Positionen - Leopold Neuhold
Mein Weg, nicht der Weg
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Ein Fußballer zum Pfarrer:
„Ist es Sünde, wenn ich am Sonntag Fußball spiele?“ Des Pfarrers Antwort: „Nicht, dass du spielst, ist eine Sünde, sondern wie.“
Die Fußball-WM ist beendet. Im Letzten zählt nur der Sieg – nicht, wie gespielt wird. Die Frage nach dem Wie ist trotzdem berechtigt. Bei manchen Spielen beschlich mich ein Gefühl, das sich im Satz spiegelt: „Als ich um 11 Uhr auf die Uhr schaute, sah ich, dass es erst 9 war.“ Dies hat auch mit Systemfußball zu tun und indirekt mit der Datenrevolution in diesem Sport. Alles wird vermessen: Laufwege, Ballgeschwindigkeit, Trefferwahrscheinlichkeit, um dann das Momentum anzuzeigen – wobei niemand so recht weiß, was das sein soll. Fußball wird so auf ein anderes Niveau gestellt, aber vom Messen wird die Sau nicht fett.
Problematisch wird es dann, wenn durch Daten Menschen in ein System gepresst werden, in dem sie nicht frei spielen können, es nicht aus ihnen heraus spielt, weil ein Experte glaubt, es könne nur so und nicht anders sein. Solches zeigt sich mitunter auch in der Frage des Glaubens, wenn manche ihren Weg als den Weg anderen vorschreiben. Das „System Gottes“ lässt Freiheit für die Einbringung der je eigenen Talente.
Leopold Neuhold
redaktion@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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