Positionen - Elisabeth Wimmer
Die siebte Blume
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Kürzlich wurde ich auf zwei Blumen-Ereignisse aufmerksam:
Eine Musiklehrerin möchte ihren sieben Klavier-SchülerInnen nach dem Vorspielabend als Anerkennung je eine Rose überreichen. Kurz vor Konzertbeginn stellt sie erschrocken fest, dass sie nur sechs Blumen vorbereitet hat, eine zu wenig. Die Rettung: ihr Teenagersohn. Flink besorgt er die fehlende Rose und bringt sie nach.
Und da ist das befreundete Paar auf der Durchreise, das uns mit seinem Spontanbesuch überrascht. Mit prächtigen Gladiolen zur Begrüßung und dem Ausruf: Ach, es sind ja nur sechs! Offenbar wollten sie eigentlich sieben Blumen überreichen. In diesem Wiedersehen liegt so viel Freude – lange sitzen wir beisammen. Und es ist, als würde uns allen in der Tischgemeinschaft, im Interesse füreinander, im Erzählen und Zuhören so etwas wie eine siebte Blume geschenkt.
Sieben als eine heilige Zahl drückt das Vertrauen aus, dass der Himmel zu menschlichen Zahlenreihen etwas dazugibt. Zum Beispiel in Gestalt eines flinken Jugendlichen, der mit seiner Hilfe Anerkennung mit ermöglicht. Oder dann, wenn wir einander Anteil geben und Anteil nehmen an Glück und Sorgen unseres Lebens.
Elisabeth Wimmer
redaktion@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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