4. Sonntag im Jahreskreis | 1. Februar 2026
Kommentar - Bibel und Leben
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Trost oder nur Vertröstung?
„Der ist nicht ganz bei Trost!“ Wenn jemand sich anschickt, mit den Empfehlungen der Bergpredigt Ernst zu machen, sind ihm Kommentare wie dieser sicher. Als naiv, realitätsverweigernd und weltfremd gelten die ethischen Leit-linien Jesu. Angesichts der Sachzwänge dieser Welt sei es alternativlos, Stärke und Abschreckung zu zeigen. Die Seligpreisungen der Bergpredigt werden eher als Vertröstung auf eine ausgleichende Gerechtigkeit im Jenseits betrachtet.
Ich denke, Jesus will nicht vertrösten, sondern tatsächlich Trost zusprechen und dazu ermutigen, sich die eigene Armut und Schwäche einzugestehen, die unselige Kette von Gewalt und Vergeltung aufzubrechen. Wer Trauer empfinden kann, Mitgefühl zeigt, sich für Schwache stark macht, Wege der Versöhnung und der gewaltfreien Konfliktlösung sucht, Wahrhaftigkeit riskiert und auf die Herzensstimme achtet, wird am Aufbau einer neuen Welt mitwirken, einer Alternative zu den trostlosen Aussichten unserer unersättlichen Zivilisation.
Möglich wird dies in der Gewissheit, von Gott geliebt und gehalten, gestärkt und geführt zu sein. Und der himmlische Lohn, die wahre Glückseligkeit, stellt sich gleich jetzt ein.
Alfred Jokesch
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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