Offen gesagt - Ingrid Kopp
Dankbar und solidarisch
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Welche Sorgen begegnen Ihnen als Caritas-Haussammlerin? Was gibt Hoffnung?
In den Gesprächen spiegelt sich beides: die eher düstere Weltlage allgemein und das Geschehen vor Ort. Viele Menschen, die ich bisher besucht habe, beschäftigt der plötzliche Unfalltod eines prominenten, viel geliebten Mitbürgers vor kurzer Zeit noch sehr. Von einer anderen Frau wusste ich, dass sie kurz hintereinander ihren Mann und dann ihren Sohn verloren hat. Wenn ich weiß, dass mich solche Erlebnisse erwarten, nehme ich mir für diesen Tag nicht viele Adressen vor.
Als Haussammlerin habe ich eine besondere Funktion: Ich bin keine Angehörige, aber auch keine Fremde. Die Menschen erwarten mich oft schon, sie begegnen mir mit großem Vertrauen und öffnen sich. Das ist ein schönes Gefühl, bringt aber auch Verantwortung. Aus den Caritas-Einrichtungen zu berichten, für die ich sammle, schafft Verständnis.
Die Teuerung war bisher gar nicht so sehr Thema. Oft merken Menschen zwar an, dass sie sparen müssen, aber sie nehmen es hin. Viele sorgen sich sehr um die Weltlage. Mein Eindruck ist: Die Dankbarkeit, dass wir in einer friedlichen Situation leben, stärkt die Solidarität und die Bereitschaft zu geben. Das zu erleben, gibt mir Hoffnung und motiviert mich.
Ingrid Kopp ist Haussammlerin für die Caritas in Fohnsdorf.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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