75 Jahre kfb - Teil 6
Stimmen aus der Gegenwart

Die kfb Steiermark vertreten Lydia Lieskonig (l.) als ehrenamtliche Vorsitzende und Bernadette Weber (r.) als hauptamtliche Referentin oft gemeinsam. | Foto: privat
  • Die kfb Steiermark vertreten Lydia Lieskonig (l.) als ehrenamtliche Vorsitzende und Bernadette Weber (r.) als hauptamtliche Referentin oft gemeinsam.
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Die kfb Steiermark unterwegs im 21. Jahrhundert.

Zu Beginn möchte ich einen herzlichen Dank aussprechen an Professorin Michaela Sohn-Kronthaler für die eindrucksvolle historische Aufarbeitung der kfb Steiermark im Rahmen dieser SONNTAGSBLATT-Serie. Verena Hohenadler danke ich für die bewegenden Erinnerungen an ihre Mutter Rosa Illek, eine kfb-Frau der ersten Stunde. Unser großes Fest „bewegt.beherzt.unterwegs. 75 Jahre kfb Steiermark“ am 28. Juni in Mariazell rückt näher.
Als kfb-Frau sind mir zwei Jubiläen besonders in Erinnerung geblieben. Eines davon war das 50-Jahr-Jubiläum der Katholischen Frauenbewegung Steiermark im September 2001 am Grazer Freiheitsplatz unter dem Motto „Von mir zu dir und weit – Glaube trägt“. Wir durften zahlreiche Festgäste begrüßen. Beeindruckend waren die Berichte von vier palästinensischen Christinnen über ihre Friedensarbeit. Ihr Motto lautete: „Unsere Solidarität gibt Hoffnung und hilft leben.“ Sechs politische Forderungen der kfb wurden verlesen, auf Transparenten sichtbar gemacht und pantomimisch dargestellt. Einige davon sind bis heute aktueller denn je. Sie wurden an Waltraud Klasnic, damals Landeshauptmann, überreicht. Besonders eindrucksvoll war der Auftritt der kfb-Frauen aus den Dekanaten. Mit Beherztheit, Freude, Selbstbewusstsein und Engagement zeigten sie, wie lebendig Frauen den Glauben tragen und gestalten. Den Abschluss bildete ein Festgottesdienst – ein gemeinschaftliches Zeichen der Hoffnung und Zuversicht.

Zum 60-Jahr-Jubiläum setzte die kfb Steiermark unter der Vorsitzenden Ingrid Gady mit dem Projekt „So sehe ich Maria“ ein starkes Zeichen für feministische Spiritualität. Ein Frauenweg führte über Schloss Seggau zur Wallfahrtskirche am Frauenberg und machte mit modernen Marienbildern Lebensformen von Frauen sichtbar – im Zeichen Marias, der Mutter Gottes. Ingrid Gady beauftragte mich, die Modenschau „Vom Laufsteg zum Pilgerweg“ zu organisieren. kfb-Frauen, ihre Töchter und Enkelinnen wirkten dabei stilsicher als Models mit. Mit dem Erlös wurden die Podeste für die Marienbilder finanziert. Das Zusammenspiel von drei kfb-Dekanaten zeigte sich auch daran, dass die Steinhalle Lannach bis auf den letzten Platz gefüllt war. Es war ein beeindruckendes Erlebnis.

Lydia Lieskonig
ehrenamtliche Vorsitzende der kfb Steiermark

Wachsende Verbundenheit
Die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Frauen ist für mich eine besondere und wertvolle Erfahrung. Mit ihrer Bereitschaft, Zeit, Kraft und Herz für andere Menschen einzusetzen, prägen sie das Pfarr- und Gemeindeleben wesentlich mit. Sie dabei zu begleiten, empfinde ich als schöne und sinnstiftende Aufgabe.
Besonders wertvoll wird diese Zusammenarbeit dort, wo Unterschiedlichkeit nicht trennt, sondern bereichert. Uns ist es wichtig, einen Raum zu schaffen, in dem verschiedene Lebensrealitäten, Generationen und Blickwinkel Platz haben und voneinander gelernt werden kann. Das gelingt nicht immer reibungslos. Doch mit ein bisschen Diplomatie, Respekt und manchmal auch hitzigen Diskussionen wurden bisher immer Lösungen gefunden. Denn nur gemeinsam sind wir stark.

Über die Jahre sind Beziehungen entstanden, die weit über die eigentliche Aufgabe hinausgehen. Aus Zusammenarbeit wächst Verbundenheit. Aus den geteilten Frauenleben entsteht Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung. Die geschenkte Unterstützung ist wechselseitig – in allen Momenten des Lebens.
Von den vielen großartigen Projekten, gelungenen Veranstaltungen, kleinen und großen Momenten würde ich gerne meine ganz persönlichen Highlights erwähnen. Sie wären ohne meine ehrenamtlichen Kolleginnen nicht möglich gewesen.

So konnte ich 2016 eine beeindruckende und bewegende Reise nach Nepal zu unseren Projektpartnerinnen miterleben. Meine Erfahrungen darüber darf ich noch heute bei Workshops teilen.

Unvergesslich bleibt auch das erstmalige Treffen der weltweiten katholischen Frauenbewegungen (WUCWO) mit Papst Franziskus 2023. Eine Delegation der kfb Österreich war mit dabei – Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten inklusive. An diese aufregenden und sehr lustigen gemeinsamen Stunden in Rom erinnern wir uns gerne. Es war ein eindrucksvolles Erlebnis, so viele engagierte Frauen aus vielen verschiedenen Ländern zu treffen. Auch das ist kfb: (Internationale) Vernetzung und Sisterhood (dt. Schwesternschaft). Für mich zeigt diese Verbindung, wie wichtig echtes Miteinander ist. Hauptamt und Ehrenamt stehen nicht nebeneinander, sondern gehen miteinander.

Bernadette Weber
hauptamtliche Bildungs- und Organisationsreferentin der kfb Steiermark

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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