Mutworte - Josef Promitzer
Der Rede wert?
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Die Frau: „Du hast mir schon lange nicht mehr gesagt, dass du mich liebst!“ Darauf der Mann: „Wozu? Ich geb dir Bescheid, wenn sich was ändert.“
Vielleicht sind sich die Beiden so vertraut, dass es Liebesschwüre nicht (mehr) braucht. Möglicherweise zeigt dieses Paar seine Liebe regelmäßig in Gesten wie gegenseitiger Unterstützung oder kleinen Geschenken. Warum dann über Liebe sprechen?
Ich denke, dass es in Beziehungen jeglicher Art nicht nur Taten, sondern auch Worte braucht. Ein aufrichtiges Lob erwärmt das Herz, ein ehrliches Kompliment ermutigt. Das kann tiefer gehen als ein Schulterklopfen.
Wie sieht es bei mir als Christin oder Christ aus? Führe ich das Wort „Gott“ noch im Mund? Oder vertraue ich darauf, dass andere Menschen allein durch mein Handeln schon von selbst merken werden, wer mir Kraft gibt? Es stimmt: Der Gottesbegriff kann leicht missverstanden werden. Aber deshalb ganz darauf verzichten? Von Gott zu sprechen, ist herausfordernd. Bischof Egon Kapellari hat immer wieder daran erinnert, dass wir so von Gott reden sollen, dass es nicht peinlich ist. In jedem Fall wäre es bedenklich, wenn Gott bei uns nicht mehr der Rede wert ist.
Josef Promitzer ist Theologe und Humorbotschafter.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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