Offen gesagt - Karl Veitschegger
Befreiendes Lachen
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Haben Sie zu Ostern gelacht?
Ja, in der Familie bei der Osterjause haben wir herzhaft gelacht, auch wenn die Trauer über liebe Verstorbene noch wehtut und es in der Welt derzeit wenig zu lachen gibt (und da meine ich nicht das Gejammer an den Zapfsäulen).
Im Ostergottesdienst wurden bei uns keine Witze erzählt, wie das vor allem die Prediger im Mittelalter taten, die mit derben Späßen die Gläubigen zum lauten „Osterlachen“ (risus paschalis) bringen mussten, indem sie auf der Kanzel hüpfend eine gackernde Henne, eine kälbernde Kuh oder gar einen betrunkenen Apostel mimten. Für Menschen „in Pestzeit, Krieg und Hunger“ war das wohl ein befreiendes Aufbäumen ihres Lebenswillens.
Freilich kann es auch peinlich werden, wenn jemand Menschen künstlich zum Lachen bringen will. Gemein wird das Lachen, wenn es in Auslachen von Schwächeren ausartet.
Ich persönlich schätze den Gelegenheitshumor, den spontanen Witz, durch den belastende Situationen im Lachen Befreiung finden. Das hat etwas Österliches. Denn nichts ist so „todernst“, dass Gott es nicht zum Guten wenden könnte. Im Humor steckt eine gute Portion dieses kühnen christlichen Osterglaubens.
Karl Veitschegger ist katholischer Theologe und Autor.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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