3. Sonntag der Osterzeit | 19. April 2026
Kommentar - Bibel und Leben
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Erzählen geht tiefer als erklären
Wenn etwas so ganz und gar nicht erklärbar ist oder die Begrifflichkeiten unserer Erfahrungsräume weit übersteigt, dann kann es helfen, das Erlebte in eine Geschichte zu verpacken. Die narrative Form, die Möglichkeit, in Metaphern, Seelenbildern, Analogien oder Gleichnissen zu sprechen, öffnet einen Weg, auf dem das Unsagbare bis in die Tiefe des Herzens einsickern und darin einen Widerhall hervorrufen kann.
Die Auferstehung ist ein solches Ereignis. Man kann sie nicht erklären, aber man kann sie erleben. Der Evangelist Lukas kleidet daher die Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen in eine wunderbare Geschichte. Sie erzählt von zwei Menschen, die gemeinsam unterwegs sind und sich dabei von der Seele reden, was sie umtreibt, erschüttert und belastet.
Das Teilen des Erlebten ist befreiend und es tun sich neue Perspektiven auf. Mosaiksteine fügen sich zusammen, ein tieferer Sinn wird erkennbar. Mitten im Dunkel, im Leid, in der Resignation, in der Herzensträgheit spüren sie, dass das Feuer des Lebens neu entfacht wird. Und in der eucharistischen Mahlgemeinschaft, in der Erfahrung lebendiger Gegenwart, werden sie in Zeugen der Auferstehung verwandelt.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.