5. Sonntag der Osterzeit | 03. Mai 2026
Kommentar - Bibel und Leben
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Das All-inclusive-Angebot Jesu
Viele stoßen sich an der Aussage Jesu: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Das ist nicht verwunderlich, denn lange wurde sie als Exklusivanspruch der katholischen Kirche interpretiert, als Überzeugung, außerhalb der Kirche gebe es kein Heil, nur ein durch die Taufe mit Christus verbundener Mensch sei gerettet und habe teil am ewigen Leben.
Das Zweite Vatikanische Konzil hat diesen Gedanken, der nie unumstritten war, relativiert und Papst Benedikt XVI. sagte einmal: „Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt.“ Ist also Jesus ein Weg zu Gott oder der einzige?
Die Apostel Thomas und Philippus verkörpern hier den Menschen, der Orientierung sucht, den Weg zu einem erfüllten Leben. Diese Suche hat sie zu Jesus geführt, doch ihnen scheint nicht bewusst zu sein, dass sie durch ihre Gemeinschaft mit ihm bereits zum Leben in Gott gefunden haben.
Von Jesus haben wir gelernt, uns Gott wie einen liebenden Vater vorzustellen. Doch das gilt nicht nur für getaufte Christen, es ist ein All-inclusive-Angebot an die ganze Menschheit. Gott ist allen ein Vater, ausnahmslos. Das Exklusive an der Person Jesus ist, dass er seine einzigartige Gotteserfahrung mit uns teilt.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.