Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
MUTation
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Das Wort „Mut“ ist in dieser Pfingstausgabe des SONNTAGSBLATT sehr prominent vertreten. Der Pfingstgeist wird ja gerne als der Mutbringer bezeichnet, als Zusprecher oder Trostspender, als Beistand, der unseren verzagten Herzen auf die Sprünge hilft.
Bei den Aposteln bewirkt er eine wundersame Verwandlung, eine Mutation, wenn man so will. Nachdem sie sich ängstlich zurückgezogen haben, abgekapselt von der „bösen“ Welt, eingebunkert in einem Schutzraum, einer „Bubble“ mit Gleichgesinnten, passiert ganz plötzlich etwas, mit dem nicht zu rechnen war: Sie öffnen die Türen, pfeifen auf alle Sicherheiten, treten schutzlos hinaus, gehen auf wildfremde Menschen zu, auf Andersdenkende und Anderssprechende, und beginnen inmitten eines Schmelztiegels diverser Kulturen völlig furchtlos davon zu sprechen, wovon ihre Herzen erfüllt sind, von der göttlichen Lebenskraft, die nicht totzukriegen ist. Sie macht es möglich, dass ein Mensch, der brutale Gewalt, Misshandlung und Erniedrigung erlitten hat, der in der Maschinerie des Todes zerrieben wurde, wieder aufsteht und statt Vergeltung zu üben Versöhnung, Heilung und Frieden verbreitet.
Eine solche Mutation hat auch unsere heutige Welt dringend nötig. Lassen wir uns vom Pfingstgeist ermutigen!
Alfred Jokesch, Geistlicher Assistent
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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