wesen der Hauptfigur vertraut gemacht. Wahre Könner schaffen es mit wenigen Worten, die Neugier zu wecken und zum Weiterlesen zu animieren. Sie schaffen eine Sphäre des Geheimnisvollen. Die wahrscheinlich berühmteste Eröffnung der Literaturgeschichte bietet das Johannesevangelium mit seinem rätselhaft...

  • 30.12.25

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