Kommentar - Bibel und Leben
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Ein Wettlauf gegen den Tod
Wir kennen Situationen, in denen mit hektischer Betriebsamkeit um das Leben eines Menschen gerungen wird – sei es im Operationssaal eines Spitals oder an einer Unfallstelle. Geht dieser Kampf trotz aller Anstrengungen verloren, dann stellt sich meist eine betretene, resignierte Ruhe ein, verbunden mit der ganzen Bandbreite an Gefühlen, die einen tonnenschwer zu Boden sinken lassen. Es gilt, die Unerbittlichkeit des Todes zu akzeptieren.
Am Ostermorgen ist das Gegenteil davon zu beobachten. Rund um das Grab, in das Jesus nach seiner brutalen Hinrichtung gelegt wurde, lassen sich im Morgengrauen eilig laufende Gestalten ausmachen. Wo der Tod alles zum Stillstand gebracht hat, kommt plötzlich Bewegung auf. Der Stein ist ins Rollen gekommen, die Leinenbinden, die den erstarrten Körper zugeschnürt hatten, wurden abgeworfen. Es gibt nichts, was das Leben einschließen oder festbinden könnte.
Da ist durchaus Eile geboten, es ist ein Wettlauf gegen den Tod, ein Wettlauf ins Leben. Denn das Ereignis, dem Maria von Magdala und die beiden Jünger am leeren Grab ins Auge blicken, hebt die Eckpfeiler unseres Daseins aus den Angeln: Das Leben lässt sich nicht festhalten.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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