2. Sonntag im Jahreskreis | 18. Jänner 2026
Kommentar - Bibel und Leben
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Es geht ums Kennen
Das Wort „kennen“ hat eine große Spannweite an Bedeutungen. Wir behaupten, einen Menschen zu kennen, wenn wir seinen Namen schon einmal gehört haben und sein Gesicht wiedererkennen. Andererseits müssen wir uns oft eingestehen, dass wir einen Menschen, der uns seit langem nahesteht und mit dem wir viele gemeinsame Erlebnisse teilen, nicht wirklich kennen, dass plötzlich Wesensmerkmale an ihm hervortreten, die uns völlig fremd sind.
Zweimal sagt Johannes der Täufer über Jesus: „Ich kannte ihn nicht.“ Und doch ist anzunehmen, dass beide einander von Kind auf gekannt haben. Das Lukasevangelium erzählt, dass sie verwandt und einander schon im Mutterleib begegnet sind. Manche Exegeten gehen davon aus, dass beide in der gleichen geistlichen Bewegung beheimatet waren und Jesus ein Jünger des Johannes war. Demnach wären sie langjährige Weggefährten und brüderliche Freunde.
Und dann passiert etwas, das ihnen eine ganz neue Perspektive eröffnet. Die Taufe Jesu ist für beide ein Schlüsselerlebnis, das ihnen ihre eigene Lebensaufgabe und die des jeweils anderen bewusst macht. Jetzt erkennt Johannes durch einen Geistesblitz, wer Jesus wirklich ist.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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