1. Sonntag der Fastenzeit | 22. Februar 2026
Kommentar - Bibel und Leben
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Der Atem verbindet mit Gott
Durch den Atem Gottes, so erzählt die Schöpfungsgeschichte, wird der Mensch lebendig. Das Atmen ist demnach nicht nur der fundamentalste Lebensvollzug, sondern auch jener, der uns besonders mit Gott verbindet. Jeder Atemzug macht uns bewusst, dass Leben nichts Statisches ist, sondern Dynamik, dass wir es nicht selbstbezogen bewältigen können, sondern nur in Beziehung und Austausch, im pulsierenden Rhythmus von Empfangen und Loslassen.
Wenn ein Mensch diese Dimension außer Acht lässt oder negiert, führt dies letztlich zum Tod, es sterben wesentliche Aspekte des Menschseins ab. Das ist so, wie wenn jemand aufhört zu atmen. Die Bibel nennt das Verschließen gegenüber dem göttlichen Lebensatem Sünde. Im Garten des Paradieses nimmt sie ihren Ausgang im Misstrauen gegenüber Gott.
Jesus begibt sich nicht in einen üppigen Garten, um Klarheit über sein Wesen und seine Berufung zu erlangen, sondern in die Wüste. Dort ist tatsächlich nicht mehr vorhanden als die Luft zum Atmen. So bleibt Jesus in der unmittelbaren Verbindung mit Gott, die ihm die innere Stärke gibt, der Versuchung, nur auf sich selbst zu vertrauen, zu widerstehen.
Alfred Jokesch
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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