Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Krankenhauskeime
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Aufgrund von Krankheitsfällen in meiner Familie habe ich in den vergangenen Wochen den Krankenhausbetrieb intensiver erlebt als sonst. Dabei hat mich etwas überrascht: die Freundlichkeit der Pflegekräfte. Jeden Tag. Bei großer Hitze, zu frühen oder späten Stunden und bei offensichtlich hoher Belastung. Dennoch waren sie ansteckend zuversichtlich, hatten einen guten Schmäh und vermittelten eine gewisse Leichtigkeit. Wohlgemerkt im ganz normalen LKH-Alltag, in der sogenannten „Holzklasse“.
Ich meine, dass ich hier Zeuge von Heiligkeit wurde. Papst Franziskus sprach von der „Heiligkeit von nebenan“ und bezog sich auf gewöhnliche Menschen des Alltags, die durch ihre Nächstenliebe und Güte Gottes Gegenwart im normalen Leben sichtbar machen.
Wir hören oft von den gefürchteten Krankenhauskeimen. Aber gibt es nicht auch die guten? Die Keime des Nicht-Entmutigen-Lassens, der Tatkraft, der Fachkenntnis und des Heilens. Jene Haltung, die Menschen mit ihren Sorgen und Schicksalen sieht, sie annimmt und ihnen mit Würde, sogar Zuneigung, begegnet. Vielleicht verbreiten sich auch solche Keime – leise, unbemerkt und ohne Schlagzeilen.
Vielleicht haben Sie Ähnliches erlebt. Wie ist Ihre Sicht dazu?
Helmut Schmidt, Geschäftsführer
helmut.schmidt@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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