Offen gesagt - Br. Thomas Hessler OSB
Anfangen und Aufhören
- Foto: Susanne Windischbauer
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Ostern – ein neuer Anfang?
Ostern ist für mich die Kunst, gemeinsam einen neuen Anfang zu wagen. Es gibt diese Situationen – im Betrieb, im Freundeskreis, der Kirche oder im Sportverein: „Mit dem oder der, oder aber auch mit mir selbst ist nichts anzufangen.“ Ich denke mir: Man kann nichts anfangen, wenn man nicht aufgehört hat. Aufhören und anfangen hängen eng miteinander zusammen.
Wenn es zu Ostern um einen neuen Anfang geht, ist es wichtig, in der Woche davor – also jetzt in der Karwoche – sich bewusst zu werden, was ich nicht aufgehört, losgelassen habe. Wo bin ich z. B. immer noch mit dem Nachtragen oder Vorwerfen beschäftigt? Es ist so, wie wenn ich einen Stein in Händen halte, eine Belastung, die ich anderen oder auch mir selbst nachtrage. Es ist aber auch, wie wenn ich den anderen vorwurfsvoll ständig etwas hinschmeiße oder an den Kopf werfe. Da ist es besser, sich der eigenen Belastungen einmal bewusst zu werden, sie anzunehmen. Denn ich kann nur etwas loslassen, was ich vorher auch angenommen habe. Der Buddhismus lehrt diese Weisheit: Annehmen verändert.
Anfangen durch Aufhören: Sich dieses inneren Zusammenhangs bewusst zu werden und sich in die ganz konkrete Praxis des Aufhörens einzuüben, finde ich sinnvoll in dieser Woche (und natürlich darüber hinaus!).aus: Gedanken für den Tag (31. 3. 2026), religion.orf.at
Br. Thomas Hessler OSB ist Leiter des Europaklosters Gut Aich in Salzburg und Künstler.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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