Steiermark | SONNTAGSBLATT - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Prüfung bestanden

Die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) hat auch heuer wieder unsere Zahlen geprüft und positiv bestätigt. Im Zuge dessen kontrolliert eine unabhängige von der ÖAK beauftragte Wirtschaftsprüferin unter anderem unsere Abo-Verwaltung sowie die Druckerei-Rechnungen, um die Auflagen- und Verbreitungsdaten exakt nachzuvollziehen. Der positive Bescheid freut uns und ist ein klares Zeichen dafür, dass im SONNTAGSBLATT korrekt, sorgfältig und verlässlich gearbeitet wird. Das SONNTAGSBLATT zählt...

  • 06.05.26

Offen gesagt - Mag. Dieter Kurz
Aktiv gewaltfrei sein

Wie Krieg und Gewalt überwinden? Der Vision Leos XIV., der vor einem Jahr das Papstamt mit den Worten „Der Friede des Herrn sei mit euch allen!“ antrat, weiß sich auch die katholische Friedensbewegung PAX CHRISTI verpflichtet. Wir fordern: Die vor kurzem ausgelaufenen Rüstungsbegrenzungsverträge sollen dringend neu verhandelt werden! Will die Menschheit überleben, muss sie im Zeitalter des (atomaren) Wettrüstens auf eine Überwindung des Krieges hinarbeiten. Zu diesem Zweck wurden 1945 auch die...

  • 06.05.26

Positionen - Elisabeth Wimmer
Tagebücher

Sie sind offen für alles, was kommt. Was ihnen anvertraut wird, bewahren sie, Zornausbrüche nehmen sie hin und hören manchen Kummer. Sie helfen beim Nachdenken. Sie können trösten. Sie plaudern nichts aus – außer sie werden veröffentlicht, wie etwa die Tagebücher der hl. Therese von Lisieux, von Papst Johannes XXIII., der Schriftstellerin Virginia Woolf und vielen anderen. In etlichen publizierten Tagebuchaufzeichnungen schaut ein Ich hauptsächlich auf sich selbst. Einige Ichs beschreiben auch...

  • 06.05.26

Mutworte - Sabine Petritsch
Sichtbare und unsichtbare Mütter

Muttertag ist überlagert von Bildern: glückliche Familien und dankbare Kinder. Gesellschaftliche Erwartungen, politische Narrative und wirtschaftliche Interessen formen ein Ideal, das uns beeinflusst. Aber das ist nur die eine Seite. Die andere beginnt, wo Frauen sich auf den Weg in die Mutterschaft machen – und erfahren, wie unberechenbar dieser sein kann. Wie gering der eigene Einfluss auf den Ausgang einer Schwangerschaft oft bleibt. Ich habe Frauen begleitet, die „stille Mütter“ sind –...

  • 06.05.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Amaquella für alle

Waren Sie schon in Bolivien? Ich nicht. Doch kürzlich durfte ich mit einer Frau sprechen, die dort lebt. Sie war nach Österreich gekommen, um aus ihrer Heimat zu berichten (siehe dazu die Seiten 8 und 9). Águeda, so heißt sie, ist Indigena – wörtlich übersetzt „Eingeborene“. Als solche lebt sie stark im Einklang mit der Natur. Auf meine Frage, was in ihrer Kultur Bedeutung habe, nannte sie mir drei Prinzipien: „Sei kein Dieb“, „Sei kein Lügner“ und: „Sei nicht faul.“ Ich war verwundert. Nicht...

  • 28.04.26

Offen gesagt - Ingrid Kopp
Dankbar und solidarisch

Welche Sorgen begegnen Ihnen als Caritas-Haussammlerin? Was gibt Hoffnung? In den Gesprächen spiegelt sich beides: die eher düstere Weltlage allgemein und das Geschehen vor Ort. Viele Menschen, die ich bisher besucht habe, beschäftigt der plötzliche Unfalltod eines prominenten, viel geliebten Mitbürgers vor kurzer Zeit noch sehr. Von einer anderen Frau wusste ich, dass sie kurz hintereinander ihren Mann und dann ihren Sohn verloren hat. Wenn ich weiß, dass mich solche Erlebnisse erwarten, nehme...

  • 28.04.26

Positionen - Leopold Neuhold
Wahrheit und Leben

Keine Wolke am Himmel, heller Sonnenschein. Zwei Männer kommen an einer Mauer vorbei, hinter der sie ein Geräusch wie fallenden Regen vernehmen. Aufgrund dieses Rauschens behauptet der eine, dass es regnet; der andere steigt auf eine Leiter, um den wirklichen Grund für das Plätschern zu finden. So sieht er, dass Wasser aus einer defekten Leitung spritzt. Der andere hat ein Loch in der Mauer entdeckt, das den Blick auf das spritzende Wasser freigibt, jedoch nicht auf die Leitung. Als der auf der...

  • 28.04.26

Mutworte - Josef Promitzer
Der Rede wert?

Die Frau: „Du hast mir schon lange nicht mehr gesagt, dass du mich liebst!“ Darauf der Mann: „Wozu? Ich geb dir Bescheid, wenn sich was ändert.“ Vielleicht sind sich die Beiden so vertraut, dass es Liebesschwüre nicht (mehr) braucht. Möglicherweise zeigt dieses Paar seine Liebe regelmäßig in Gesten wie gegenseitiger Unterstützung oder kleinen Geschenken. Warum dann über Liebe sprechen? Ich denke, dass es in Beziehungen jeglicher Art nicht nur Taten, sondern auch Worte braucht. Ein aufrichtiges...

  • 28.04.26

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Geistliche Menschen

„In der Liebe verwurzelt.“ Das Plakat zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen zeigt neben diesem Titel ein herzförmiges Blatt in saftig frischem Grün. Das Verwurzelt-Sein in der Liebe, besonders in Jesus Christus, der personifizierten göttlichen Liebe, lässt die Lebenssäfte fließen und hilft uns, als Menschen zu wachsen. Mir gefällt es, dass für und nicht um geistliche Berufungen gebetet wird. Wenn Gott es ist, der Menschen beruft, dann kommt unser ständiges Reden vom Priestermangel doch...

  • 22.04.26

Offen gesagt - Peter Hochegger
Mut zur Verantwortung

Zum Tag der Arbeit (1. Mai): In diesem Jahr steht der 1. Mai im Schatten globaler Spannungen und wirtschaftlicher Herausforderungen. Kriege erschüttern die internationale Ordnung mit weitreichenden Folgen. Steigende Energiepreise treffen besonders jene, die ohnehin mit knappen Ressourcen leben müssen. Für viele Familien wird das Leben spürbar teurer, während Unsicherheit und Zukunftsängste wachsen. Gleichzeitig belastet die anhaltende Inflation breite Teile der Bevölkerung. Was über Jahre...

  • 22.04.26

Positionen - Svjetlana Wisiak
Lass sie, lass mich

Neulich stieg ich telefonierend in eine nahezu leere Straßenbahn. Manchmal sind Wege von A nach B die einzige Gelegenheit, von meiner Familie zu hören, die ich nur selten sehe. Das konnte die Dame, die kurz darauf zustieg, natürlich nicht wissen. So verlieh sie ihrem Unmut über mein Telefonat mit Schleudertrauma auslösendem Kopfschütteln Ausdruck – während sie sich genau auf den Platz vor mir hinsetzte. Bald ergänzte Schnaufen ihre Gesten, was meiner Phantasie unweigerlich das Bild einer...

  • 22.04.26

Mutworte - Ruth Zenkert
Mitglied im CLUB E

Grinsend stehen ein paar Burschen am Zaun. Gerade haben sie die Müllcontainer der Schule in den Bach des kleinen rumänischen Dorfes gestoßen. Stefan führt die Bande an. Abends streunt er mit seinen Freunden herum. Oft landen sie in der Bar. Damit nicht alle Jugendlichen in die Bande schlitterten, haben wir einen Jugendclub eröffnet. Rauchen und Alkohol ist verboten. Die Attraktion: ein Billardtisch. Stefan und seine Freunde kamen vorbei, lachten über den „Kindergarten“, bedrohten die Mädchen...

  • 22.04.26

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
In Wörtern zu Hause

Buch für Buch füllte sich mein Regal, seit ich „endlich“ Lesen gelernt hatte. Auf der Heimfahrt von der Buchhandlung in der Stadt war die neueste Errungenschaft schon halb ausgelesen, erinnern sich meine Eltern an mich, ihre Tochter, die Leseratte. Schnell machte mich meine Mutter mit den heiligen Hallen der örtlichen Bücherei bekannt. Im Gymnasium entdeckte ich die Schulbibliothek als persönliches Paradies. In Wörtern und zwischen Buchseiten fühle ich mich zu Hause. Lesen ist wie Atmen. Wir...

  • 15.04.26

Offen gesagt - Eva Rossmann
Zwischen Buchdeckeln

Zum Welttag des Buches (23. 4.) fragen wir eine Autorin: Warum lesen Sie? Weil es wohl nirgendwo mehr zu entdecken gibt als zwischen zwei Buchdeckeln. Es ist so individuell, alle haben wir unsere eigenen Bilder im Kopf, wenn wir lesen. Und gleichzeitig verbindet es mich mit den Menschen, die das gleiche Buch auch gelesen haben. Sobald ich als Kind endlich diese Zeichen zu Geschichten zusammensetzen konnte, habe ich gelesen. Viel. Überall. Daran hat sich nichts geändert. Heute ist Lesen Teil...

  • 15.04.26

Positionen - Karl Veitschegger
Er fehlt mir

Am 21. April jährt sich sein Todestag. Von den sieben Päpsten, die ich bisher erlebte, war er mir der liebste: Franziskus. „Todos, todos, todos!“ — alle sollen die Liebe Gottes spüren: Gefangene, Geflüchtete, Menschen in kirchenrechtlich „irregulären Beziehungen“, queere Menschen … Darum ging es ihm. Sakramente verstand er nicht als Belohnung für „Brave“, sondern als Hilfe für jene, die sich mit dem Leben und oft auch dem Christsein schwertun. Synodalität, gemeinsames Suchen und Finden, sollte...

  • 15.04.26

Mutworte - Josef Promitzer
Gott retten

Papst Leo erwähnt sie öfters in seinen Ansprachen. Die Rede ist von Etty Hillesum (1914–1943), einer jüdischen Denkerin, die während der deutschen Besetzung der Niederlande Tagebuch führte. Hillesums Aufzeichnungen gewähren Einblicke in ihr Inneres und zeigen, was in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in menschlicher und geistlicher Hinsicht in ihr vorging. In einem Eintrag vom 12. Juli 1942 formulierte sie: „Es ist das Einzige, auf das es ankommt: ein Stück von dir in uns selbst zu retten, Gott.“...

  • 15.04.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Neue Kraft

Hand aufs Herz: Wer von uns mag Veränderungen wirklich? Ich erwische mich oft dabei, wie ich mir wünsche, die Zeit einfach anzuhalten. Wenn es mal rundläuft, soll bitte alles genau so bleiben. Doch das Leben fragt uns nicht. Es wirbelt uns durcheinander. Es bricht Gewohnheiten auf und stellt uns vor Aufgaben, die wir uns nicht ausgesucht haben. In einer Predigt, die mir vor kurzem jemand geschickt hat, hat Bruder Paulus Terwitte genau diesen Punkt betont. Er sagt: Wir nutzen Gott oft als eine...

  • 08.04.26

Offen gesagt - Karl Veitschegger
Befreiendes Lachen

Haben Sie zu Ostern gelacht? Ja, in der Familie bei der Osterjause haben wir herzhaft gelacht, auch wenn die Trauer über liebe Verstorbene noch wehtut und es in der Welt derzeit wenig zu lachen gibt (und da meine ich nicht das Gejammer an den Zapfsäulen). Im Ostergottesdienst wurden bei uns keine Witze erzählt, wie das vor allem die Prediger im Mittelalter taten, die mit derben Späßen die Gläubigen zum lauten „Osterlachen“ (risus paschalis) bringen mussten, indem sie auf der Kanzel hüpfend eine...

  • 08.04.26

Positionen - Theresia Heimerl
Ein Osterei

„Erlöster müssten mir seine Jünger aussehen“, schrieb einst Friedrich Nietzsche mit dem ihm eigenen Spott über die Christen. Als ich in jungen Jahren diesen Satz zum ersten Mal las, fühlte ich meine kindliche Wahrnehmung in Worte gefasst. Unvergessen sind mir die strengen, missbilligenden Blicke der alten Frauen und Männer, sobald ich nicht wie versteinert in der Kirchenbank saß. Mittlerweile frage ich mich, ob Nietzsche (und ich) nicht zu viel erwartet haben: Sind die strengen Gesichter in der...

  • 08.04.26

Mutworte - Sabine Petritsch
Vom Mut, keine Marionette zu sein

Rafik Schamis Kinderbuch „Meister Marios Geschichte“ erzählt von Marionetten, die vorgegebene Rollen spielen, die sie nicht mögen. Sie fassen den Mut und befreien sich davon. Die Puppen durchschneiden den Faden, plumpsen auf den Boden und lernen langsam, sich aufzurichten, sich zu spüren und sich des neu gewonnenen Spielraums gewahr zu werden. Es ist ein Akt der Selbstständigkeit. Beachtlich finde ich, dass sie sich nicht von Mario, dem Marionettenspieler, befreien, sondern in eine neue...

  • 08.04.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Oster-Ohren

Man steht früh auf, macht Frühstück und will beim Kaffeetrinken Musikhören, um wach zu werden. Doch mit dem Einschalten des Radios kommt ein mulmiges Gefühl. Vielleicht kennen auch Sie den Moment, wenn die Ohren sagen: Die Welt, sie ist ein Trümmerhaufen. „Was tun?“, frage ich mich: Weghören? Ausschalten, um einem drohenden Stimmungs-tief zu entkommen? Oder die schlechten Nachrichten vernehmen? Ich schalte ab – sowohl das Rundfunkempfangsgerät als auch gedanklich – und begebe mich auf eine...

  • 01.04.26

Offen gesagt - Br. Thomas Hessler OSB
Anfangen und Aufhören

Ostern – ein neuer Anfang? Ostern ist für mich die Kunst, gemeinsam einen neuen Anfang zu wagen. Es gibt diese Situationen – im Betrieb, im Freundeskreis, der Kirche oder im Sportverein: „Mit dem oder der, oder aber auch mit mir selbst ist nichts anzufangen.“ Ich denke mir: Man kann nichts anfangen, wenn man nicht aufgehört hat. Aufhören und anfangen hängen eng miteinander zusammen. Wenn es zu Ostern um einen neuen Anfang geht, ist es wichtig, in der Woche davor – also jetzt in der Karwoche –...

  • 01.04.26

Positionen - Christian Teissl
Jahr für Jahr

„Komm abends in den österlichen Garten,/ sieh blühend die Magnolie stehn,/ ihr Rosa ist noch ungewiß, wie ein Erwarten,/ durch das errötend ängstliche Gedanken gehn.“ An diese Verse des Grazer Dichters Rudolf Stibill muss ich jedes Jahr denken, wenn die Magnolienbäume erblühen. Ihre Blütezeit ist kurz, ihre Blütenpracht schnell dahin. Das Gedicht findet dafür ein stimmiges Bild: „Fast meinst du, leise unter sie getreten,/ es sei ein Flug von Vögeln, seltsam scheu und leicht,/ der schwirrend...

  • 01.04.26

Mutworte - Christa Carina Kokol
Dornenblüten

Die Vorbereitung auf Ostern begann in meiner Kindheit mit einer gezeichneten Dornenkrone. Doch dann fing es erst richtig an: Wenn ich etwas Gutes geteilt, meiner Oma geholfen, eine Biene gerettet, mich für Fehler entschuldigt oder die kranke Nachbarin besucht habe … , durfte ich aus den Dornen bunte Blumen malen. Es fühlt sich befreiend an, wenn aus schmerzhaften Stacheln ein fröhlich-heilsamer Blütenkranz ersteht. Auch durch mich und meine Entscheidungen. „Jesus ist Gottes JA zu den Menschen.“...

  • 01.04.26

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